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Insolvenzplanverfahren

Insolvenzplanverfahren der Leiser-Gruppe erfolgreich abgeschlossen

Arndt Geiwitz: „Vertrauen ist zentraler Erfolgsfaktor gerade im neuen Insolvenzrecht“

Nach den Gläubigern hat nun auch das Insolvenzgericht Augsburg dem Insolvenzplan zugestimmt. „Es ist gelungen, rund 900 Arbeitsplätze zu sichern und dabei gleichzeitig eine Institution im deutschen Schuhhandel zu erhalten wie ein Stück weit neu zu erfinden“, sagt Arndt Geiwitz von der Kanzlei Schneider Geiwitz & Partner, Sachwalter des Verfahrens. Gemeinsam mit dem Management der Leiser-Gruppe konnte damit eines der ersten großen Verfahren nach dem neuen Insolvenzrecht erfolgreich abgeschlossen werden.
Durch die intensive Kooperation zwischen Gläubigern, Mitarbeitern, Management, den Kanzleien Hogan Lovells und Kleeberg und dem Sachwalter konnte allen Beteiligten ein Höchstmaß an Transparenz und Sicherheit im Restrukturierungsprozess vermittelt werden. „Das Vertrauen in die Richtigkeit von Informationen und Maßnahmen ist insbesondere in den Verfahren nach dem neuen Insolvenzrecht der alles entscheidende Erfolgsfaktor“, erläutert Geiwitz. Geschäftsführer Steffen Liebich bestätigt dies. Gerade in der ersten Phase sei es lebenswichtig gewesen, Lieferanten wie die Schuhindustrie mit ins Boot zu holen, um für die Kunden einen reibungslosen Betrieb weiter gewährleisten zu können. „Das geht nur mit erfahrenen Leuten, die verstanden werden und einem Konzept ohne Tabus. Denn am Anfang haben Sie nur Papier mit vielen Zahlen in der Hand, für das Sie werben müssen.“ ergänzt Liebich.
Als erste Sanierungsmaßnahmen wurden 34 unprofitable Filialen geschlossen und das Vertriebsnetz auf 133 zukunftsfähige Märkte reduziert. Hinzu kamen deutliche Optimierungen von Strukturen, Prozessen und Sortiment sowie ein modernerer Ladenbau. In Frankfurt/Main wurde in diesen Tagen sogar auf 3.000 Quadratmeter ein Flagship-Store im neuen hellen Ambiente eröffnet. Voraussetzung für alles war eine Bereinigung der Gesellschafterstruktur, um handlungsfähig zu werden. Die Seibel-Gruppe, die bereits Anteile an Leiser hielt, übernahm sämtliche Anteile und ist damit eines von nur zwei Unternehmen der deutschen Schuh-Branche, das die gesamte Wertschöpfungskette – von Produktion bis Vertrieb – in einem Konzern vereint.
Das Leiser-Insolvenzverfahren ist eines der ersten großen und überregionalen Verfahren nach dem neuen Insolvenzrecht, das am 1. März dieses Jahres in Kraft getreten ist. Ziel des „Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“ (ESUG) war es, verschiedene beteiligte Gruppen, insbesondere Gläubiger und das Management des betreffenden Unternehmens unter Begleitung eines selbst vorzuschlagenden Sachwalters stärker in das Verfahren einzubinden. Damit sollte überlebensfähigen Unternehmen bessere Chancen für eine Sanierung gegeben werden, bevor eine tatsächliche Zahlungsunfähigkeit eintritt.
Die Leiser Schuhhof-Gruppe, bestehend aus den Unternehmen Leiser Handelsgesellschaft mbH, Leiser Fabrikations- und Handelsgesellschaft GmbH & Co KG, die Klausner-Bahner-Verwaltungsgesellschaft und die Schuhhof GmbH, hatten am 23. März 2012 das sogenannte „Schutzschirmverfahren“ eingeleitet. Zu Sachwaltern wurden Arndt Geiwitz, Christian Plail und Patrick Wahren von der Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner bestellt. Die Eröffnungen der Verfahren erfolgten am 1. Juni 2012.

(Redaktion)


 


 

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