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Vitro Kulturen

Pflanzen aus dem Glaskolben

Unzählige exotische Pflanzen, die pünktlich zum Mutter- oder Valentinstag blühen und preiswert sind, gesunde Tochterpflanzen,....

aber auch Erdbeerpflanzen sowie Kartoffelknollen aus Blattachselknospen – all das sind sichtbare Beispiele für die praktische Nutzung der Ergebnisse spezieller Forschungen, wie sie auch an der Hochschule Wismar erfolgen. Mit den Möglichkeiten der In-Vitro Vermehrung befasst sich der Arbeitskreis Deutsche In Vitro Kulturen (ADIVK), der am 6. und 7. September seine diesjährige Jahrestagung an der Hochschule Wismar abgehalten hat.  Mehr als 50 Teilnehmer aus Hochschulen, wissenschaftlichen Instituten und kommerziellen Laboratorien sowie Gartenbaubetrieben aus dem ganzen Bundesgebiet werden den Sachstand und die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet diskutieren. Dabei wurden auch die Labore der Hochschule Wismar in Malchow auf der Insel Poel besichtigt. In diesen hervorragend ausgestatteten Räumlichkeiten befaßte sich die Arbeitsgruppe von Professor Dr. rer. nat. Manfred Sellner ebenfalls mit In Vitro Kulturen. Im Rahmen der Jahrestagung wurden außerdem Förderpreise an herausragende Abschlussarbeiten von Studenten vergeben und neue Ausbildungsberufe diskutiert.

Beim Pflanzenkauf, beispielsweise von Orchideen, fällt es häufig schwer aus einer größeren Anzahl die wirklich „Beste“ herauszufinden. Die Qualität der Pflanzen ist nahezu gleich, alle blühen erstaunlicherweise zum gleichen Zeitpunkt wunderschön. Früher unbeschreiblich teuer, sind diese exotischen Pflanzen mittlerweile auch bezahlbar geworden.

„Dies liegt vermutlich daran, dass die Pflanzen In Vitro, das heißt im Glaskolben vermehrt wurden. Wenn besondere Pflanzen über Stecklinge oder Ableger vermehrten werden, dann haben alle Tochterpflanzen die gleiche Erbinformation und die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze, sie bilden einen sogenannten Klon“, so Prof. Sellner, der an der Hochschule Wismar „Biochemie/Biotechnologie“ lehrt. Die Pflanzenbio­technologie bietet die Möglichkeit, Stecklinge immer kleiner zu machen bis hin zur Ebene einzelner Zellen, die weniger als ein Zehntel Millimeter groß sind. In einer geeigneten Nährlösung können unter keimfreien Bedingungen im Glaskolben, also „In Vitro“, diese Zellkulturen zunächst nahezu beliebig vermehrt werden. Ein Glasgefäß in der Größe eines Trinkglases kann dabei leicht mehrere Hunderttausend oder Millionen Pflanzenzellen enthalten, die alle wiederum zu ganzen Pflanzen regeneriert werden können. Die Zahl der Individuen, die hier in ein paar Glasgefäße passt, würden als angepflanzte Pflanzen ein oder mehrere Hektar Ackerland benötigen. Unter dem Motto „Ist die Mutterpflanze gesund, so sind es die Tochterpflanzen auch“, gewährleisten Vermehrungen über Zellkulturverfahren eine gesunde Nachkommenschaft. Denn noch immer stellen auch bei Pflanzen zunächst versteckte Infektionen mit Viren ein großes Problem dar.

Eine neue Forschungsrichtung, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Pflanzeninhaltstoffe, beispielsweise für Medikamente, nicht mehr aus einer ganzen Pflanze, sondern direkt aus in Vitro Kulturen unter kontrollierten Bedingungen im Labor zu gewinnen. Diese und weitere Entwicklungen, die beste Qualität sowie Zeit- und Kostenersparnisse versprechen, werden auf der Jahrestagung des Arbeitskreises Deutscher In Vitro Kulturen diskutiert.

(Redaktion)


 


 

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