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Weltrheumatag

Rheuma früher erkennen und besser behandeln

Ein neues Behandlungsmodell der Techniker Krankenkasse soll die Kooperation zwischen Kliniken, Haus- und Facharzt fördern.

Die Techniker Krankenkasse nimmt den Weltrheumatag zum Anlass, um ein neuartiges Integrationsmodell für Rheumapatienten vorzustellen, das im Oktober bei ausgewählten Haus- und Fachärzten in zwei deutschen Regionen anläuft.

Rheuma hat viele Gesichter: Mehrere hundert Krankheitsbilder zählen dazu, allein jeder fünfzigste Einwohner in Deutschland leidet an chronischen Gelenkentzündungen. Das Tückische an Rheuma: Die Krankheit lässt sich bestenfalls aufhalten – bereits entstandene Schäden bleiben irreversibel.

„Rheuma frühzeitig zu erkennen, bereits im Frühstadium einen Rheumatologen zu Rate zu ziehen und eine rechtzeitige, gezielte Pharmakotherapie“, so formuliert die Krankenkasse die Ziele des neuen Angebots, das in enger Zusammenarbeit zusammen mit dem Deutschen Hausärzteverband und dem Berufsverband Deutscher Rheumatologen entstanden sei. Zunächst sollen Patienten entzündlichem Rheuma wie rheumatoider Arthritis in Bayern und der Region Nordrhein davon profitieren können. Eine Ausweitung auf andere Bundesländer sei noch nicht konkret in Planung. Man wolle erst die Ergebnisse aus den Testgebieten auswerten, hieß es auf Nachfrage aus der Pressestelle der Techniker Krankenkasse (TK).

WELTRHEUMATAG
Am 12. Oktober ist Weltrheumatag. Ziel dieses 1996 von der internationalen Vereinigung von Selbsthilfeverbänden Rheumabetroffener (Arthritis and Rheumatism International, kurz ARI) initiierten Tages ist es, die Anliegen rheumakranker Menschen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

„Bei Rheuma lässt sich die Uhr nicht zurückstellen. Deshalb fördern wir das frühe Erkennen der Krankheit und streben an, dass die adäquate Therapie entsprechend früh beginnt. So gewinnt der Patient wertvolle Zeit, die sonst verloren geht“, sagt Mathias Brunner, zuständiger Fachreferatsleiter bei der TK. Aus diesem Grund setze das neue Versorgungskonzept auf den Hausarzt in seiner Rolle als erste Anlaufstelle und als Koordinator bei der Behandlung. Dieser achtet auf die typischen Symptome und sorgt schon bei einem Anfangsverdacht für einen kurzfristigen Termin beim Rheumatologen. Bestätige sich der Verdacht, stimmten Hausarzt und Rheumatologe die weitere Therapie ab und definierten ein gemeinsames Behandlungsziel.

Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Behandlungsmodells sollen rheumakranke Kinder und Jugendliche sein: „Spätestens nach der Pubertät fühlen sich viele Jugendliche nicht mehr gut beim Kinderarzt aufgehoben, finden aber zugleich nicht den Weg zum Facharzt für Erwachsene“, erläutert Brunner. Deshalb sind Kinder- und Jugendrheumatologen eng in das Projekt eingebunden und begleiten den fließenden Übergang in die Erwachsenenmedizin.

Neben der engen Zusammenarbeit soll die leitliniengerechte Medikamentengabe im Zentrum des neuen Versorgungsmodells stehen: „Die Arzneimitteltherapie von Rheumakranken ist hochkomplex, weil es viele Wechsel- und Nebenwirkungen gibt“, erläutert Tim Steimle, Apotheker und Leiter des TK-Fachbereichs Arzneimittel. Hier setzen die Kooperationspartner laut TK neben Leitlinien auch auf entsprechende Rabattverträge, um bei steigender Behandlungsqualität zugleich Kosten zu sparen.

Hinzu kämen weitere Angebote für Rheumapatienten, wie spezielle Patientenschulungen durch geschulte Arzthelferinnen. Sie sollen bei der besseren Alltagsbewältigung mit Rheuma helfen, das Wissen um die Krankheit fördern und so die Eigenverantwortung und die Therapietreue stärken, beispielsweise im Umgang mit Medikamenten. Ferner seien auf Rheuma spezialisierte Klinikambulanzen sowie Krankenhäuser mit einer rheumatologischen Fachabteilung an dem Modell beteiligt. „Unser Ziel ist es, die Krankheit mit einem integrierten Behandlungsmodell zum Stillstand zu bringen und damit einen stabilen Alltag für Rheumakranke zu ermöglichen“, so Brunner. Auf diese Weise könnten langfristig Krankenhausbehandlungen, Arbeitsunfähigkeit, Frühverrentungen oder gar Pflegebedürftigkeit vermieden werden.

Weitere Informationen über Rheuma und zum Weltrheumatag bieten auch die Deutsche Rheuma-Liga und deren Landesverbände: www.rheuma-liga.de/welt-rheuma-tag/

(Redaktion)


 


 

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