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Geldanlage

Vermögende gehen auf Nummer sicher

Deutschlands Reiche und Gutbetuchte sind in ihren Investments deutlich konservativer und zurückhaltender geworden. Dies spüren in erster Linie die Privatbanken, deren Klientel in der Regel über ein liquides Vermögen von über einer Mio. Euro verfügt.

Risikobehaftetere Anlageformen wie Aktien und strukturierte Produkte werden immer mehr zu Ladenhütern. Klassische Lösungen wie Fest- und Tagesgeld erfreuen sich hingegen zunehmend größerer Beliebtheit. Im Vergleich zu 2010 ist das von deutschen Privatbanken verwaltete Vermögen im Vorjahr um fünf Prozent geschrumpft.

Gewinnmarge deutlich gesunken

Die elitären Geldhäuser sind zwar geringfügig an mehr frisches Kapital herangekommen, doch die aus dem Vermögen resultierende Rendite ist durchschnittlich um rund sechs Prozent zurückgegangen. Während die Branche vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 eine Gewinnmarge von 0,35 Cent pro veranlagtem Euro verzeichnen konnte, sind es heute nur mehr 0,17 Cent. Dies geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey hervor. Dies wirkt sich auch auf die Bilanzen der Institute aus, die noch lange brauchen werden, um an jene der Vorkrisenzeit heranzureichen.

Entscheidend ist die Frage, wie sich Deutschlands Privatbanken auf das zurückhaltende Verhalten ihrer Kunden einstellen. Hinzu kommen verschärfte Auflagen und Regulierungen aus Brüssel auf sie zu. Kleinere Häuser werden es schwer haben. "Privatbanken müssen Skaleneffekte erzeugen, um profitabel zu wachsen. Dazu ist eine gewisse Größe unabdingbar, aus meiner Sicht mindestens 20 Mrd. Euro verwaltetes Kundenvermögen", sagt Horst Schmidt, Chef der Frankfurter Bethmann Bank.

Neue Strategie unabdingbar

Änderungen sind notwendig und eine zukunftsweisende Strategie obendrein, dessen sind sich Experten einig. Deutschlands Privatbanken sind unterschiedlich aufgestellt. Die einen verwalten das ihnen anvertraute Vermögen, andere bieten Finanzierungen an und beraten, manche machen beides. Die Geldhäuser müssen sich entweder spezialisieren oder breit aufstellen, so Katrin Lumma, Partner der Beratungsfirma Zeb Rolfes Schierenbeck.

Hinzu kommt, dass anfallende Kosten künftig deutlich gesenkt werden müssen und über strategische Partnerschaften mit Banken aus Schwellenländern nachzudenken ist. Dort prosperiert nämlich das Geschäft mit den Wohlhabenden.

(Redaktion)


 


 

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