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Nordmetall-Konjunkturumfrage

Metall- und Elektroindustrie gut ausgelastet

1.600 neue Jobs in Planung.....

Die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie zeigt sich in diesem Frühjahr zufrieden mit der wirtschaftlichen Lage, ist aber verhaltener als im Herbst 2011. Das geht aus der neuen Konjunkturumfrage des Arbeitgeberverbands Nordmetall hervor. Vier von fünf Unternehmen melden gute oder befriedigende Geschäfte. Allerdings haben sich die Gewichte verschoben: Seit der letzten Umfrage im vergangenen Oktober änderten 22 Prozent der befragten Unternehmen ihre Lageeinschätzung von „gut“ auf „befriedigend“. „Mit den Begriffen des Wetterberichts gesprochen können wir sagen: Noch sehen wir mehr Sonne als Wolken“, sagte Nordmetall-Vorstand Thomas Lambusch. Denn nur 12 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten ihre Lage als unbefriedigend, weniger als 1 Prozent meldeten schlechte Geschäfte. Die Auslastung der Unternehmen ist mit 88,9 Prozent nochmals um 0,3 Prozent gestiegen und bleibt damit seit einem Jahr stabil über dem Durchschnitt. Analog dazu beschreiben 86 Prozent ihren Auftragsbestand als „ausreichend“ oder „hoch“. 27 Prozent der Unternehmen kündigten sogar an, ihr Personal aufzustocken. „Das ist der höchste Wert seit vier Jahren“, betonte Lambusch. Die befragten Unternehmen würden in Summe fast 1.600 zusätzliche Arbeitsplätze planen – darin enthalten sind allerdings schon 1.000 Jobs, die Airbus für seine deutschen Standorte gemeldet hat. Befragt nach den Aussichten für die nächsten Monate, erwarten drei Viertel aller Unternehmen keine Veränderungen gegenüber der derzeitigen Geschäftslage. Fast 27 Prozent gehen sogar von steigenden Auftragseingängen aus. „Die Umfrageergebnisse insgesamt bestätigen uns in der Einschätzung, dass die kürzlich vereinbarte Tariferhöhung für unsere Industrie noch verkraftbar ist“, so Nordmetall-Vorstand Lambusch, der die am 23. Mai beendete Tarifrunde erstmals als Verhandlungsführer der Arbeitgeber bestritt. Der neue Tarifvertrag sieht eine Entgelterhöhung von 4,3 Prozent vor. Die kostenwirksame Belastung der Betriebe für das Jahr 2012 liegt bei etwa 3,4 Prozent, weil die Erhöhung erst ab Mai wirksam wird. „Allerdings werden die parallel von IG Metall und Zeitarbeitgebern verhandelten Branchenzuschläge sowie die Entwicklung der Energiepreise für betroffene Unternehmen zu erheblichen Kostensteigerungen führen“, sagte Lambusch. Diese könnten eigentlich nur über Preissteigerungen abgefedert werden, die jedoch im Exportgeschäft derzeit kaum möglich seien. Lambusch zufolge zeige die Nordmetall-Umfrage, dass die M+E-Industrie gerade mit ihrem anhaltenden Beschäftigungsaufbau das Herz der norddeutschen Wirtschaft bleibe. „Dabei dürfen wir drei Dinge nicht vergessen: Die Schulden- und Eurokrise bleibt ein Schock-Risiko, der Schiffbau bleibt ein Sorgenkind und die Energiewende droht ein Sorgenkind zu werden.“ Nordmetall fragt seine Mitgliedsunternehmen halbjährlich nach ihrer aktuellen Geschäftslage und den Zukunftserwartungen. Von den 250 Unternehmen beteiligten sich in diesem Frühjahr 109 an der Umfrage. Sie repräsentieren gut 64.200 Mitarbeiter (davon 3.100 Auszubildende) und damit 58 Prozent aller Beschäftigten in den Mitgliedsunternehmen. Nordmetall ist zuständig für Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, das Land Bremen und das nordwestliche Niedersachsen.

(Redaktion)


 


 

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