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Finissage

Finissage Rundgang mit Künstlerin im Kunstverein Schwerin und im Museum Schloss

Eine Ausstellung im Kunstverein Schwerin mit Interventionen in der ständigen Sammlung des Museums Schloss Schwerin. Die Ausstellung von Hella Gerlach (*1977) im Kunstverein Schwerin ist die erste institutionelle Einzelausstellung der Berliner Künstlerin.

Ihre Auseinandersetzung mit den spezifischen Räumen des E-Werks
und des Museums, eingeschlossen der ausgestellten Objekte der ständigen Sammlung, sind sehr sensibel und tragen eine klare Handschrift. Für den Kunstverein Schwerin hat Hella Gerlach neue Skulpturen und Objekte entwickelt, die den Ausstellungsraum und die Betrachterinnen mit einbeziehen.


Die Künstlerin konzipiert für die sieben Meter hohen Räume des Kunstvereins Stoffräume aus Nesselstoff, die der Betrachter betreten kann, begehbare Skulpturen. Mit den eleganten Stoffen werden Raum-im-Raum-Werke geschaffen, die eine besondere Spannung innerhalb der Räume des E-Werks entfalten.


Die Raumelemente schweben von der Decke und reagieren durch Bewegung auf ihr Umfeld. Die Raumkörper werden gleichzeitig als Display, als Orte der Präsentation und Repräsentation, für die in den Wänden verborgenen oder hervorlugenden Objekte lesbar. Der Betrachter erfährt eine Sensibilisierung der Wahrnehmung
und wird zum Erforscher der skulpturalen Räume. Das Studieren, Schaffen, Erproben und Reflektieren von physischen sowie gedanklichen Erfahrungs- und Handlungsspielräumen und Körper-Raum-Beziehungen stehen im Zentrum der Arbeit.


Der bewegliche Gedanke und die Handschmeichelnden Objekte können mit Franz Wests Passstücken in Verbindung gebracht werden. Gerlachs Objekte sind teilweise mit spirituellen Riten verknüpft. Auf dieser
Ebene fließen Techniken wie Meditation, Yoga, ägyptische Rituale, „geistige Stretches“, als Erweiterungen von Räumen, mit hinein. In Anlehnung an ein spirituelles Ritual aus dem pharaonischen Ägypten markieren vier teils zerschlagene rote Kugeln aus Keramik die physischen Grenzen des Raumes und weisen über diesen hinaus.
Eine über das E-Werk ebenfalls hinausweisende Geste ist die Verbindung zum Museum Schloss Schwerin.


Auf den drei Etagen des Museums führt Hella Gerlach Interventionen durch, eine dialogische Arbeitsweise die sie schon seit langem im Ausstellungskontext erprobt, z.B. mit ihrem Projekt Die Fuge. Gerlachs Interventionen in den ehemaligen Privatgemächern und Sammlungsräumen gleichen einem subtilen Zwischenspiel:
Exponate, Möbel wie Objekte, werden verrückt, ausgetauscht und hinzugefügt. Es ergeben sich spielerische Momente der Annäherung, des Dialogs sowie eine Auseinandersetzung mit dem Gegenüber. Es entsteht auch ein Austausch des Publikums selbst.

Schlossbesucher werden durch die sanften Irritationen der Interventionen auf die Ausstellung im Kunstverein aufmerksam,
Kunstvereinsbesucher betrachten mit einem neugierigen Blick die scheinbar bekannte Sammlung des Schlosses erneut.


Das Rahmenprogramm ergänzt inhaltlich Hella Gerlachs Zwischenspiel: Neben dem Filmprogramm lädt sie eine Künstlerin zu einer Performance ein und lässt das Publikum an einem Rundgang mit Freunden durch die
Ausstellungen teilhaben.

(Redaktion)


 


 

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