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Promi-Nacktfoto-Skandal

Wie Betroffene sich gegen die Veröffentlichung intimer Bilder wehren können

Derzeit sorgt die Meldung um geklaute Promi Nacktfotos für Aufsehen im Netz. Hacker sollen über den Apple Speicherdienst iCloud Zugriff auf die Bilder zahlreicher Prominenter erlangt und diese ins Internet gestellt haben. Betroffen von dem Hacker Angriff sollen unter anderem die Schauspielerin Jennifer Lawrence, Kirsten Dunst und die Sängerin Rihanna sein. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Für die Betroffenen sind die Konsequenzen schwerwiegend und viele fragen sich, wie man sich am besten vor der Veröffentlichung solcher intimer Bilder schützen kann.

Der Schutz beginnt vor der Anfertigung intimer Bilder

Der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke rät allen Personen sich bereits vor der Anfertigung intimer Bilder Gedanken zu machen: „Heutzutage häufen sich derartige Hacker Angriffe. Eine hundertprozentige Sicherheit besteht bei der Speicherung digitaler Dateien nie. Umso wichtiger ist es sich vor dem Knipsen intimer Bilder einige Fragen zu stellen“.

Wer intime Bilder von sich anfertigen möchte, sollte sich zunächst überlegen, ob diese Bilder zwingend digital gespeichert werden müssen. Der beste Schutz vor solchen Angriffen ist die Nutzung eines analogen Fotoapparats. Wer die Bilder mit dem Smartphone anfertigt, kann nie sicher sein, dass die Bilder nicht auf irgendeinem Weg doch in die Hände Dritter gelangen. „Insbesondere wer iCloud oder andere Cloud-Dienste auf seinem Handy nutzt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass alle angefertigten Bilder automatisch im Netz hochgeladen und gespeichert werden”, warnt Christian Solmecke.

In einem zweiten Schritt, sollten sich die Abgebildeten genau überlegen, wem sie die Bilder anschließend überlassen. Häufig sind die angefertigten intimen Bilder für den Partner bestimmt. Christian Solmecke kann aus zahlreichen Fällen aus seiner Kanzlei berichten: „ Viele Mandanten kontaktieren uns, weil der Partner nach einer Trennung intime Bilder aus Rache ins Netz stellt. Das Oberlandgericht Koblenz hat zwar erst kürzlich entschieden, dass erotische Bilder nach einem Beziehungsaus zu löschen sind (Urt. v. Urteil vom 20. Mai 2014, Az. 3 U 1288/13), eine Garantie dafür besteht jedoch nicht. Zudem handelt es sich hier um eine Einzelfallentscheidung. Daher sollten derartige Bilder besser nicht in digitaler Form geteilt werden“.

Nach der Veröffentlichung können Betroffene zahlreiche Löschanträge stellen

Sind die Bilder bereits veröffentlicht worden, können sich die Betroffenen natürlich dagegen wehren. Nicht selten wird sich der Versuch die Bilder aus dem Netz zu nehmen jedoch als Sisyphusarbeit herausstellen, da die Bilder immer wieder in Sekundenschnelle weitergeteilt werden können. Sofern der Täter nicht aus dem privaten Umfeld stammt, wird er oft nicht zu fassen sein. Christian Solmecke erklärt: „Eine gute Erfolgsquote bei der Löschung besteht in Bezug auf die großen Foren. Betroffene können sich hier sowohl an den Inhaber der Domain wenden, sowie an den Web Provider. In der Regel reagieren diese sehr schnell auf die Löschanträge. Auch Soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ oder Twitter löschen mittlerweile nach einem entsprechenden Anwaltsschreiben sehr schnell.” Zudem können Betroffene sich auch direkt an Google als Suchmaschinenbetreiber wenden, um ihre Löschansprüche gelten zu machen. Dann sind die Bilder zwar noch im Netz, werden aber nicht mehr gefunden.

Auch Prominente müssen keine Nacktfotos dulden

Für den Löschanspruch ist es grundsätzlich unerheblich, ob es sich um Bilder von Prominenten oder Privatpersonen handelt. Auch Prominente müssen keine Veröffentlichung von Nacktfotos dulden. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass die kriminelle Energie bei der Veröffentlichung der Bilder von Privatpersonen eine andere ist. Häufig ist beispielsweise der Ex-Partner für die Veröffentlichung verantwortlich. Der Verursacher ist hier viel schneller ausfindig zu machen. „Sind Privatpersonen betroffen, verzeichnen wir einen Löschungsgrad von 80-90%, erklärt Christian Solmecke.“

Fakt ist, dass Betroffene nicht rechtlos dastehen und sich in den meisten Fällen erfolgreich gegen die Veröffentlichung intimer Bilder wehren können.

(Christian Solmecke)


 


 

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