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Welt-Tollwut-Tag

Deutsche Forscher unterstützen Welt-Tollwut-Tag

Am 28. September findet zum 6. Mal der Welt-Tollwut-Tag statt, eine Initiative, die auf diese weltweit vorkommende Infektionskrankheit aufmerksam macht.

Immer noch sterben jährlich mehrere 10.000 Menschen an Tollwut, die meisten davon in Asien und Afrika. Seit Beginn des Aktionstages 2007 wurden weltweit 182 Millionen Menschen über deren Gefahren aufgeklärt und 7,7 Millionen Hunde und Katzen geimpft. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ist Teil der Organisationen Global Alliance for Rabies Control (GARC) und Partners for Rabies Prevention (PRP), die maßgeblich den Welt-Tollwut-Tag ins Leben gerufen haben. Zudem unterstützt der Forschungsverbund „Lyssaviren“, in dem die Übertragung verschiedener Tollwutviren vom Tier auf den Menschen und damit verbundene Gesundheitsrisiken erforscht werden, den Aktionstag. Wissenschaftler des FLI Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, untersuchen hierzuinnerhalb des Verbundes LyssaTollwutviren auf molekularer Ebene, entwickeln Nachweismethoden und bauen ein Überwachungsprogramm für Tollwutviren diese Viren bei europäischen Fledermäusen auf.

Tollwut- bzw. Lyssaviren tollwut-ähnliche Viren kommen nicht nur bei Füchsen und Hunden vor, sondern beispielsweise auch bei Fledermäusen. Über die Mechanismen, wie Lyssaviren diese Viren an die Biologie der Fledermäuse als Wirtstiere angepasst sind, ist zum Teil noch wenig bekannt. Der Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderter Forschungsverbund „Lyssaviren“ "Lyssaviruses – a re-emerging potential public health threat", in dem Human- und Tiermediziner zusammenarbeiten, untersucht in neun Teilprojekten verschiedene Fragestellungen rund um die Tollwut. Gemeinsam versuchen die Wissenschaftler die zu molekularen Aspekten von Virus – Wirt-Interaktionen, aber auch zufür Fragen der Epidemiologie und Prävention zu klären. Das Nationale Referenzlabor für Tollwut am Friedrich-Loeffler-Institut, das gleichzeitig Referenzlabor der Weltorganisation Tiergesundheit OIE und Tollwutzentrum der WHO ist, koordiniert den Forschungsverbund. Zu diesem gehören außerdem vier weitere nationale Forschergruppen aus der

Human- und Veterinärmedizin, das Max-von-Pettenkofer Institut (MPI) und die Ludwigs-Maximilian-Universität in München, das Universitätsklinikum der Universität Essen und das Institut für Virologie der Universität Bonn. Neben Erkenntnissen in der Grundlagenforschung zur Pathogenese der Lyssaviren zeigt die Entdeckung eines neuen FledermausTtollwutvirus Bokeloh Bat Lyssavirus (BBLV) bei einer Fransenfledermaus aus dem Raum Hannover, dass im Bereich der Lyssaviren dieser Viren noch weiterer Forschungsbedarf besteht.  

Die im Verbund „Lyssavirus“ gewonnenen Erkenntnisse zu natürlichen Reservoiren und Mechanismen von Lyssaviren bilden die Voraussetzung für zukünftige Entscheidungsfindungen und präventive Maßnahmen im Gesundheitssektor. Zum Beispiel sollen die diagnostischen Verfahren im Rahmen eines Technologietransfers in Entwicklungsländer dazu beitragen, die Überwachung und Diagnostik zu verbessern und somit einen Beitrag im weltweiten Kampf gegen diese Zoonose die Tollwut zu leisten. Auch wenn Deutschland seit 2008 offiziell frei von terrestrischer Tollwut ist, die vor allem Füchse und Hunde betrifft, bleibt die Infektionskrankheit Tollwut hierzulande ein wichtiges Forschungsthema.

Weitere Informationen zum Forschungsverbund stehen in englischer Sprache auf einer eigenen Internetseite zur Verfügung (http://lyssavirus.fli.bund.de/Home.aspx). Über den Welt-Tollwut-Tag informiert die Internetseite http://www.worldrabiesday.org

(Redaktion)


 


 

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