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Finnougristen aus ganz Deutschland kommen zur Fachtagung an die Uni Greifswald

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Fachvertreter aller in Deutschland tätigen Fennisten, Finnougristen, Hungarologen und Uralisten kommen am 10. und 11. Mai zur 16. Tagung des Deutschen Finnougristentags am Institut für Fennistik und Skandinavistik der Universität Greifswald zusammen.

Sie werden sich unter anderem mit Fragen der nationalen und internationalen Kooperation in der Erforschung und Lehre finnisch-ugrischer und uralischer Sprache und Kulturen befassen.
Der Greifswalder Lehrstuhlinhaber für Fennistik, Prof. Dr. Marko Pantermöller, ist amtierende Sprecher des Deutschen Finnougristentages. Das Arbeitstreffen der Fachvereinigung findet das dritte Mal in Greifswald statt.

Auf dem Programm der Teilnehmer stehen neben den Beratungen auch das wissenschaftliche Programm des Nordischen Klangs, das in diesem Jahr nordeuropäische Minderheiten in den Mittelpunkt rückt. Auch das reich-haltige Kulturprogramm des Festivals dürfte für die Tagungsteilnehmer interessant sein; unter anderem können sie mit dem Pianisten Esa Ylönen und den Bandeonisten Mikko Helenius am 10. Mai um 19.00 Uhr in der Aula der Universität auch ein finnisches Highlight erleben.

Forschungskooperationen sind für die in Fachvereinigung organisierten seltenen Fächer von besonderer Wichtigkeit, denn häufig können nur durch nationale und internationale Zusammenarbeit ausreichende Bedingungen geschaffen werden, um größere sprachlich-kulturelle Zusammenhänge erfolgreich zu erforschen und die Forschungsresultate nachhaltig zu publizieren. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation ist ein umfangreicher mehrsprachiger Sammelband, den der Greifswalder Fennist Marko Pantermöller gemeinsam mit seiner Kölner Kollegin Marja Järventausta mit dem Titel „Finnische Sprache, Literatur und Kultur im deutschsprachigen Raum“ dieser Tage herausgab. Internationale Forschungsvorhaben verfolgt die Greifswalder Fennistik derzeit mit den finnischen Universitäten Turku, Helsinki, Joensuu und Vaasa. „Aber auch in der Lehre, geht es kaum ohne Austausch und Zusammenarbeit, möchte man mit den vorhandenen Strukturen das große Spektrum fennistischer und finnougristischer Themen abdecken“, so der Greifswalder Professor, der regelmäßig auch in Finnland, Estland und Polen lehrt. „Für unsere Studierenden bedeuten die Gegenbesuche ausländischer Wissenschaftler ebenso eine fachliche Bereicherung, wie die regelmäßig vom finnischen Unterrichtsministerium eingeworbenen Gastdozenturen und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst finanzierte Sommerschulen.“

Das Gremium Deutscher Finnougristentag wurde am 18. November 1992 mit dem Ziel und der Aufgabe begründet, die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen für Fennistik, Finnougristik, Hungarologie und Uralistik in zu fördern. Derzeit gibt es in Deutschland zwei Lehrstühle für Fennistik (Greifswald, Köln), drei Lehrstühle für Finnougristik/Uralistik (Hamburg, Göttingen, München) und einen Lehrstuhl für Hungarologie (HU Berlin).

Die Finnougristik (Finnisch-ugrische Philologie) beschäftigt sich mit Sprache und Kultur aller finnisch-ugrischen Völker, d. h. der Finnen, Esten, Karelier, Wepsen, Woten, Ingrier und Liven im nordöstlichen Raum der Ostsee, der Samen in Nordskandinavien, der Mordwinen und Mari an der mittleren Wolga, der Komi und Udmurten westlich des Urals, der Chanten und Mansen in Westsibirien sowie der Ungarn. Das Fach gründet sich auf die Verwandtschaft der Sprachen dieser Völker, die Disziplin besaß jedoch von ihren Anfängen an auch eine folkloristisch-ethnographische Komponente. Das historisch-vergleichende Studium der finnisch-ugrischen Sprachen, das den Kern der Finnougristik bildet, ist später besonders in der Auslandsfinnougristik eine mit Sicht auf synchrone linguistische Fragestellungen (beschreibende Grammatik der Einzelsprachen, Typologie) erweitert worden. Zur Finnougristik gehört natürlich auch die Geschichte der Disziplin. Mancherorts wird der Finnougristik auch die Uralistik zugeordnet. Uralistik bezieht neben dem finnischugrischen Zweig der uralischen Sprachen auch den samojedischen Zweig in ihr Untersuchungsgebiet ein. Einen samojedologischen Schwerpunkt gibt es zurzeit u. a. an der Universität Hamburg.

Auf eine der längsten Traditionen der in der Fachvereinigung organisierten Institutionen kann zweifellos die Greifswalder Fennistik blicken. Sie wurde bereits 1921 als Institut für Finnlandkunde gegründet. Die Fennistik ist in ihrer heutigen Form eine Spezialität der Greifswalder Universität, die als einzige deutschlandweit einen eigen-ständigen Bachelorstudiengang anbietet. Derzeit machen sich hier 84 Studierende im Rahmen ihres Bachelorstudiums mit der finnischen Sprache und Kultur vertraut. Auch als Masterfach weckt die Fennistik Interesse. Allein im vergangenen Semester wurden fünf Masterprojekte erfolgreich verteidigt.

Weitere Informationen


Homepage von Marko Pantermöller

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(Redaktion)



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