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Bundesweites Gutachten zu Auswirkungen verschiedener Jagdmunition

"Blei ist für jedes Lebewesen bereits in geringen Konzentrationen gefährlich. Insofern ist es unabdingbar, den Eintrag von Blei in unsere Umwelt so weit wie möglich zu reduzieren.

Um Bleikontaminationen zu verhindern, darf kein Bereich ausgeklammert werden", sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus heute anlässlich des Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen "Einführung eines landesweiten Verwendungsverbotes von bleihaltigen Jagdgeschossen" im Schweriner Landtag. Das gelte auch für die Verwendung bleihaltiger Munition bei der Jagd.

Auf der letzten Agrarministerkonferenz Ende Oktober 2011 in Suhl wurde durch eine gemeinsame Initiative von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein der Beschluss gefasst, die Verwendung bleihaltiger Munition unter allen Aspekten zu beleuchten. Das betrifft neben dem Umwelt- und Verbraucherschutz vor allem auch den Tierschutz und die Jagdsicherheit. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden die Länder unter der Moderation des Bundes ihr weiteres Vorgehen bei einer etwaigen Reglementierung der Verwendung von Jagdmunition miteinander abstimmen.

"Seeadler sterben auch durch das Verdauen von Bleipartikeln aus Aufbrüchen oder Fallwild an Bleivergiftung. Ich sehe mich gemeinsam mit meinen Kollegen aus den benachbarten nördlichen Bundesländern hier in besonderer Verantwortung für die Sicherung unserer Seeadlerpopulation", so Minister Backhaus. Dem Jahresbericht 2011 des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung zufolge wurde bei vier von 22 untersuchten Seeadlern als Todesursache Bleivergiftung festgestellt.

"Als der für Jagd und Tierschutz verantwortliche Minister kann ich es aber andererseits nicht zulassen, dass die Bejagung von 150.000 Stück Schalenwild im Jahr durch eine Geschossart erfolgt, über deren tierschutzgerechte Wirksamkeit noch keine ausreichenden Kenntnisse vorliegen. Und eben diese Erkenntnisse sollen mit einer bundesweit angelegten Untersuchung gewonnen werden, mit deren Ergebnis im nächsten Jahr gerechnet wird. Sollte das Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass eine ausreichende Auswahl bleifreier Geschosse in Tierschutzfragen den bleihaltigen gleichwertig ist, werde ich dafür eintreten, den Ausstieg aus der Verwendung von Bleimunition zu besiegeln", sagte Umweltminister Backhaus.

Hintergrund:

In Mecklenburg-Vorpommern üben mehr als 10.500 Jagdscheininhaber und eine Vielzahl von Jägerinnen und Jägern aus anderen Bundesländern die Jagd aus.

Sie bringen jährlich etwa 150.000 Stück Schalenwild mit insgesamt 2,1 Millionen Kilogramm Wildbret zur Strecke.

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, MV

(Redaktion)


 


 

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