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Arcandor geht die Luft aus

Kein schönes Ende: Mit dem gestern ausgebrochenen Streit der Banken über die verbliebenen Thomas-Cook-Anteile dürfte für den insolventen Touristik- und Handelskonzern endgültig die letzte Runde im Überlebenskampf eingeläutet worden sein. Durch das Vorpreschen der BayernLB hat Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg kaum noch Chancen, den Konzern mit seinen 50.000 Beschäftigten zu erhalten.

Mit Thomas Cook verschwindet der einzige Ertragsbringer aus dem Unternehmen. Durch den Entscheid der Banken hat der Essener Konzern ab sofort nicht mehr die Möglichkeit, auf die operativen Geschäfte des in Oberursel bei Frankfurt/Main angesiedelten Reiseveranstalters Einfluss auszuüben. Schon seit Jahren waren die Warenhaustochter Karstadt und die Versandspezialisten von Quelle immer wieder auf Querfinanzierungen angewiesen. Nun ist mehr als zuvor unklar, wie die bereits angestoßenen Umstrukturierungen ohne Thomas Cook finanziert werden sollen.

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick wird mit ziemlicher Sicherheit von seinen Plänen, den Konzern als Einheit zu erhalten, schon bald Abschied nehmen müssen. Schon im Herbst vergangenen Jahres wurde unter Eicks Vorgänger Thomas Middelhoff diskutiert, Thomas Cook zu verkaufen. Das kostete Vertrauen bei den Anlegern und schickte den Börsenkurs auf Talfahrt. Ein Dreivierteljahr später muss das schmerzliche Fazit lauten, dass Arcandor zusammen mit all seinen Töchtern - Karstadt, Primondo und Thomas Cook - viel Zeit und Vertrauen verloren hat.

Jetzt bleiben in Essen eigentlich nur noch die harten Schnitte übrig: Verkauf von Tochtergesellschaften, Umstrukturierungen, Entlassungen. Bitter vor allem für die Angestellten, die jahrelang durch Gehaltsverzicht den Umbau des Unternehmens zum profitablen Dienstleister für die Mitte der Gesellschaft finanzieren sollten. Noch zu Beginn der Insolvenz hatte der Insolvenz-Beauftragte der Konzerns, Horst Piepenburg, getönt, er übernehme keine aussichtslosen Fälle. Mittlerweile hat der Anwalt aber das Handtuch geworfen und mit dem Verlust von Thomas Cook ist die Zukunft von Arcandor offener als je zuvor.

(Redaktion)


 


 

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7 Kommentare

von arschlöcher
07.08.09 11:20 Uhr
abzocke !

alle Manager ziehen sich die fette Abfindungen rein .
nur der kleine ehrliche abeiter muss bluten ,
alle seine Überstunden fallen in die Insolvenz masse .
ist so was gerecht ????

von K. Arstadt
07.08.09 11:47 Uhr
Spiel' mir das Lied....

Eigentlich konnte es ja nicht anders kommen. Nachdem jahrelang Investment und Rendite im Fokus standen statt Investition und Innovation, ist die Arcandor-Blase geplatzt. Nun taucht der Mann mit der Mundharmonika auf. Die Banken prüfen, was noch irgendwie zu verscherbeln ist und die Mitarbeiter springen über die Klinge, obwohl nur durch ihren verordneten Verzicht über 4 Jahre und ihr Engagement der Laden überhaupt noch lief. Nicht weiter wild, stehen doch schon die nächsten Investoren bereit die erstmal zuschlagen, obwohl keiner weiss, was er mit der speziellen Immobilie Warenhaus überhaupt angangen soll. Aber es ist doch eine TOP-Citylage...! Zum Schluss noch einer für's Phrasenschwein: "Und womit bezahlen wir unseren neuen Opel?"

von wehoedo
07.08.09 14:40 Uhr
DR EICK

Dr Eick Hat Telekom Endschulded ich glaube er wird es auch hier schaffen mann sollte ihm 1-2j zeit geben

von Quelle-MA
07.08.09 18:06 Uhr
Abfindungen

Was wird jetzt mit den Abfindungen der Quelle-MA? Seit Wochen herrscht das "Schweigen im Walde"!!!!!!!!!!!!!!! Weder vom Betriebsrat, den man wirklich in der Pfeiffe rauchen kann noch vom HR. Wahrscheinlich können wir uns diese endgültig abschminken, eigentlich Vertragsbruch!

von Karstadt Mitarbeiter
07.08.09 19:33 Uhr
Abfindungen

Genauso ergeht es den Karstadt Mitarbeitern, die in Treu und Glauben
die Aufhebungsverträge unterschrieben haben.
Meiner Meinung nach - ein abgekatertes Spiel, was nur den Stil der heutigen Zeit wiederspiegelt.
P.S. von den ca. 250 Karstadt Betroffenen hat bisher noch nie etwas in den Medien gestanden!!!!!

von quellaner
07.08.09 20:12 Uhr
das schweigen im Walde...

Das wochenlange Schweigen hat schon seinen Sinn.Kein Mitarbeiter bekommt Infos,bin davon überzeugt ,das die schon längst ihre Pläne in der Schublade haben.Aber warten bis zum jüngsten Tag ist besser,damit alle "motiviert " weiter arbeiten.Die Infos für Mitarbeiter sind mitlerweile schon lächerlich,man kann sich besser im Internet informieren sonst würde man garnichts mitkriegen.Die Ruhe vor dem Sturm,mal sehn was ab September ist, hat man den Job noch ,oder nicht.Schweigen im Walde ," einfach unverschämt.

von BiL ANZ
08.08.09 17:19 Uhr
TC Ertragsbringer ?

Woher hat der Autor eigentlich, dass TC ein Ertragsbringer ist ????
In den veröffentlichten Zahlen stehen Verluste !
Ausschüttungen erfolgen aus der Substanz.

 

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