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Aktienmärkte in Asien trotz guter US-Vorgaben mit gemischter Tendenz

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins gestern bei 1,25 % belassen und damit den Markterwartungen entsprochen. Auf der Pressekonferenz signalisierte der EZB-Chef, dass bezüglich der Inflationsgefahren „erhöhte Wachsamkeit“ vonnöten sei. Damit ebnet Trichet den Weg für eine Zinserhöhung im Juli auf dann 1,50 %.

Die Entwicklung in den schuldengeplagten Peripheriestaaten, von denen mittlerweile drei Zuflucht unter finanziellen Rettungsschirmen gesucht haben, lässt die geldpolitische Ausrichtung der EZB zwar zu einer Gratwanderung werden. Notenbankpräsident Trichet signalisierte aber, dass die EZB sich vorrangig der Wahrung der Preisniveaustabilität verpflichtet sieht und – ungeachtet der divergierenden konjunkturellen Entwicklungen in den einzelnen Euro-Mitgliedsstaaten – ihren restriktiveren Kurs fortsetzt. Die Risiken für die Preisentwicklung sieht Trichet nach wie vor auf der Oberseite – entsprechend wurden die EZB-Inflationsprojektionen 2011 heraufgesetzt. Allerdings ließ der EZB-Chef Zweifel aufkommen an der Fortführung des Zinserhöhungszyklus nach dem avisierten Zinsschritt im Juli. Wir positionieren uns weiterhin unterhalb der Mehrheit der Marktteilnehmer und erwarten zunächst eine Pause im Zinszyklus.

Datenseitig setzt sich heute der vergleichsweise ruhige Trend der vergangenen Tage fort. Für Interesse dürften einzig die amerikanischen Importpreise sorgen, die Hinweise auf die in den nächsten Wochen anstehenden Erzeuger- und Verbraucherpreise liefern. Nach den deutlichen Anstiegen der Vormonate zeichnet sich bei den Importpreisen im Mai eine leichte Beruhigung ab, denn der Anfang des Berichtsmonats zu verzeichnende kräftige Rückgang der Ölnotierungen dürfte sich preisdämpfend in den Zahlen niederschlagen. Akute Inflationssorgen sollten durch die heutigen Zahlen zumindest nicht geschürt werden. Wenig Einfluss auf das Marktgeschehen werden die deutschen Verbraucherpreise haben. Bei den Zahlen handelt es sich um die endgültigen Werte bei denen wir keinen signifikanten Revisionsbedarf ausmachen.

Aktienmarkt

Der deutsche Aktienmarkt tendierte per saldo freundlich und ließ sich auch nicht von erneut schwachen US-Arbeitsmarktdaten unter Druck bringen, sondern profitierte von einem unerwartet geringen Handelsbilanzdefizit in den USA. Die Aussicht auf einen nur zögerlichen Zinserhöhungsprozess der EZB dürfte zudem latent unterstützt haben.

Dennoch ist diese Bewertung der Lage durch die Marktteilnehmer nicht ohne Risiko. Letztlich sprach EZB-Chef Trichet davon, dass der konjunkturelle Ausblick mit hohen Unsicherheiten behaftet sei, gleichwohl das Risikoverhältnis ausgeglichen sei. Ein mit Unsicherheit behafteter Konjunkturausblick stellt unseres Erachtens jedoch eine latente Belastung für Dividendentitel dar.

Der Blick auf die technische Verfassung des DAX lässt zweierlei erkennen. Zum einen ist der Abwärtsimpuls intakt und Indikatoren wie MACD und DMI sind im Verkauf. Vor diesem Hintergrund bleiben wir bezüglich der Kurserwartung zurückhaltend. Zum anderen ist der Stochastic bereits im überverkauften Bereich und hat sein jüngstes Tief verlassen. Die Überverkauftsituation wird von anderen Indikatoren zwar nicht bestätigt, könnte aber ein Warnsignal darstellen. Gelingt es dem DAX sich bis auf weiteres oberhalb der 7000er Marke zu halten, könnte zunächst eine Erholung einsetzen.

(Redaktion)


 


 

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