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MIMAS

Forschungsprojekt MIMAS belegt Platz Drei beim Norddeutschen Wissenschaftspreis

Heute (29. November 2012) wurden die Gewinner in Hamburg ausgezeichnet. Den Forschern im Projekt „Mikrobielle Interaktionen in marinen Systemen“ (MIMAS) gelang es, komplexe mikrobielle Gemeinschaften und ihre Funktion in einer bisher einzigartigen Auflösung zu bestimmen.

Die Preisjury würdigte die Zusammenarbeit in allen Forschungsverbünden, die in die letzte Wettbewerbsendrunde kamen. „Alle drei Forschungsverbünde zeichnen sich durch wissenschaftliche Exzellenz, ein großes Maß an Interdisziplinarität und einen hohen Kooperationsgrad zwischen Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und Unternehmen aus“, sagte Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt anlässlich der feierlichen Preisverleihung im Hamburger Rathaus.
Zum dem von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) koordinierten Verbund gehören Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie Bremen, der Jacobs Universität Bremen, der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg (Niedersachsen), des Instituts für Marine Biotechnologie Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern), der zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung gehörenden Biologischen Anstalt Helgoland (Schleswig-Holstein) und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (Schleswig-Holstein) an. Eingebunden waren auch die Unternehmen DECODON aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) sowie Ribocon aus Bremen.

Der Forschungsverbund wurde 2007 von Professor Rudolf Amann vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und Professor Thomas Schweder von der Universität Greifswald ins Leben gerufen. Ihr Ziel war, Kompetenzen in der norddeutschen Forschungslandschaft zu bündeln, um neue molekulare Methoden in der marinen Ökosystemforschung dauerhaft zu verankern und so international wettbewerbsfähig zu sein. Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 2,3 Millionen Euro gefördert.

Durch den Verbund konnten Biobanken für Modellstandorte in der Nord- bzw. Ostsee aufgebaut werden. Diese bildeten die Basis für die mikrobiologischen Analysen. Bioinformatiker entwickelten eine Plattform für umfangreiche Metagenomdatenanalysen. Anfang 2009 gelang dann ein technischer Durchbruch bei der Analyse komplexer Proteingemische aus marinen Umweltproben (Metaproteomik). Dieser Ansatz erlaubte den Forschern, die Aktivität von Mikroorganismen an ihrem natürlichen Standort im Meer direkt zu bestimmen.
Dadurch konnte erstmals nachgewiesen werden, dass die nach einer Algenblüte in den Meeren frei werdende Biomasse von unterschiedlichen hoch spezialisierten Bakterien in einer engen zeitlichen Abfolge nach und nach abgebaut wird. Weiterhin konnten mikrobielle Gemeinschaften und deren Funktion in den Sauerstoffminimumszonen der Ostsee nachgewiesen werden.

Professor Thomas Schweder, der Koordinator des Verbundes, sagt dazu: „Es ist uns gelungen, einen international bis dato einmaligen Verbund mit Expertisen auf verschiedensten Forschungsgebieten wie der Ökologie, der Mikrobiologie, der Genomik, der Proteomik, der Bioinformatik und der Umweltanalytik aufzubauen. Damit sind wir nun in der Lage, die mehrheitlich unbekannten Mikroorganismen und ihre Funktion in marinen Ökosystemen genauer zu erforschen.“

„Mit dieser Initiative wird die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen gefördert und wir wissen, dass wir mit unserem Ansatz auf dem richtigen Weg sind. Ich denke, ohne Kooperation ist exzellente Forschung heutzutage und in Zukunft nicht möglich“, so Professor Rudolf Amann vom Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie Bremen.

Informationen zum Norddeutschen Wissenschaftspreis
Forschungsverbund MIMAS

Beteiligte Einrichtungen

1. Universitäre Einrichtungen
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Mecklenburg-Vorpommern
Prof. Dr. Thomas Schweder, Prof. Dr. Michael Hecker, PD Dr. Dörte Becher
Jacobs Universität Bremen Prof. Frank Oliver Glöckner
Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg Niedersachsen, Dr. Thorsten Dittmar, Dr. Jutta Niggemann

2. Nichtuniversitäre Einrichtungen
Institut für Marine Biotechnologie Greifswald Mecklenburg-Vorpommern
Prof. Dr. Thomas Schweder, PD Dr. Dörte Becher, Dr. Jörg Bernhardt
Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen
Prof. Rudolf Amann, PD Dr. Bernhard Fuchs, Dr. Hanno Teeling
Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Mecklenburg-Vorpommern
Prof. Dr. Klaus Jürgens, PD Dr. Matthias Labrenz
Biologische Anstalt Helgoland, Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung, Schleswig-Holstein
Prof. Karen Wiltshire, Dr. Gunnar Gerts, Dr. Antje Wichels
Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG), Schleswig-Holstein
Dr. Ulrich Callies, Dr. Frank-Detlef Bockelmann

3. Unternehmen
DECODON Greifswald Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Matthias Berth
Ribocon Bremen, Dr. Jörg Peplies

(Redaktion)


 


 

Greifswald Mecklenburg-Vorpommern
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Jörg BernhardtMax-Planck-Institut
Marine Mikrobiologie
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Professor Thomas Schweder
BremenForschungsverbund
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Professor Rudolf Amann

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