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Jahrespressekonferenz

Airport Nürnberg: Rückkehr zum Wachstum

In seiner Jahrespressekonferenz zog der Nürnberger Flughafen Bilanz. Mehr Passagiere, mehr Luftfracht und neue Flugziele ermöglichten dem Airport Nürnberg im Geschäftsjahr 2010 eine Rückkehr zum Wachstum.

Dennoch spricht Flughafen-Geschäftsführer Karl-Heinz Krüger von einem „Jahr der Widersprüche“, denn die positive Entwicklung wurde gleich von mehreren, nicht planbaren Ereignissen gebremst: Dazu zählten die Luftraumsperrung infolge des Vulkanausbruchs auf Island im April, eine verhaltene Planung der Fluggesellschaften aufgrund der neuen Luftverkehrssteuer, verschiedene Streiks im Luftverkehr sowie der ungewöhnlich harte Wintereinbruch im November und Dezember. Insgesamt starteten und landeten im letzten Jahr 4.074 Millionen Passagiere am Airport Nürnberg. Das entspricht einem Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch konnte das Niveau vor der Wirtschaftskrise von 2008 noch nicht erreicht werden.

Im Linienverkehr stiegen die Fahrgastzahlen um 4,9 Prozent auf 2.162 Millionen Passagiere an. Die erfolgreichste Fluggesellschaft im Linienverkehr am Airport Nürnberg war 2010 airberlin, ebenso wie im Touristikverkehr. Die Erholung im touristischen Segment vollzog sich deutlich später als im Linienverkehr. Die meist frequentierten Zielgebiete der Urlauber waren die Türkei und Ägypten. Der Luftfrachtverkehr, der als Frühindikator für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung betrachtet wird, erhöhte sich signifikant um 33,6 Prozent auf 107.100 Tonnen. Ausschlaggebend war der überproportionale Anstieg der getruckten Luftfracht, wogegen die geflogene Fracht unter dem Vorjahresniveau blieb. Das Jahr 2010 stand ganz im Zeichen der Erholung der Weltwirtschaft mit entsprechend positiven Impulsen auf die Verkehrs- und Umsatzentwicklung am Airport Nürnberg. Dadurch konnte in allen Geschäftsbereichen das Umsatzvolumen vor der Wirtschaftskrise wieder erreicht werden: „Durch das Festhalten an dem im Krisenjahr 2009 eingeleiteten Sparkurs konnte in Verbindung mit der positiven Entwicklung auf der Ertragsseite das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ( EBITDA ) spürbar  verbessert werden“, so Geschäftsführer Harry Marx.

Das handelsrechtliche Konzernergebnis ist aber durch die hohen Kapitalkosten aus den Investitionen der letzten Jahre, Sanierungsmaßnahmen und Sicherheitskosten weiterhin belastet und wird dies auch in den nächsten Jahren bleiben. Der für 2010 im Jahresabschluss ausgewiesene Fehlbetrag beläuft sich auf -3,1 Millionen Euro. Investiert wurde in die Sanierung der vor über 55 Jahren angelegten Start- und Landebahn. Der größte Teil der aufwändigen Tiefbau- und Elektroarbeiten erfolgte im Sommer 2010 ohne Sperrungen für den Flugverkehr. Mit einem Kostenvolumen von rund 20 Millionen Euro soll die Generalsanierung der 2.700 Meter langen und 45 Meter breiten Piste bis 2015 abgeschlossen sein. Ebenfalls 2010 errichtete der Flughafen nach Abbruch der veralteten Vorgängeranlage eine neue vier mal so große Gepäckförderanlage. 

Beendet wurde die Pressekonferenz von einem Ausblick auf das aktuelle Jahr. „Die Verkehrsentwicklung 2011 knüpft an den Wachstumstrend an“, so Geschäftsführer Krüger. Allerdings werden sich die Auswirkungen im touristischen Verkehr nach Ägypten und Tunesien zeigen. Der Linienverkehr wächst durch mehr Kapazitäten bei Lufthansa (innerdeutsch), Air France (Paris) und Turkish Airlines sowie Sun Express (Istanbul). Seit Februar 2011 fliegt airberlin im Londoner Markt nicht mehr Stansted, sondern den citynahen Airport Gatwick an. Damit ergeben sich attraktive Umsteigeverbindungen zu weiteren weltweiten Flugzielen. Bei der Luftfracht wird analog zur Konjunkturentwicklung mit einer weiteren Erholung der Frachtzahlen gerechnet

(Redaktion)


 


 

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