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Fachkräfte-Nachwuchs

Wettbewerb um die besten Fachkräfte

Die Agentur für Arbeit hatte Vertreter aus der Politik zur Gesprächsrunde "Politik trifft Verwaltung" eingeladen. Ein Thema war der Fachkräftebedarf in den kommenden Jahren. Eine Möglichkeit dafür ist, Übernahmeoptionen frühzeitig in heimischen Unternehmen aufzuzeigen.

Nach Ansicht von Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, hat sich die diesbezügliche Situation verschärft. Es konkurrieren nicht nur die Wirtschaftszweige oder einzelne Unternehmen innerhalb unseres Landes untereinander, auch die Bundesländer und auch teilweise Nachbarländer konkurrieren zunehmend um die Bewerber. "Die frühzeitige Suche nach qualifizierten Fachkräften muss zu den existenzsichernden Aufgaben der Unternehmen gehören", sagte der Minister.

Mit den Möglichkeiten der Arbeitnehmerfreizügigkeit seit Mai 2011 können Unternehmen in den Grenzregionen beispielsweise in Polen, sich bemühen geeignete Fachkräfte zu finden. Allerdings dürfe es dabei nicht darum gehen, so Seidel weiter, unsere Nachwuchsprobleme zu Lasten der polnischen Nachbarn zu lösen. In erster Linie müssten sich Unternehmen um den eigenen Nachwuchs in Mecklenburg-Vorpommern kümmern. In den nächsten vier Jahren werden nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit etwa 4.000 Polen, davon 3.000 als Arbeitnehmer und 1.000 als Angehörige, nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Gleichzeitig würden altersbedingt 50.000 Menschen im Land aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden.

Nach der Meinung des Ministers kann der eigene Fachkräftenachwuchs am besten über die Ausbildung im Unternehmen gesichert werden. Ziel muss es deshalb sein, dass mehr Unternehmen nach der erfolgreichen Ausbildung junger Menschen diese auch übernehmen. Ausbildung und Übernahme gehören untrennbar zusammen, wenn Unternehmen ihren Fachkräftebedarf sichern wollen. In M-V lag die Übernahmequote der Auszubildenden in 2000 bei 34 Prozent, 2009 bereits bei 51 Prozent, hingegen der ostdeutsche Durchschnitt bei 56 Prozent und der westdeutsche Schnitt bei 61 Prozent liegt.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (Stand: Mai 2011) stehen in diesem Jahr 7.077 gemeldeten Bewerbern (Vorjahr: 7.615, Rückgang um 7,1 %) 10.448 gemeldete Stellen gegenüber (Vorjahr: 9.335, Zunahme: 11,7 Prozent). Insgesamt wurden 9.964 betriebliche Stellen angeboten, dies sind 12,6 Prozent mehr als im Vorjahr. "Die demografischen Veränderungen bieten zugleich auch neue Perspektiven für junge Menschen. Sie haben jetzt die Möglichkeit, unter verschiedensten Ausbildungsplätzen zu wählen. Dies war in den vergangenen Jahren anders", sagte Seidel.

Der Wirtschaftsminister ging in diesem Zusammenhang auch auf die vom Wirtschaftsministerium initiierte Fachkräftekampagne "Durchstarten in MV – Dein Land, deine Chance" ein. Die Kampagne stellt junge Menschen vor, die hier im Land ihre Ausbildung gemacht haben und danach in ein erfolgreiches Berufsleben gestartet sind. Herzstück der Kampagne ist eine Internetseite, die ein breites Angebot an Ausbildungsplätzen bereit hält und auch über duale Studienmöglichkeiten in MV informiert.

Im Azubi -Atlas können Interessierte nach Ausbildungsplätzen in ihrer Region suchen. Im Atlas sind inzwischen 941 Unternehmen mit ihren Ausbildungsangeboten eingetragen, 289 verschiedene Ausbildungsberufe werden angeboten. 106.000 Besucher verzeichnet die Internetseite seit dem Kampagnenstart im Oktober 2009. "Das Interesse und auch der Bedarf an qualifizierten Auszubildenden ist hoch. Die Kampagne wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt und in enger Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern landesweit durchgeführt.

(Redaktion)


 


 

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