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Existenzgründung

freiwillige Arbeitslosenversicherung für Existenzgründer

Die Selbstständigkeit ist mit vielen Risiken verbunden. Auftragslose Zeiten führen in der Gründungs- und Aufbauphase schnell zur Krise. Eine freiwillige Arbeitslosenversicherung bietet für diesen Fall eine begrenzte Sicherheit.

Durch den Schritt in die Selbstständigkeit entfällt die Beitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung. Jedoch besteht für Existenzgründer die Möglichkeit, diese soziale Absicherung freiwillig abzuschließen und das Risiko der Selbstständigkeit etwas abzufedern. Der Abschluss ist ratsam für alle Gründer, für die der Erfolg ihres Konzepts nur schwer planbar ist.

Voraussetzungen
Für den Abschluss des „Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag“ müssen die Antragsteller bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So müssen die Gründer in den zwei Jahren vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit mindestens zwölf Monatsbeiträge zur Arbeitslosenversicherung als Pflichtbeiträge selbst eingezahlt haben oder Arbeitslosengeld I bezogen haben. Darüber hinaus muss die Selbstständigkeit hauptberuflich ausgeübt werden, also mindestens 15 Stunden die Woche betragen.

Antrag stellen
Den Antrag für die freiwillige Arbeitslosenversicherung muss der Existenzgründer bei der für ihn zuständigen Arbeitsagentur stellen. Dies hat innerhalb der ersten drei Monate nach Gründung zu erfolgen. Als Nachweis der Selbstständigkeit erkennt die Arbeitsagentur den Gewerbeschein oder eine Bestätigung des Finanzamts an. Wenn der Selbstständige alles berücksichtigt und den Antrag fristgerecht stellt, beginnt die Versicherung mit dem Tag, an dem die Voraussetzungen erstmals vollständig erfüllt sind. Das kann gegebenenfalls auch rückwirkend der Tag der Gewerbeanmeldung sein.

Beitragshöhe
Der Beitrag zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung richtet sich nach der Bezugsgröße. Diese wird auf Basis des Durchschnittsentgelts in der gesetzlichen Rentenversicherung ermittelt und beträgt im aktuellen Jahr 2.695 Euro (West) und 2.275 Euro (Ost). Der gesetzliche Beitrag beträgt drei Prozent dieser Bezugsgröße, also 80,86 Euro beziehungsweise 68,26 Euro, und wird in den ersten zwei Jahren der Selbstständigkeit auf die Hälfte reduziert.

Leistungen
Die Leistungen der freiwilligen Arbeitslosenversicherung richten sich nach einem fiktiven Arbeitsentgelt, das von der Qualifikation des Versicherten und dem Bundesland abhängt. Es beträgt zwischen 636,90 Euro (ohne Ausbildung) und 1.322,70 Euro (Hochschulausbildung). Die Anspruchsdauer ist abhängig von den Versicherungszeiten und dem Alter des Versicherten und entspricht den Regelungen zum Arbeitslosengeld I.

Kündigung
Die freiwillige Arbeitslosenversicherung wird für einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschlossen und ist danach mit einer Frist von drei Monaten kündbar.

(Redaktion)


 


 

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