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Backhaus redet gegen Landgrabbing in Lateinamerika und fördert es hierzulande

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt die Spendenaktion „Brot für die Welt“ der Evangelischen Kirche zugunsten von Kleinbauern in Lateinamerika und Afrika, deren Existenzgrundlage unter anderem durch den Landraub großer Konzerne („Landgrabbing“) bedroht ist. Gleichzeitig kritisiert ....

...die Bauernorganisation die Aussagen des in diese Aktion einbezogenen Agrarministers von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, als „unglaubwürdig und eklatant widersprüchlich“. Backhaus hatte in einer Presseerklärung verlautbaren lassen: „Den Bauern in Lateinamerika wird das fruchtbare Land weggenommen, damit dort große Konzerne Soja anbauen, das dann als Futtermittel nach Nordamerika oder Europa verkauft und vielleicht zur Mast eingesetzt wird...“Diesen Worten von Backhaus steht nach Einschätzung der AbL dessen Politik konträr gegenüber. Backhaus fördere Agrarfabriken wie die in Alt Tellin und grenze in seiner Bodenpolitik bäuerliche Betriebe zugunsten agrarindustrieller Großbetriebe aus.

Backhaus habe, so die AbL, nichts gegen die Soja-Importe aus Südamerika getan, sondern stattdessen deren Bau großer agrarindustrieller Schweine- und Geflügel-Agrarfabriken im Land unterstützt, die von Sojaimporten abhängig seien und damit Überschüsse erzeugten, die hierzulande und und in den Zielländern der Fleisch-Exporte viele bäuerliche Existenzen zerstörten. „Landgrabbing“, so der Rukietener Bauer Jörg Gerke als AbL-Sprecher für Ostdeutschland, „findet auch hierzulande statt - gefördert durch Politiker wie Backhaus, die mit ihrer Bodenpolitik der öffentlichen BVVG- und Landesflächen agrarindustrielle Großbetriebe fördern und Bauern ausgrenzen.“

 Gerke verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Aufkauf dieser so geförderten Großbetriebe für außerlandwirtschaftliche Investoren hochinteressant sei – besonders in Mecklenburg- Vorpommern und Brandenburg sei dieses neue „Landgrabbing“ in volllem Gange. Bei einer breiten Eigentumsstreuung der landwirtschaftlichen Flächen an viele Bauern würde dieses  „Landgrabbing“ in Ostdeutschland keine Bedeutung bekommen.

 Gerke warf die Frage auf, ob die Verantwortlichen in der evangelischen Kirche den Minister Backhaus nur aus Unwissenheit in diese Aktion eingebunden hätten. Es gebe bedauerlicherweise deutliche Parallelen auch in der Bodenpolitik der Kirche selbst: Nach einer repräsentativen Umfrage von 2008 verpachte die evangelische Landeskirche Mecklenburg ihre ca. 22.000 ha an Betriebe mit einer mittleren Größe von 838 ha. Dabei orientierten sich die Kirchgemeinden laut der Umfrage am Pachtniveau der BVVG. Auch diese Bodenpolitik bedeute eine Stützung der agrarindustriellen Großbetriebe und eine Ausgrenzung von Bauern. Deshalb hätten kürzlich Bauern bei der Synode der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands 10 Thesen zur kirchlichen Bodenpolitik an das Tor der Erfurter Michaeliskirche geschlagen, um ihre Kritik an der Verpachtung der Kirchenflächen öffentlich zu machen.

(Redaktion)


 


 

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