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Medikamentenforschung

Über drei Millionen Euro für innovative Medikamentenforschung in Greifswald

Wissenschaftler der Universität Greifswald haben drei Millionen Euro vom Bund für ein Forschungsprojekt eingeworben.

Mit diesen Mitteln wird im neuen interdisziplinären Forschungsbau C_DAT eine Stiftungsprofessur Klinische Pharmakologie von Transporterproteinen ausgestattet, die von sechs Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern finanziert wird. Zu den Wirtschaftspartnern gehören die RIEMSER Arzneimittel AG (Greifswald), die B.M.P. Production GmbH (Parchim), die PRIMACYT Cell Culture Technology GmbH (Schwerin), die Gestüt Lewitz / P. Schockemöhle Pferdehaltung GmbH (Neustadt-Glewe), die Physiolution GmbH (Greifswald), die RoweMed AG (Parchim) sowie die Bionas GmbH (Rostock).

Mit dem Vorhaben COM_DAT (Compartmental Drug Absorption and Transport) sollen grundlegende Fragen des Antransports von Arzneistoffen zu den Orten ihrer Wirkung bei Menschen und Tieren beantwortet werden. COM_DAT baut auf einem bereits laufenden Projekt der BMBF-Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ InnoProfile in Greifswald auf.

Das neue Forschungsvorhaben in Kooperation mit klein- und mittelständischen Unternehmen des Landes basiert auf den Erkenntnissen und Erfahrungen des InnoProfile-Projektes „Wirkstofftransport-basierte Konzepte und Drug-Delivery-Technologien zur Optimierung der klinischen Anwendung von Arzneimitteln“, das bereits seit 2007 an der Universität Greifswald läuft.

Bisher konnten intelligente Darreichungsformen (z.B. Tabletten) entwickelt werden, die gezielt Arzneistoffe in von Therapeuten gewünschte Bereiche im Dünn- und Dickdarm bringen. Außerdem entwickelten die Forscher In-vitro-Zellmodelle (in vitro - im Reagenzglas) für nahezu alle beim Menschen nachgewiesenen, klinisch relevanten Arzneistofftransporter und deren genetische Varianten sowie eine massenspektrometrische Methode, mit der man diese Transporter auch beim Menschen messen kann.

„Von Beginn an profitierten regionale Unternehmen im Life-Science-Bereich indirekt von den Vorteilen einer engen wissenschaftlichen Kooperation mit Pharmakologen und Pharmazeuten im C_DAT, die sie ermutigte, die Kosten für eine Stiftungsprofessur zu übernehmen. Mit deren Hilfe wollen wir unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse für die praktische Anwendung aufbereiten, sie sozusagen in die regionale Wirtschaft transferieren. So erwartet beispielsweise PRIMACYT, dass unsere Zellmodelle zur wirtschaftlichen Verwertung angepasst werden. Mit unseren Darreichungsformen könnten Produkte von RIEMSER noch effektiver die von Krankheit betroffenen Körperregionen erreichen. Die Tierärzte im Gestüt in Neustadt-Glewe sind auch sehr daran interessiert, notwendige Medikamente auch bei Fohlen noch zielgerichteter zum Einsatz bringen zu können. RoweMed stellt Technologien bereit, um eine Methode zur Messung regionaler Arzneistoffkonzentrationen im menschlichen Darm zu entwickeln. Wir beobachten als erfreulichen Nebeneffekt unserer Innoprofile-Kooperation, dass sich die regionalen Unternehmen auch zunehmend enger miteinander vernetzen.“ Das erklärt Prof. Werner Siegmund.→

„Für uns als international vernetztes Pharmaunternehmen aus der Region ist es ein besonderes Anliegen, die exzellente Forschung und Wissenschaft vor Ort sowie hochqualifizierte Fachkräfte zu unterstützen“, sagt Dr. Michael Mehler, Vorstandsvorsitzender der RIEMSER Arzneimittel AG.

Insgesamt wurden mehr als drei Millionen Euro für eine Juniorprofessur, fünf Wissenschaftlerstellen, Investitionen und Sachmittel, Kongressreisen oder für Weiterbildung für fünf Jahre eingeworben. Zusammen mit EU-Geldern und weiteren Industriemitteln stehen damit bereits im ersten Jahr nach Inbetriebnahme des C_DAT Mittel für Forschungsprojekte zur Verfügung, die in der Höhe etwa einem Viertel der Kosten für den Forschungsbau entsprechen.

(Redaktion)


 


 

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