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Politikverdrossen

Jugendliche haben kein Interesse an Nachrichten

Für ihr Buch "Millenials, News and Social Media" hat Paula Poindexter von der University of Texas das Verhalten Heranwachsender unserer Zeit untersucht. Das Ergebnis: Die heutige Jugend hat kein Interesse an Nachrichten, ist nicht über aktuelle Ereignisse informiert und verliert immer mehr das Vertrauen in die Medien, hinter deren Berichterstattung nur noch "Müll und Lügen" vermutet wird.

"In Zukunft könnten Nachrichten obsolet sein. Wir dürfen das Problem nicht weiter ignorieren. Die älteren Generationen sterben aus. Wer soll die Vorbildfunktion für die Jugendlichen übernehmen und sie dazu bewegen, sich zu informieren?", fragt sich die Paula Poindexter, die über den Vertrauensverlust in den Medien besorgt ist.

Poindexter hat einige Faktoren gefunden, die zu dieser Entwicklung geführt haben. Die meisten Jugendlichen sind mit der Berichterstattung über ihre Altersgruppe nicht zufrieden. Außerdem sind sie der Meinung, dass es nicht wichtig ist, über aktuelle Ereignisse informiert zu sein. Die Forscherin ist überzeugt, dass Nachrichten im Leben der jungen Menschen keine Relevanz haben.

"Die Nachrichtensender, Medienschulen und alle Beteiligten, die eine informierte Gesellschaft haben wollen, müssen sich an einer Lösung beteiligen. Es steht uns eine Generation von medialen Analphabeten bevor", warnt Poindexter.

Die Publizistik-Professorin hat sich jetzt dazu entschlossen gegen den Trend anzukämpfen und hat eine Facebook-Seite eingerichtet, auf der sie aktuelle Nachrichten über die junge Generation veröffentlicht. Außerdem will sie bei ihren Vorlesungen auf das Thema hinweisen und ihre Studenten dazu ermutigen, sich auf diesem Themengebiet zu engagieren.

Vertrauen in Medien im Sinkflug

US-Medien leiden seit langem unter einem starken Vertrauensverlust. Das zweite Mal in den vergangenen zehn Jahren ist der Glaubwürdigkeits-Wert von großen Medienhäusern stark gesunken. In Deutschland hingegen konnten sich zumindest Qualitätsblätter behaupten und werden als "vertrauenswürdige Informationsquelle" angesehen.

Viele Experten sind der Meinung, dass der Qualitätsverlust bei Medien für das geringe Vertrauen verantwortlich ist. Fred Turnheim, Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs beobachtet, dass sich Medienhäuser immer öfter für die billigere Arbeitskraft entscheiden, anstatt auf Qualität zu setzten.

"Es gibt zu wenig Spezialisten und Journalisten mit einer richtigen akademischen Ausbildung. Den Verlust des Vertrauens hat sich die Branche selbst zuzuschreiben", so Turnheim.

(Redaktion)


 


 

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