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Moorschutz

Dr. Backhaus: Moorschutz ist auch Klima- und Naturschutz

Weltweit nehmen Moore nur 3% (4 Mio. km2) der Landfläche ein, speichern aber rund 500 Gigatonnen Kohlenstoff in ihren Torfen. „Das ist doppelt so viel wie die Biomasse aller Wälder“, erläuterte Umweltminister Dr. Till Backhaus am Montag auf einer Fachtagung ....

...des Bundesverbandes der Flächenagenturen in Stralsund zum Thema „Moor und Mee(h)r“. In Mecklenburg-Vorpommern sind etwa 300.000 ha (ca. 12% der Landesfläche) Moorstandorte. Sie enthalten etwa 450 Mio. Tonnen Kohlenstoff. Damit sei klar, so der Minister weiter: „Wer in Mecklenburg-Vorpommern über Moorschutz spricht, spricht auch über Klimaschutz.“
Bereits das erste Klimaschutzkonzept des Landes betonte 1997 die Bedeutung des Moorschutzes in M-V. 2009 wurde erstmals eine Verbindung zwischen Moor- und Klimaschutz und dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt hergestellt. Nach dem TreibhausGasEmissionsStandortTypen-Ansatz (GEST) der Universität Greifswald ergibt sich für die Moore Mecklenburg-Vorpommerns eine Emission von über 6 Mio. Tonnen Kohlendioxidäquivalenten pro Jahr. Er zeigt aber auch, dass Wiedervernässungen zu Emissionsminderungen von 5 bis über 30 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr und Hektar führen können. Jüngere Untersuchungen gehen sogar von 15 bis 50 Tonnen aus.
„Insgesamt wurden in der jetzigen Förderperiode 26 Projekte des Moorschutzes gefördert“, so der Umweltminister, „wobei insgesamt 21,2 Mio. Euro Fördermittel zur Verfügung stehen.“ Die in den vergangenen Jahren bereits vorgenommenen Wiedervernässungen in M-V führen zu Emissionsminderungen von etwa 30.000 Tonnen CO-Äquivalenten pro Jahr. Dr. Backhaus: „Wenn man in Betracht zieht, dass jeder Deutsche im Durchschnitt 11 Tonnen CO2 im Jahr produziert, wäre das der durchschnittliche Jahresaustausch von knapp 3.000 Menschen in Deutschland.
„Dieser Ansatz stellt auch das Herzstück unserer MoorFutures-Zertifikate dar, die auf Moorwiedervernässung basieren und bislang weltweit einmalig sind“, warb der Minister. „Dabei werden für einen konkreten Standort über eine bestimmte Projektlaufzeit Einsparmengen berechnet, die unter der Marke ‚MoorFutures – Ihre Investition in Klimaschutz‘ auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt angeboten werden. Potentielle Investoren sind Unternehmen oder auch Privatpersonen, die auf freiwilliger Basis ihre Treibhausgasbilanz verbessern möchten.“ Die beiden ersten Standorte, Polder Kieve in Mecklenburg-Vorpommern und Rehwiese in Brandenburg, wurden bereits in 2012 wiedervernässt. Die Projektlaufzeit beträgt 50 Jahre. Für den Polder Kieve beträgt die Emissionsminderung über 14.000 Tonnen, für die Rehwiese über 6.000 Tonnen.
„In Mecklenburg-Vorpommern konnten wir in den zurückliegenden zwei Jahren über den Verkauf von mehr als 8.300 MoorFutures immerhin fast 300.000 € für den Moorschutz einnehmen“, so Dr. Backhaus, „und durch die Schaffung intakter Moore zahlreiche weitere Ökosystemleistungen erbringen.“ Moore tragen durch ihr Schadstoffrückhaltepotential zur Verbesserung der Wasserqualität bei, stabilisieren das regionale Klima und können wichtige Bausteine im Hochwasserschutz darstellen. Nicht zuletzt sind sie wichtige Lebensräume für seltene Arten.
„So betrachtet, können der Moorschutz allgemein und die MoorFutures konkret ein für Flächenagenturen interessantes Instrument sein“, erklärt der Minister. Deren wichtigste Aufgabe ist die Entwicklung regionaler Flächenpools und die Vermittlung von Flächen und Maßnahmen an Vorhabenträger. Wo Natur und Landschaft durch neue Anlagen, Siedlungen oder Verkehrsflächen beeinträchtigt werden, muss ein ökologisches Gegengewicht geschaffen werden.

(Redaktion)


 


 

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