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Seenotkreuzer

Spendenwettbewerb für neuen Seenotkreuzer bleibt spannend

In einem ungewöhnlichen Spendenwettbewerb für einen neuen Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist eine große Marke überschritten: Weit mehr als eine Million Euro haben Sylt- und Hamburg-Freunde aus ganz Deutschland seit März dieses Jahres....

....für das neue Spezialschiff der Station List gespendet. Hamburgs klare Führung der vergangenen Wochen ist geschrumpft: Der Wettbewerb um die Namengebung des Neubaus bleibt spannend.
Unter dem Titel „Reetdach gegen Reeperbahn!“ hat die Sylter Seite gegenüber der Hamburger Seite deutlich aufgeholt. Nur noch knapp 58.000 Euro liegt die Hansestadt (rund 672.000 Euro) vor der Nordseeinsel (rund 614.000 Euro). Der Gesamt-Spendenstand – aktuell insgesamt knapp 1,3 Millionen Euro – ist auf der Internetseite www.reetdach-gegen-reeperbahn.de zu erfahren.
Übersprungen wurde die Millionenmarke bei einem „Seenotkreuzer-Abend“ am Freitag, 25. Oktober 2013, in der Hamburger Elb-Lounge. Bei der exklusiven Spenden-Veranstaltung kamen insgesamt 396.026 Euro für beide Seiten zusammen, 256.930 Euro für Sylt und 139.096 Euro für Hamburg. Die Seenotretter danken allen Spendern herzlich. Für die großartige Unterstützung bei der Durchführung des „Seenotkreuzer-Abends“ gilt der besondere Dank der DGzRS der Hamburger Sparkasse.
Für alle Sylt-Liebhaber heißt es jetzt, sich kräftig ins Zeug zu legen. Angesichts des relativ knappen Vorsprungs können sich auch die Hamburg-Freunde noch nicht zurücklehnen. Denn erst der Spenden-Endstand am 6. Dezember 2013, dem Nikolaustag, mit dem weltweit an den Schutzpatron der Seefahrer erinnert wird, bringt die Entscheidung: Dann wird feststehen, ob der neue Seenotkreuzer einen Namen mit Bezug zu Sylt oder zu Hamburg erhält. Die jeweils andere Seite wird Namenspate für das kleine Arbeitsboot in der Heckwanne.
Unterdessen ist der Flaggenwechsel erfolgt: Die Seenotretter haben ihr jüngstes Flottenmitglied am Montag, 28. Oktober 2013, von der Bauwerft Fr. Fassmer übernommen. Die DGzRS überführt das Schiff, das derzeit noch mit der internen Bezeichnung SK 34 versehen ist, nun auf seine künftige Station List. Dort werden die umfangreichen Erprobungen des Schiffes „auf Herz und Nieren“ fortgesetzt. Die Taufe ist für Sonnabend, 14. Dezember 2013, 11.30 Uhr, im Hafen von List vorgesehen. Auf dieser Station wird der Seenotkreuzer die 28 Jahre alte MINDEN ablösen.
„Mitbauen“! So geht’s:
• Onlinespenden (www.reetdach-gegen-reeperbahn.de) verändern den Spendenstand in Echtzeit.
• Herkömmliche Überweisungen sind unter Angabe von „Aktion Sylt“ oder „Aktion Hamburg“ auf das Konto 107 2016 bei der Sparkasse Bremen (BLZ 290 501 01) möglich.
• Von unterwegs ist die Hilfe per SMS mit dem Wort „Sylt“ oder „Hamburg“ an die Nummer 8 11 90 (fünf Euro, Abrechnung via Handyrechnung) besonders schnell.
Angesichts der Gefahren im Einsatz benötigen die Seenotretter stets moderne, zuverlässige und sichere Schiffe. Der neue Seenotkreuzer ist das vierte Schiff der 20-Meter-Klasse der DGzRS. Er ist unter der internen Bezeichnung SK 34 auf der Fassmer-Werft an der Unterweser entstanden und befindet sich derzeit in der Erprobung. Wie alle Schiffe der DGzRS wurde er vollständig aus Aluminium gebaut und als Selbstaufrichter konstruiert.
Trotz aller Technik stehen nach wie vor die Menschen im Mittelpunkt: 180 fest angestellte und etwa 800 freiwillige Seenotretter sind mit 60 Rettungseinheiten der DGzRS an Nord- und Ostseeküste jederzeit einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Sie fahren raus, wenn andere reinkommen – freiwillig und selbstlos, mehr als 2.000 Mal im Jahr. Die SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) der DGzRS koordiniert zentral alle Einsätze. Seit Gründung der DGzRS im Jahr 1865 verdanken mehr als 80.000 Schiffbrüchige den Seenotrettern schnelle Hilfe.
Nach wie vor wird die gesamte Arbeit der DGzRS ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. 85 Cent jedes gespendeten Euros gehen direkt in den Rettungsdienst. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident. Zahlreiche Prominente engagieren sich als ehrenamtliche „Bootschafter“, darunter Schauspieler Jan Fedder, Fernsehkoch Tim Mälzer, Autor Frank Schätzing, Moderatorin Bettina Tietjen und – in diesem Jahr – ihr Kollege Yared Dibaba.

(Redaktion)


 


 

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