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Führungskräfte

Wie Richard Branson Führung versteht

Herausgeber einer Schülerzeitung, Plattenhändler (Virgin Records), Airline-Inhaber, Inselbesitzer, Ballonfahrer, Vertreiber von Weltraumreisen für Touristen: Richard Branson hat sich als Unternehmer und Lebemann immer wieder neue Spielwiesen gesucht. Pioniergeist und Begeisterung für die Sache sind seine ständigen Begleiter. Davon handelt auch sein Buch „The Virgin Way“. Im Mittelpunkt aber steht der Umgang mit „seinen“ Leuten. Diejenigen, die ihn früh inspiriert haben. Diejenigen, die ihm gefolgt sind und als Mitarbeiter unterstützt haben. Und auch diejenigen, die für Widerstände und Konflikte gesorgt haben.

Der Mitarbeiterstab: „Großfamilie wunderbarer Menschen“

Spannend zu lesen, wenn jemand, der „nie Wirtschaftskurse besucht und auch keine Bücher über Menschenführung gelesen hat“ nun selber als Autor über „gute Führung“ redet. Ganz so trivial ist die Sache aber nicht: „The Virgin Way“ ist selbstverständlich kein linear aufgebauter Ratgeber mit Checklisten und To-do-Anweisungen für Jungmanager. Vielmehr ein verspielter, biographischer Rundgang durch die Virgin-Erlebniswelten des Richard Branson mit detaillierten Einblicken in seine Führungsphilosophie. Folgerichtig will er sein Buch auch nicht als Führungsratgeber verstanden wissen. Als Genre-Bezeichnung schlägt er stattdessen vor: „Mit großem Vergnügen einen extrem breit gefächerten Konzern aufbauen zusammen mit einer Großfamilie bestehend aus schlichtweg wunderbaren Menschen.“ Passt besser.

Zuhören, Lachen, Lernen, Führen

Unterteilt hat er sein Buch in die vier großen Blöcke „Zuhören“ („jedem aufmerksam zuhören, der etwas mitzuteilen hat, nicht nur selbsternannten Experten.“), „Lernen“, „Lachen“ und „Führen“. Wer sich fragt, was „Lachen“ in der Auflistung verloren hat: „Fun“ ist das zentrale Erfolgsrezept für Branson überhaupt. „Bei dem was wir tun, muss der Spaß ganz oben stehen“ ist sein Leitsatz und mehr Lebensphilosophie als Managementempfehlung. Der vierte Teil, das „Führen“, kreist als Summary seiner persönlichen Ideale um die Themen Idealismus, Mentoring, Entscheidungsfreude („was soll's – wir tun es – heute!“) und Innovation (gerne auch unkonventionell). Liest sich wunderbar und in einem Rutsch!

Mit dem Panzer am Broadway auf Coca Cola schießen

Sympathisch, dass Branson nicht nur über die Vielzahl wirtschaftlicher Erfolge schwärmt, sondern auch kritisch die unternehmerischen Niederlagen aus der Führungsperspektive erläutert: Mit dem Panzer am New Yorker Times Square einrollen, um dann mit dem (bis dahin in den USA unbekannten) Brand „Virgin Cola“ den Markt-Guru Coca Cola im wörtlichen Sinne „abschießen“ – das war keine gute Marketing-Idee, aber Spaß hat es gemacht – nach wie vor die wichtigste Zutat für erfolgreiche und auch heilsame Managementerfahrungen.

Management-Journal-Fazit: Dass ohne Richard Bransons Glaube und Unterstützung Mike Oldfields „Tubular Bells“ vermutlich nie veröffentlicht worden wäre – allein dafür muss man ihn mögen. In dem Buch finden sich freilich zahllose („seriöse“) Gründe mehr, die Branson nicht nur als Visionär und unternehmerischen Entdecker auszeichnen, sondern auch als exzellente Führungskraft, die fernab von Managementlehrbüchern und Wirtschaftstheorien Leidenschaft, Verständnis und gesunden Menschenverstand in den Mittelpunkt seiner Handlungen stellt. Empfehlung!

Das Buch: Richard Branson, „The Virgin Way“, Books4Success 2015, ISBN 3864702453

(Oliver Ibelshäuser / www.Management-Journal.de)


 


 

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