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Konjunkturdelle

Winter sorgt für Konjunkturdelle im Handwerk

Der lange und kalte Winter mit sinkenden Umsätzen drückt auf die Stimmung im regionalen Handwerk. Das ist das Ergebnis der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Schwerin. In Erwartung des kommenden Frühlings blicken die Betriebe aber weiterhin zuversichtlich in die Zukunft.

Mit 15,6 Punkten hat sich der Geschäftsklimaindex gegenüber dem Vorjahr um mehrere Punkte (21,3) verschlechtert. Diese konjunkturelle Eintrübung ist aber größtenteils saisonbedingt zu bewerten, da der Ausblick auf den bevorstehenden Sommer wieder deutlich optimistischer ausfällt.

Bewertung der aktuellen Geschäftslage:
Insgesamt schätzen 79% (Vorjahr: 86%) der befragten Betriebe ihre aktuelle geschäftliche Lage als gut (36%) oder befriedigend (43%) ein. 21% bezeichnen sie als schlecht (Vorjahr: 14%).
Überdurchschnittlich gute Bewertungen finden sich bei den Ausbauhandwerkern, die ihre Lage zu 87% (Vorjahr: 85%) als gut oder befriedigend einschätzen. Im Bauhandwerk hat der Winter hingegen zu deutlich stärkeren Einbußen geführt: Hatten im Vorjahr noch 86% der Betriebe ihre Lage als gut oder zufriedenstellend bezeichnet, sind es jetzt noch 73%.
Der Zuliefererbereich zeigt sich hingegen im Vergleich zum Vorjahr sehr stabil. Hier sind 87% (Vorjahr: 89%) mit ihrer aktuellen Lage mindestens zufrieden. Negativer schätzen die Gesundheitshandwerke, die Nahrungsmittelhandwerke und auch die Kfz-Branche ihre derzeitige Lage ein. So bewertet zum Beispiel kein Bäcker und Fleischer seine aktuelle Geschäftslage als gut und der Anteil der Bewertungen als schlecht liegt in dieser Gruppe bei 31%. Hier wirken sich maßgeblich der harte Preiskampf mit den Discountern sowie hohe Rohstoff- und Energiepreise aus.

Umsatzentwicklung:
Mehr Betriebe als im Vorjahr, insgesamt 46%, verzeichnen im Frühjahr im Vergleich zum Vorquartal Umsatzeinbußen (Vorjahr: 43%.) Überdurchschnittlich zeigt sich dies in den Bau- und Ausbaugewerken: 57% der Baubetriebe (Vorjahr: 45%) und 40% der Ausbaubetriebe (Vorjahr: 29%) beklagen Umsatzeinbußen aufgrund des langen und kalten Winters.

Beschäftigungssituation:
Die Beschäftigungssituation im Handwerk bleibt weiterhin sehr stabil. Mit 79% geben mehr Betriebe als im Vorjahr (76%) an, dass die Belegschaftszahlen gleich geblieben sind, nur noch 11% melden einen Rückgang (Vorjahr: 16%). Personalrückgang über dem Durchschnitt ist mit 23% lediglich im Nahrungsmittelhandwerk zu verzeichnen. Über dem Durchschnitt bei den Neueinstellungen liegt die Kfz-Branche. Im Vergleich zum Vorjahr (6%) melden jetzt 22% der Betriebe eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl.

Preisentwicklung:
Über gestiegene Preise zum Beispiel für Energie, Material oder Rohstoffe klagen nach wie vor 60% (Vorjahr: 68%). Über günstigere Einkaufspreise können lediglich 4% aller befragten Betriebe berichten. Weit über dem Durchschnitt klagen die Ausbauhandwerke über Preissteigerungen im Einkauf (71%; Vorjahr: 74%), gefolgt von den Nahrungsmittelhandwerken mit 69% (Vorjahr: 94%).
Bei den Verkaufspreisen hat sich gegenüber dem Vorjahr wenig verändert. Etwa ein Fünftel der Betriebe gibt im Frühjahr an, die Verkaufspreise nach oben angepasst zu haben (Vorjahr: 25%).

Investitionsklima:
Das Investitionsverhalten in den letzten drei Monaten zeigt deutlich weniger Bewegung als im Vorjahr. Nur noch 8% der Betriebe geben an, mehr investiert zu haben (Vorjahr: 20%). Über gesunkene Investitionen berichten hingegen 43% (Vorjahr: 30%). Überdurchschnittlich gesunken sind die Investitionen in den Bau- (58%) und Ausbaubetrieben (53%).

Blick in die Zukunft:
Welche Erwartungen gibt es für das kommende Quartal? Mit 11% hat sich der Anteil derer, die eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage erwarten, im Vergleich zum Vorjahr (10%) kaum erhöht. Eine gute oder befriedigende Geschäftslage erwarten insgesamt 89% aller befragten Betriebe (Vorjahr: 90%). Nahezu alle Handwerkszweige schätzen das bevorstehende Quartal größtenteils positiv ein. Überdurchschnittlich optimistisch in Bezug auf eine gute oder befriedigende Geschäftsentwicklung zeigen sich vor allem die Bau- und Ausbaugewerke (89% bzw. 91%) sowie das Kfz-Handwerk (96%). Etwas unter dem Schnitt bleiben die Gesundheits- und die Nahrungsmittelhandwerke (80% bzw. 84%).

Bewertung:
Die Konjunktureintrübung im Frühjahr ist maßgeblich eine Folge des Winters, der vor allem im Bausektor und zum Teil auch bei den Ausbaugewerken für Umsatzeinbußen gesorgt hat. „Da viele Betriebe mit Zuversicht auf den bevorstehenden Frühling schauen, können wir die aktuellen Ergebnisse als hauptsächlich saisonal bedingt deuten“, sagt Kammerhauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim. Von der Politik fordert er im Vorfeld der Bundestagswahl, den Betrieben keine weiteren Belastungen zuzumuten. „Das heißt: Keine Steuererhöhungen, keine weiter steigenden Energiepreise oder unangemessen hohe Tarifabschlüsse“, so Hummelsheim.

Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Schwerin

(346 Betriebe aus dem ganzen Kammerbezirk haben sich an der Umfrage beteiligt, die im März 2013 schriftlich durchgeführt wurde)

(Redaktion)


 


 

Vorjahr
Handwerk
Lage
Winter
Ausbaugewerken
Geschäftsklimaindex
Nahrungsmittelhandwerk
Vergleich
Ausbaubetriebe Vorjahr
Durchschnitt
Frühjahr
Belastungen
Investitionsverhalten
Einkaufspreise
Bewegung

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