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Übernahmen und Joint Ventures

Chinesen investieren in Wirtschaftsstandort Deutschland

In China gilt Deutschland als beliebtester Investitionsstandort Europas. Laut einer aktuellen Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young gaben 25 Prozent der befragten chinesischen Manager an, Deutschland zähle für sie zu den drei wichtigsten Standorten der Welt. Nur China selbst und die USA rangieren auf der Beliebtheitsskala weiter oben. Vor allem an Maschinenbau und Automobilindustrie zeigen die Investoren aus dem Reich der Mitte Interesse.

"Chinesische Investoren schätzen am Wirtschaftsstandort Deutschland vor allem die hohe Produktivität, die Arbeitsqualität von Fachkräften sowie die unternehmerische und politische Zuverlässigkeit", erklärt Andreas Bilfinger, Pressesprecher von Germany Trade & Invest. Die Ergebnisse bestätigen die großen Anstrengungen der vergangenen Jahre für optimale Standortfaktoren, so der Experte weiter.

Zudem seien chinesische Investoren an langfristigen Engagements interessiert, wodurch neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen werden können.

Qualitätssiegel "Made in Germany"

Deutschland und die USA liegen damit in der Gunst der chinesischen Manager weit vor anderen Nationen und Märkten wie etwa Brasilien, Indien, Russland oder Japan. Doch das Investitionsbedürfnis der Chinesen ist kein gänzlich neues Phänomen. Von den im Ausland investierenden Firmen haben 63 Prozent die Bundesrepublik bereits als ihren Europa-Standort ausgewählt. Frankreich rangiert auf Platz zwei mit nur 13 Prozent.

"Deutsche Unternehmen und Marken sind in China sehr angesehen, das prägt das Bild Deutschlands als Investitionsstandort bei chinesischen Firmen", erklärt Yi Sun, Partnerin bei Ernst & Young Deutschland und Leiterin der China Business Services Deutschland, Österreich und Schweiz.

Der Trend hält an. Mehr als die Hälfte der Befragten wollen auch in Zukunft im Ausland investieren. Westeuropa wird als besonders attraktiver Wirtschaftsraum wahrgenommen. Rund 25 Prozent planen hier finanzielle Engagements. Für Investitionen in den USA lassen sich jedoch nur neun Prozent der befragten Manager erwärmen. In Westeuropa liegt Deutschland mit 14 Prozent eindeutig vor Frankreich, Spanien und Großbritannien mit jeweils zwei Prozent.

Brieftasche sitzt locker

Aufgrund jahrzehntelanger Effizienz bei der Produktivität und ertragreichen Exportgeschäften geben sich Großunternehmen aus dem Reich der Mitte sehr investitionsfreudig. Stattliche Devisenreserven und an den Börsen unterbewertete deutsche Unternehmen spielen den Chinesen in die Karten.

Durch ganze Übernahmen und Joint Ventures erhoffen sie sich sowohl neue Absatzmärkte in Europa als auch Wachstumsimpulse für China durch das hohe Ansehen deutscher Produkte.

Der Maschinenbau-Sektor und die Automobilindustrie nehmen dabei eine Ausnahmerolle ein. 57 Prozent finden den Maschinenbau besonders attraktiv. Beim Automotive-Sektor sind es immerhin noch 42 Prozent. Bei den Befragten, die bereits Geld investieren, sind es sogar 71 bzw. 46 Prozent.

Bei Neuansiedlungen steht Deutschland ebenfalls hoch im Kurs. Besondere Wertschätzung erfahren hierbei vor allem infrastrukturelle Bedingungen wie Transport und Logistik. Auch der ausgezeichnete Ruf von Universitäten und Forschungseinrichtungen tragen ihren Teil dazu bei.

Zur Studie: Zwischen April und Mai 2012 wurden insgesamt 400 chinesische Großunternehmer und Mittelständler zur Attraktivität von Investitionsstandorten befragt.

(Redaktion)


 


 

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