Sie sind hier: Startseite Mecklenb.-Vorpommern Aktuell News
Weitere Artikel
Initiative

Arbeitsgemeinschaften in Jobcentern fortsetzen

Die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern sprach sich für eine Fortsetzung der engen Zusammenarbeit der Agenturen für Arbeit aus.

Die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern sprach sich am 15.09.2011 während ihrer Vorstandssitzung in Schwerin für eine Fortsetzung der engen Zusammenarbeit der Agenturen für Arbeit mit den neuen Landkreisstrukturen aus. Vor den anstehenden Entscheidungen in den Landkreisen Südvorpommern, Nordvorpommern und Südwestmecklenburg empfehlen die Arbeitgeberverbände, die gemeinsame Betreuung der erwerbslosen Hilfebedürftigen durch die Agenturen und die Kommunen fortzusetzen.

„Wenn es richtig ist, dass die Hauptherausforderung der Zukunft in der Sicherung des Fachkräftebedarfs liegt, dann muss die Antwort einer Region in der Stärkung von Gemeinsamkeiten liegen, im Zusammenlegen von Ressourcen und der Intensivierung der Kooperation. Die Auflösung über Jahre erarbeiteter und erfolgreicher Strukturen, die Etablierung von Parallelsystemen kann nicht die Antwort sein“, schätzt Hans-Günter Trepte, Geschäftsführer für Berufsbildung und Arbeitsmarkt bei der Vereinigung der Unternehmensverbände, ein.

Nach Ansicht der Wirtschaft würden Parallelsysteme entstehen, wenn sich die neu strukturierten Kreise für das Optionsmodell entscheiden würden. Die Arbeitsagenturen könnten dann nur über einen deutlich verkleinerten Arbeitgeberservice (AGS) mit den Betrieben zusammenarbeiten und Arbeitnehmer innen aus dem Rechtskreis SGB III vermitteln können. Die Landkreise mit ihren AGS würden sich ihrerseits nur um die Integration von Hartz IV-Empfängern kümmern können. 

„Noch auffälliger würde die ‚Zwei-Klassen-Gesellschaft’ bei der Ausbildungsstellenvermittlung erlebbar. Kinder erwerbsfähiger Hilfebedürftiger würden durch den Landkreis betreut werden, alle anderen Kinder und Jugendlichen durch die Agentur. Bereitet die Demografie schon genug Probleme, würde es durch die strikte Trennung der beiden Rechtskreise zu noch kleinteiligeren Losgrößen kommen“, befürchtet Trepte.

Die Arbeitgeber schätzen ein, dass die Betreuung sogenannter Aufstocker und anderer Übergangsformen zwischen SGB III und II im Optionsfall auch zu einem deutlich höheren Bürokratieaufwand führen würde. Unter anderem müssten Daten völlig neu aufgenommen werden, da Optionskommunen nicht die EDV-Systeme der Bundesagentur für Arbeit nutzten.

Darüber hinaus würden die Landkreise als Optionskommunen durch die Übernahme von mindesten 80 Prozent der in den ArGen beschäftigen Mitarbeiter ein erhebliches finanzielles Risiko eingehen. Wenn sich der Arbeitsmarkt, wie schon jetzt absehbar, weiterentwickle, könnten diese Mitarbeiter nicht mehr aus einem Betreuungsschlüssel heraus finanziert, sondern müssten aus dem normalen Kreishaushalt bezahlt werden.

Insgesamt halten die Arbeitgeber die Optionsmodelle für rückschrittliche „Insellösungen“.

Als beispielhaft bezeichnete Trepte dagegen die Entscheidungen der Hansestadt Wismar und des Landkreis Nordwestmecklenburg im letzten Jahr.

„Diese Kommunen bekannten sich bereits vor der Gebietsreform nicht nur zur weiteren Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, sondern sie dachten auch gemeinsam darüber nach, wie man statt ‚Kirchturmpolitik’ eine Stadt- und Landkreisgrenzen übergreifende Arbeitsmarktpolitik entwickeln kann“, merkte Hans-Günter Trepte abschließend an.

Die VUMV ist die Dachorganisation von 27 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

(Redaktion)


 


 

Bundesvereinigung
Agentur
Optionsfall
Landkreise
Unternehmensverbände
Arbeitsmarkt
Zusammenarbeit
Mecklenburg-Vorpommern

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Arbeit" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: