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Tarifverhandlungen

Letzte Tarifverhandlung ergebnislos geblieben - NGG blockiert vernünftigen Abschluss

Die letzte Tarifverhandlungsrunde zwischen unserem Verband und der NGG, am 05.Juni in Rostock, ist leider wiederum ergebnislos geblieben. Die Tarifkommission und das Präsidium bedauern dies sehr. Die Ursache dafür liegt jedoch einzig und alle in ...

...der starren Haltung der Gewerkschaft NGG begründet. Wie Sie wissen, kündigte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) den Entgelttarifvertrag für das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern zum 31.Oktober 2011 und forderte gleichzeitig eine 5-prozentige Tariferhöhung für alle Tarifgruppen. Die daraufhin gebildete Große Tarifkommission aus Vertretern aller Regionen und Betriebstypen diskutierte die NGG Forderung und ging bereits in der ersten Verhandlungsrunde nicht nur auf diese Forderung ein, sondern weit darüber hinaus. So bot die Verhandlungskommission des DEHOGA MV zusätzlich eine wesentliche Erhöhung der Ausbildungsvergütung an und empfahl die unterste Tarifgruppe für allgemein verbindlich zu erklären. Das würde einem landesweit gültigen tariflichen Mindestlohn gleichkommen. Diese Entscheidung war von der großen Verantwortung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche bestimmt. Die aktuelle Tarifsynopse des Gastgewerbes in Deutschland zeigt eindeutig, dass sich das Tarifniveau in Mecklenburg-Vorpommern zwingend dem Tarifniveau der anderen Bundesländer, bspw. der neuen Bundesländer, annähern muss. Angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gab es für die Tarifkommission keine andere vernünftige Alternative, als auf die NGG Forderung sofort einzugehen. Dieses sehr weit gehende DEHOGA Angebot lehnte die NGG jedoch überraschend ab und forderte unvermittelt einen Einstiegsstundenlohn von 7,50 Euro (Entgelttarifgruppe 2) und 8,50 Euro für die Tarifgruppe der Berufseinsteiger (Entgelttarifgruppe 3). Seit November 2011 versuchte nun die Tarifkommission des DEHOGA MV eine Annährung der unterschiedlichen Positionen zu erreichen. In allen Verhandlungsrunden sind wir immer weiter auf die NGG zugegangen, die ihrerseits unverrückbar und starrsinnig weiter auf ihre Positionen beharrte. Zuletzt lehnten die Gewerkschaftsvertreter in der Verhandlungsrunde am 05.Juni 2012 das nochmals erhöhte Angebot des DEHOGA ab, die Entgelte bis Ende 2012 für alle Mitarbeiter um 5 Prozent und in den folgenden zwei Jahren jeweils um weitere 5 Prozent zu erhöhen. Die Ausbildungsvergütungen sollten im ersten Ausbildungsjahr auf 450 Euro, im zweiten Lehrjahr auf 500 Euro und im dritten Lehrjahr auf 550 Euro steigen. Ab dem 01.Januar 2013 sollten die Ausbildungsvergütungen entsprechend der anderen Tariferhöhungen nochmals angehoben werden. Der Vorschlag für die Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit der untersten Tarifgruppe war ebenfalls Bestandteil des letzten DEHOGA Angebotes. Was ist das FAZIT? Wir sind in den Verhandlungen immer wieder einen weiteren, großen Schritt auf die Gewerkschaften zugegangen, weil wir so schnell als möglich einen Tarifabschluss im Interesse unserer Unternehmer und Mitarbeiter hinbekommen wollten. Jetzt ist aber die Grenze der wirtschaftlichen Zumutbarkeit erreicht. Für nicht wenige Mitgliedsbetriebe, die aufgrund ihrer Lage nicht vom Tourismus partizipieren können, ist diese Grenze vielleicht schon überschritten. Der DEHOGA MV verhandelt aber für alle Unternehmen und muss deshalb auch an diese Betriebe denken. Die Handlungsweise der NGG ist eindeutig von der politischen Diskussion um einen Mindestlohn bestimmt. Es gibt einen DGB Beschluss, dass keine Tarifverträge unter einen Mindestlohn von 7,50 Euro abgeschlossen werden dürfen. Mit unserem derzeitigen Angebot würden wir ab dem 01.Januar 2014 knapp darunter liegen. Die NGG akzeptiert das nicht und unterwirft sich damit dem Diktat des DGB. Das darf jedoch unsere eigene Handlung nicht beeinflussen, die nicht von politischen Diskussionen sondern von wirtschaftlichen Fakten bestimmt ist. Ein Gewerkschaftsbeschluss darf uns nicht interessieren.

(Redaktion)


 


 

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