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Alles offen und doch nicht

So könnte man die "salomonischen" Festlegungen der Schweriner Koalitionäre zum Volkstheater Rostock bewerten.

Oder auch mit: Die gute Nachricht, es ist nichts festgeschrieben. Die schlechte Nachricht, es ist nichts festgeschrieben.

Eine Million Soforthilfe für das Schweriner Theater! Bitte auch für Rostock! Schließlich hat Rostock dieselben Tarifsteigerungen, die Schließung des Großen Hauses und die Nachteile einer unattraktiven Spielstätte  zu schultern.

Die angekündigte Hilfe für den Theaterneubau ist zu begrüßen, es bleibt abzuwarten wie sie ausfällt, wenn es konkret wird. Auf jeden Fall darf die Hilfe nicht an Strukturbedingungen wie Spartenschließungen geknüpft werden!

Das Konzept der Kulturkooperationsräume ist vom Tisch! Genau damit hat dieselbe Koalition die Theater eine Legislaturperiode getriezt, trotz aller Vorwarnungen. Was kommt nun? Genau das bleibt völlig offen.

Die Landeszuschüsse bleiben erhalten, werden aber an unbekannte Bedingungen geknüpft, "konkret" an die Bereitschaft der Theater zur Neustrukturierung. Wie sollen die neuen Strukturen aussehen? Kooperationen, Fusionen, Spartenschließungen? Transparenz von Regierungsabsichten sieht anders aus.

Die Pläne zur Neustrukturierung sollen eng mit den Intendanten und Geschäftsführern besprochen werden. Das hieß bisher, dass selbige Landespläne in Empfang nehmen mussten und jeder Prostest verhallte. Bleibt zu hoffen, dass das (vorausgesagte) Scheitern der Kulturkooperationsräume auch zu einem verbesserten Miteinander zwischen Landesregierung und Theaterverantwortlichen führt.

Das Vier-Sparten-Theater Schwerin steht nicht zur Disposition. Gut so! Und das Rostocker Theater? Da steht nichts von vier Sparten, sondern von Strukturveränderungen! Und die Norddeutsche Philharmonie soll eine Holding mit Schwerin bilden. Heißt das Fusion mit Schwerin? Das ist abzulehnen!
Was für eine knapp 100.000 Einwohner-Stadt zählen soll, muss erst recht für eine doppelt so große Stadt mit einem wesentlichen breiteren Einzugsgebiet gelten, die zugleich Oberzentrum des gesamten Landes ist: Erhalt aller Sparten!

Im Vorfeld der Koalitionsgespräche sickerte die Absicht durch, die Orchester in Rostock und Schwerin zu fusionieren und die Sparte Schauspiel in Rostock zu schließen. Die derzeit zu erkennende Absicht, eine Orchesterholding Schwerin-Rostock zu bilden und Strukturen in Rostock zu verändern, bei Erhalt des Vier-Sparten-Angebotes in Schwerin, kommt dem sehr nahe.

Erfinder derartiger Vorschläge war die Beratungsfirma VEBERAS, die nach wie vor Regierungskreise berät. Sie schlug 2006 eine "Orchester GmbH" Schwerin-Rostock und die Schließung der Sparten Schauspiel und Ballett in Rostock vor. Trotz umstrittener Datenbasis und kulturpolitischer Folgen hat das in Schwerin Wirkung gezeigt. Dort weiß man offensichtlich nicht, dass mit dem Schauspiel in Rostock 35 % der Einnahmen generiert werden.

Wir Rostocker haben ein Theaterkonzept, machen wir uns stark dafür in Schwerin!

Dr. Sybille Bachmann

(Redaktion)


 


 

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