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Fischerei

EU-Fischquoten- Schwieriges Jahr für Kutter- und Küstenfischer in MV

Am Donnerstagabend beschloss der EU-Ministerrat in Luxemburg für das Jahr 2014 die in der Ostsee zulässigen Gesamtfangmengen für die Fischarten Hering, Dorsch, Scholle, Lachs und Sprotte. Die Fangmengen für Hering werden um 23 % reduziert.

Für Dorsch wurde in der westlichen Ostsee eine Verringerung um 15 % und in der östlichen Ostsee eine Erhöhung um 7 % beschlossen. Bei Sprotte verringert sich die Fangmenge um 4 % und bei Lachs um 2 %. Die zulässigen Fangmengen für Scholle bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.
"Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen könnte die Ostsee bereits 2015 das erste europäische Meeresgebiet sein, in dem nur so viel Fisch entnommen wird, wie wieder nachwächst", bewertet Mecklenburg-Vorpommerns Fischereiminister Dr. Till Backhaus das Ergebnis. "Dies ist ausdrücklich zu begrüßen."
Jedoch werden die EU-Beschlüsse für die Kutter- und Küstenfischerei des Landes, die allein aus der Heringsfischerei ca. 30 % der Jahreserlöse erwirtschaftet, erneut zu erheblichen Einschränkungen führen. "Die gravierende Kürzung der Fangmöglichkeiten für Ostseehering führt nach einer scheinbaren Erholung des Bestandes in den Jahren 2013 und 2012 zu einer Reduzierung der Gesamtfangmengen gegenüber dem Jahr 2008 um 55 %", so der Minister. "Durften die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern 2008 noch 15.000 Tonnen Hering fangen, so stehen ihnen 2014 voraussichtlich lediglich noch 6.600 Tonnen zur Verfügung. Die hohen Schwankungen der jährlich zulässigen Gesamtfangmengen machen vorausschauende wirtschaftliche Betrachtungen ausgesprochen schwierig und können letztlich nur im Rahmen eines mehrjährigen Bewirtschaftungsplanes abgefedert werden."
Dr. Backhaus unterstützt ausdrücklich die deutsche Forderung zur Erarbeitung eines tragfähigen Mehrartenplanes, der sowohl Hering, als auch Dorsch und Sprotte einbezieht. "Da zu erwarten ist, dass die Ostsee bereits 2015 nach dem so genannten Prinzip des maximalen Dauerertrages bewirtschaftet wird, sehe ich gute Voraussetzungen für eine längerfristig angelegte und wirtschaftlich kalkulierbare Bewirtschaftungsstrategie der für Mecklenburg-Vorpommern wichtigen Bestände."
Spätestens im Rahmen dieses Planes sollte nach Auffassung des Ministers dann endlich die derzeitige Seetageregelung abgeschafft werden. Sie begrenzt den Einsatz von Dorschfanggeräten in der westlichen Ostsee auf lediglich noch 147 und in der östlichen Ostsee auf 146 Seetage. "Insbesondere die in Mecklenburg-Vorpommern überwiegend kleineren Betriebe, die auf die Direktvermarktung ihrer Fänge angewiesen sind, werden bei einem Fortgang der Entwicklung trotz verfügbarer Quoten in ihrem Handlungsspielraum zur optimalen Quotennutzung und Vermarktung unnötig eingeschränkt."
Mit Blick auf die im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik vorgesehenen Rückwurfverbote befürwortet Minister Dr. Backhaus eine Reduzierung der Mindestanlandegröße für Dorsch und hofft auf einen baldigen Vorschlag der Kommission.

(Redaktion)


 


 

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