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Energiepolitik

Pflichtenheft zur Stromversorgung

Der Klimarat Mecklenburg-Vorpommern hat ein „Pflichtenheft“ zur Stromversorgung verabschiedet. Mit den beschlossenen Schwerpunkten gibt es für die Landespolitik einen Leitfaden zur Umsetzung von wichtigen Maßnahmen im Zuge der Energiewende.

Dazu Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU): „Der Ausbau der erneuerbaren Energien folgt dabei dem Grundsatz, dass Energie umweltverträglich, versorgungssicher und bezahlbar bereitgestellt werden muss. Eine Energiewende zum Nulltarif wird es nicht geben. Bei den Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien ist davon auszugehen, dass die Energieversorgung durch erneuerbare Energien langfristig (2050) die preiswerteste Lösung sein wird“, sagte Seidel. Bis dahin müsse aber mit steigenden Energiepreisen gerechnet, neue Technologien entwickelt und Infrastrukturen gebaut werden, so der Minister.

Mecklenburg-Vorpommern ist mit der Gesamtkonzeption „Energieland 2020“ und der Fortschreibung des „Aktions-planes Klimaschutz“ strategisch-konzeptionell gut aufgestellt. Das hat auch die Bundesländer-Vergleichsstudie im vergangenen Jahr festgestellt. Im Pflichtenheft zur Stromversorgung werden acht Schwerpunkte benannt, die umgesetzt werden müssen. Dazu gehören Energieeinsparungen/Vorbildwirkung, Netzausbau fortschreiben und forcieren, Netzentgelte bundesweit umlegen, Speicherung voranbringen, Energiestandort Lubmin, Bau neuer Gaskraftwerke, Genehmigungsverfahren beschleunigen, Ausbildung in der Energiewirtschaft forcieren sowie Kommunikation und Information.

„Der Umbau der Energieversorgung ist die größte technologische Herausforderung Deutschlands“, sagte Seidel. Um hier die richtigen Weichenstellungen vornehmen zu können, braucht es technisch, ökonomisch und ökologisch hervor-ragend ausgebildete Fachleute. Vor allem aber bei den technischen Berufen herrscht jedoch ein Mangel. Deshalb müsse sie Ausrichtung der Ausbildung an den Schulen, in der Berufsausbildung und an den Hochschulen überdacht werden, so Seidel. Die an der Universität Rostock eingerichtete Stiftungsprofessur „Windenergie“ ist ein erster Schritt, Forschung und Lehre auf diesem Gebiet eine größere Sichtbarkeit zu verleihen. Auch die Ausbildung von Facharbeitern wird zukünftig von hoher Bedeutung sein. Für dezentrale Erzeugungsstrukturen aus PV- und Kleinwind-anlagen werden viele Fachkräfte benötigt, um sie zu betreiben und an die neuen Erfordernisse von Smart-Grid-Konzepten anzupassen.

Derzeit ist es für Laien schwierig zu einem ausgewogenen Meinungsbild zu kommen. „Hier ist Aufklärung nötig und Sachlichkeit geboten“, sagte Seidel. „Die Landesregierung muss die Bürger vor Ort thematisch abholen und bei Energieprojekten gemeinsam mit den Vorhabensträgern an die Öffentlichkeit gehen.“ Geplante Netzausbaumaßnahmen müssen den betroffenen Regionen im Vorfeld vorgestellt und erläutert werden, bevor die eigentlichen Verfahren beginnen. Dazu gehört die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie mit einer sachlichen Informationspolitik. „Sie soll sich auf technisch-wirtschaftliche Aspekte der Energiewirtschaft konzentrieren und Antworten auf grundlegende Fragen geben“, sagte Seidel. „Der Klimarat des Landes kann mit seiner Fachkompetenz auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien eine Schlüsselrolle spielen.“

(Redaktion)


 


 

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