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Medikamenten-Cocktail mit unerwünschter Wirkung

Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern nehmen ältere Menschen durchschnittlich bis zu sechs verschiedene Medikamente pro Tag ein. Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen.


Das bestätigt auch Arzneimittelreferentin Juliane Rothe von der TK: "Mit der Anzahl der eingenommenen Medikamente steigen nicht nur die Nebenwirkungen, sondern es treten auch unerwünschte Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten auf." Sie rät „nur so viel wie nötig und so wenige wie möglich“ einzunehmen.

Nach Schätzungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es jedes Jahr bis zu 300.000 Krankenhausaufnahmen wegen Wechsel- und Nebenwirkungen. Dabei handelt es sich zunehmend um ältere sowie chronisch Kranke. Besonders die neuen Bundesländer sind betroffen, weil hier der Anteil der über 60-jährigen höher ist als im Bundesdurchschnitt. Nimmt ein Patient mehr als fünf verordnete Arzneimittel, spricht man von Polypharmazie. Polypharmazie ist kein neues Phänomen, so die TK. Grundsätzlich ist aber angesichts der steigenden Arzneimittelverordnungen und bedingt durch den demografischen Wandel davon auszugehen, dass sich diese Problematik verschärfen wird.

Zudem besteht kein Überblick über die Einnahme von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten. Besonders beliebt sind Schlaf- und Beruhigungsmittel. So verstärkt zum Beispiel Johanniskraut im Körper die Bildung bestimmter Enzyme. "Werden diese vermehrt gebildet, so bauen sie die Medikamente mitunter so stark ab, dass die Wirkung ausbleibt", so die Arzneimittelexpertin.

Ein Rezept für mehr Therapiesicherheit bietet die TK mit der Versicherteninformation Arzneimittel (TK-ViA). Ähnlich wie bei einem Kontoauszug listet TK-ViA sämtliche zu Lasten der TK verordneten Medikamente der letzten zwei Jahre auf. In diesen Arzneimittelauszug wurde auch die sogenannte Priscus-Liste integriert. Das sind Arzneimittelwirkstoffe, die für Senioren nur eingeschränkt zu empfehlen sind.

Ziel der TK ist es, die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten sicherer zu machen. Die Kasse will informieren, nicht verunsichern. Patienten können mit dieser Information auf ihren Arzt zugehen und mit ihm mögliche Alternativen besprechen.

(Redaktion)


 


 

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