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Auszeichnung

VR Technologiepreis 2011 in Schwerin vergeben

Glawe: Anerkennung für die Leistung heimischer Handwerker

Am Donnerstag ist in Schwerin der VR Technologie- und Förderpreis Handwerk 2011 verliehen worden. "Der Preis spricht für die Qualität des Handwerks aus Mecklenburg-Vorpommern. Er ist zugleich Anerkennung für heimische Unternehmen im Wettbewerb um innovative Entwicklungen. Dies ist im handwerklichen Alltag eine stetige Herausforderung", sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe bei der Preisverleihung am Donnerstag. Glawe ist auch Schirmherr des Wettbewerbs.

In diesem Jahr sind zwei Technologiepreise und zwei Förderpreise vergeben worden (Gewinner Seite 2). "Es steckt mehr Erfindergeist als so mancher vermutet in den Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings sind die Erfindungen zum Teil noch zu wenig bekannt", so Glawe weiter. Im Zeitraum 2000 bis Oktober 2011 wurden für 175 Projekte Zuschüsse von rund 10,4 Millionen Euro an Handwerksbetriebe vergeben. "Mehr als die Hälfte der Projekte der unterstützten Handwerksunternehmen (47 Prozent) sind dem Metallbau zuzuordnen. Knapp ein Drittel der Projekte (30 Prozent) werden durch Handwerksbetriebe der regenerativen Energien und nachwachsenden Rohstoffe umgesetzt", sagte Glawe. Weitere Technologiefelder sind die Kunststoff- und Holzverarbeitung sowie die Umwelttechnik und Medizintechnik.

"Auch künftig wird das Wirtschaftministerium innovative Projekte zwischen heimischen Firmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen unterstützen. Langfristig gesehen erwarten wir hier einen Schub im Bereich der wissensbasierten Arbeitsplätze", so Glawe weiter. Von 2007 bis 2013 stellt das Wirtschaftsministerium aus den beiden großen EU-Strukturfonds - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischer Sozialfonds (ESF) - 155 Millionen Euro für die Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Bisher sind ca. 110 Millionen Euro für 600 Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben gebunden.

VR Technologie- und Förderpreis 2011 – Preisträger

Technologiepreis

1. Waagenbau Borngässer aus Grebbin - 2.000 Euro:

Für die Entwicklung einer neuen Unterwasserwaage für den medizintechnischen Bereich wurde die Firma ausgezeichnet. Auf dem Weg zu einer effektiven Therapie der Fettleibigkeit und bei der Entwicklung von entsprechenden Diätplänen ist eine präzise Bestimmung des Fettgehaltes im Körpergewebe im Verhältnis zum jeweiligen Körpervolumen der erste und wichtigste Schritt. Bisherige Messmethoden mit elektromagnetischen Feldern und Untersuchungen aus dem Bereich der Röntgentechnik brachten nur mäßigen Erfolg. Mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft für industrielle Forschungsvereinigungen (AIF) und dem Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Kiel wurde eine Unterwasserwaage entwickelt, die mit bisher nicht da gewesener Genauigkeit Werte für den Körperfettgehalt von Menschen ermittelt. Das bietet ideale Basiswerte für die Diagnostik und die Therapie von Adipositas.

Das Unternehmen, welches seit 1987 existiert, konstruiert und fertigt Waagen in Stahl und Edelstahl für die unterschiedlichsten Anwendungen in Industrie, Landwirtschaft, Forschung und Medizin. Dies betrifft sowohl Einzelstücke, als auch Serienfertigungen.

2. Holzgestaltung Grimm  aus Groß Wokern (bei Teterow) - 1.500 Euro:

Auszeichnung: für die Entwicklung eines dünnen, hochfesten Parketts durch die Kombination von verschiedenen Baustoffen. Die Kombination von zwei Werkstoffen, die bisher kaum Berührungspunkte hatten, haben es der Firma Grimm erlaubt, ein neues Produkt mit verbesserten Gebrauchseigenschaften zu entwickeln und erfolgreich in einem Auftrag zu verbauen. In der Nähe von Teterow wurden Holz und glasfaserverstärkter Kunststoff in einem Gutshaus verbaut.

