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Europäische Zentralbank

IHK-Unternehmerforum mit Jörg Asmussen (EZB) in Schwerin

Am 15.07.2013 stellte sich Jörg Asmussen, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) in der IHK-Veranstaltungsreihe „Perspektiven der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik“ ...


in der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin den Fragen der Unternehmer/innen zur Entwicklung im Euro-Währungsgebiet.

Jörg Asmussen erläuterte in seinem Vortrag, dass die aktuelle Krise keinesfalls eine Krise des Euro sei. Vielmehr handele es sich um eine teils öffentliche und teils private Schuldenkrise.

Die Sorgen der anwesenden Gäste um die möglichen Auswirkungen dauerhaft niedriger Zinsen auf private Sparanlagen und Altersvorsorgemodelle konnte Asmussen nicht vollständig zerstreuen und verwies darauf, dass die EZB Preisstabilität im gesamten Euroraum gewährleisten müsse.. Auch könne die Europäische Zentralbank den Euro-Staaten eben nicht die erforderlichen Reformen ersparen. Die von der Euro-Gruppe beschlossenen politischen Auflagen, also die Bedingungen, an die die Euro-Staaten ihre Solidarität in Form von finanzieller Unterstützung knüpfen, seien im gemeinsamen Währungsraum wichtig, damit die notwendigen Strukturreformen zeitnah umgesetzt werden.

Dabei lobte Asmussen die Anstrengungen der Euro-Staaten, die aktuell schmerzhafte Strukturreformen durchlaufen. Jörg Asmussen verglich den Prozess mit einem Marathonlauf: Ungefähr das erste Drittel sei zurückgelegt, aber bei einem Marathonlauf schmerzten eben besonders die letzten Kilometer. Der eingeschlagene Weg werde noch mehrere Jahre andauern und bis zur Zielankunft nach seiner Auffassung rund ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Auch die Podiumsteilnehmer Dr. Alexander Schumann, DIHK-Chefvolkswirt, IHK-Präsident Hans Thon sowie der Geschäftsführer der Bürgschaftsbank und Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mbH MV, Dr. Thomas Drews, teilten diese Einschätzung. Sie
äußerten sich insbesondere auf Grundlage der Erfahrungen Mecklenburg-Vorpommerns seit 1990 optimistisch, dass die heutigen „Krisenländer“ die notwendigen Strukturreformen erfolgreich umsetzen können.

Zudem bestehe in den betroffenen Ländern keine bessere Alternative zu Sparpolitik und Haushaltskonsolidierung. Jörg Asmussen betonte vor allem die erhöhte Zinslast in den Ländern, in denen sich die öffentliche Hand in den zurückliegenden Jahren durch immer neue Kredite hoch verschuldet habe. Die Aufwendungen für Zinsen seien die Beträge, die in diesen Ländern heute für die notwendigen Investitionen zum Beispiel in die Bildungssysteme und die Infrastruktur fehlten.

Manuela Schwesig, Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales in MV, betonte in ihrem Grußwort das Verdienst der EU für Mecklenburg-Vorpommern. Die EU habe mit ihren Strukturfonds in den vergangenen mehr als 20 Jahren ganz maßgeblich zur positiven Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns beigetragen.

(Redaktion)


 


 

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