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Deutsch-Polnischer Wirtschaftskreis in Stettin

Mit dem Thema "Wirtschaft ohne Grenzen" beschäftigten sich am Dienstag deutsche und polnische Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Rahmen des deutsch-polnischen Wirtschaftskreises in Stettin.

"Polen ist für Mecklenburg-Vorpommern einer der wichtigsten Wirtschaftspartner. Wir brauchen mehr Wirtschaftswachstum im gesamten grenznahen Raum. Hiervon profitieren die Menschen beiderseits der Grenze", sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Stefan Rudolph am Dienstag in Stettin. Organisiert wird der Tag von der Industrie- und Handelskammer zu Neubrandenburg sowie vom Haus der Wirtschaft in Stettin.

Von 2000 bis 2010 wurden Güter im Gesamtwert von 4,77 Milliarden Euro zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Polen ausgetauscht. "Im vergangenen Jahr lag Polen auf Platz 1 des Länderrankings der Einfuhren und Ausfuhren. Der Export von Gütern aus Mecklenburg-Vorpommern nach Polen entwickelt sich weiter positiv. In den letzten zehn Jahren hat sich der Export von Gütern aus MV nach Polen beinahe vervierfacht", so Rudolph weiter. 2002 wurden Waren im Wert von 82,55 Millionen Euro exportiert, im vergangenen Jahr waren es Güter im Wert von 309,87 Millionen Euro. Hauptausfuhrgüter waren Fahrgestelle, Karosserien, Motoren und Kfz-Zubehör sowie Fleischwaren, Fische und Krebstiere. Zu den aus Polen eingeführten Waren und Produkten gehören beispielsweise Ölfrüchte, Weizen und Steinkohle.

"Um die positiven Handelsbeziehungen zwischen uns weiter auszubauen, werden wir gemeinsam auf die Herausforderungen des demographischen Wandels reagieren. Sowohl auf der polnischen als auch auf der deutschen Seite spüren wir branchenspezifisch  einen Fachkräftemangel. Gebraucht werden die Fachkräfte, die das passende Know-how beiderseits der Grenze mitbringen", sagte Rudolph. Ansprechpartner in der Jobvermittlung sind beispielsweise die Arbeitsagenturen Stralsund und Neubrandenburg, die ein Beratungsbüro im Mai in Stettin eröffneten.

Auch bei der Ausbildung von Jugendlichen gibt es Unterstützungsmöglichkeiten. Das Land kann über die Verbundausbildung mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) helfen, wenn Unternehmen mit dem polnischen Jugendlichen einen Ausbildungsvertrag in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung abschließen, wenn die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) dem Ausbildungsbetrieb bestätigt, dass die Ausbildung nur in einem Ausbildungsverbund durchgeführt werden kann und wenn dieser Ausbildungsberuf im Rahmen der Verbundausbildung gefördert wird. Der Jugendliche kann dann wie jeder andere deutsche Auszubildende unter Wahrung der Gleichbehandlung im Rahmen der Verbundausbildung gefördert werden. Unternehmen beteiligen sich ab diesem Jahr an den Kosten der Ausbildungslehrgänge mit 20 Prozent. "Mir ist es wichtig, dass grenzüberschreitende Ausbildungsprojekte von allen Partnern voll akzeptiert und für alle Seiten eine Win-Win-Situation hergestellt wird", so Rudolph.

Über den Bund ist darüber hinaus grundsätzlich eine Förderung von Sprachkursen möglich. In der aktuellen EU-Förderperiode bis 2013 fördert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Kurse aus ESF-Mitteln des Bundes. Darunter sind u.a. berufsbezogene Sprachkurse für Auszubildende. Eine der Voraussetzungen ist hierfür ein geschlossener Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen.

Der deutsch-polnische Wirtschaftskreis beschäftigte sich heute in Stettin mit dem Einheitlichen Ansprechpartner gemäß der EG-Dienstleistungsrichtlinie. "Der Einheitliche Ansprechpartner wird uns helfen, den europäischen Wirtschaftsraum zu stärken", sagte Rudolph in Stettin.

(Redaktion)


 


 

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