Die Holzgestaltung Grimm GmbH wurde 1976 als Drechselei geründet. Heute entwirft und fertigt das Unternehmen individuell Treppen, Möbel sowie moderne Holzbauwerke. Ein weiterer Geschäftszweig bildet die Restaurierung alter Dachstühle, Treppen und Möbel sowie der Einbau von Holzfußböden.

Förderpreis

3. Schelfbauhütte GmbH & Co.KG aus Schwerin - 1.500 Euro:

Die Besonderheiten des Unternehmens liegen in der konsequenten Nutzung ökologischer Baustoffe bei der Sanierung historischer Gebäude. Dazu zählen Baustoffe wie Hanf, Zellulosefasern, Lehmputze, Silikat- oder Kalk-Kasein-Farben. Gewürdigt wird das Unternehmenskonzept.

Die Schelfbauhütte GmbH & Co. KG wurde 2003 gegründet und besteht aus einem Architekturbüro und einem Bauunternehmen. Dadurch werden Planung und Bauausführung durch eine Hand realisiert. Zur Ausführung kommen Abriss-, Maurer-, Maler-, Zimmerer-, Tischler- und Trockenbau-arbeiten. Das Unternehmen gilt als Spezialist für ökologische Altbausanierung.

Sonderpreis für "Nachwuchsgewinnung"

Jochmann GmbH aus Parchim (500 Euro):

Die Jochmann GmbH wurde im Sommer 1990 gegründet, Sanitär-Heizung-Klima (SHK). Das Unternehmen ist Mitglied der Handwerkerinnung, Sanitär-Heizung-Klima (SHK). Derzeit arbeiten ca. 50 Mitarbeiter und bis zu 8 Auszubildende im Unternehmen. Die Jochmann GmbH hat nach neuen Ansätzen für die Werbung und Suche nach zukünftigen Berufsnachfolgern gesucht. Informationen auf Messen und Berufsstartertagen waren in den wenigsten Fällen für die Jugendlichen spektakulär genug. Zudem sind beispielsweise in einem 5 min-Gespräch entsprechende Anforderungen an den Beruf des Anlagenmonteurs für Heizung, Sanitär und Lüftungsanlagen schwer anschaulich vermittelbar. Idee war es im Friedrich-Franz Gymnasium (FFG) in Parchim mit Hilfe des Firmen Know-hows ein zusätzliches Fach "angewandte Naturwissenschaften" in das Unterrichtsangebot aufnehmen, um beispielhaft das Thema der energetischen Sanierung zu bearbeiten. Ziel war es, aus dem Alltag des Energieberaters heraus die Herangehensweise einer Energieberatung mit den beruflichen Ansprüchen an den Berufsalltag den Jugendlichen näher zu bringen.

Über eine anschauliche Gestaltung des Unterrichts ist die Bewerbung des eigenen Berufsstandes durch diese Zusammenarbeit zur Nebensache geworden. Es entstand ein Bedarf und ein Anspruch bei den Jugendlichen, mehr über den Beruf zu erfahren und Informationen einzuholen. Zukünftig will die Firma Jochmann das Thema auch mit den anderen Schulen zusammen angehen.

Hintergrund zum Preis

Das Wirtschaftsministerium MV, die VR-Bank e.G. und die Handwerkskammer Schwerin schreiben diesen Preis jährlich aus. Der Preis wird an Handwerksunternehmen verliehen, die besonders marktfähige technische und technologische Innovationen und überzeugende Unternehmenskonzepte präsentieren. Der Preis ist von der VR-Bank mit insgesamt 5.000 Euro ausgestattet. Mit dem Preisgeld sollen die Unternehmen unterstützt werden, Neuentwicklungen von Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen schnell und erfolgreich einzuführen und am Markt zu etablieren. Der Preis wird zum 14. Mal vergeben.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus, MV

(Redaktion)


 


 

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