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Heimatkunde

„Heimatkunde - Greifswald in den 1980er Jahren. Fotografien von Robert Conrad“

Der Berliner Architekturfotograf Robert Conrad kehrt zu seinen Wurzeln zurück.


Nach Arbeiten über die Weiße Moderne in Tel Aviv, Plattenbausiedlungen in Kaliningrad und den Flughafen Berlin Tegel wendet er sich erneut der Stadt Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern zu, in der er in den 1960er bis 80er Jahren aufwuchs.
Greifswald ist als eine der wenigen deutschen Städte bekannt, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatten. In der DDR verfiel die Jahrhunderte alte Hansestadt jedoch in wenigen Jahrzehnten, ehe dann weite Bereiche der historischen Altstadt Flächenabrissen zum Opfer fielen und durch kostengünstige Plattenbauten ersetzt wurden. Der realsozialistische Stadtumbau Greifswalds war ein Pilotprojekt. Es war geplant, auf Grund der hier gemachten Erfahrungen in der gesamten DDR historische Stadtbilder systematisch zu zerstören. Der durch diese rigide Politik hervorgerufene, langsam wachsende Widerstand der Bevölkerung stellte ein wichtiges Moment der Bürgerproteste von 1989 dar.
Robert Conrad begann damals während der Abrisse in seiner Heimatstadt Greifswald zu fotografieren, um so die verloren gehenden Bauten und Stadträume „zumindest zweidimensional bewahren“. Inzwischen ist genau dieses Bestreben an anderen Plätzen und Orten zu seinem Beruf geworden.
Das Pommersche Landesmuseum zeigt nun auf zwei Etagen eine umfangreiche Auswahl von Conrads frühen Greifswalder Arbeiten. Die Präsentation dieser vor fast 30 Jahren entstandenen Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen bringt den Verlust des Stadtraumes sowie das allgemeine gesellschaftliche Klima jener Jahre in Erinnerung. Zur Architekturfotografie gehört hier der aufmerksame Blick auf die damalige gesellschaftliche Realität. Dieser fällt bei der Dokumentaion der Gebäude und Straßenzüge auch auf das alltägliche Leben der Bewohner, auf die noch verbliebene Idylle im Verfall, leere Fensterhöhlen, verblichene Geschäftswerbung und auf politische Propagandaplakate.
Teil der Präsentation ist die Vorführung eines Dokumentarfilmes (20 Minuten, Super 8, Schwarz/Weiß), den der Fotograf 1986/89 über die Greifswalder Stadtzerstörungen drehte.

Die Ausstellung wird am 30.09.2012 durch den Greifswalder Oberbürgermeister eröffnet, Schirmherrin ist die Bundeszentrale für politische Bildung Bonn.

01. Oktober 2012 – 31. Januar 2013, geöffnet Dienstag – Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr (ab Nov. – 17.00 Uhr)
Pommersches Landesmuseum, Rakower Straße 9, 17498 Greifswald, Tel.: 03834 83120
www.pommersches-landesmuseum.de
www.robert-conrad-fotografie.de
www.lumabytes.com
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/23367/mahnmal_fuer_die_wohnmaschinen.html

(Redaktion)


 


 

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