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Arcandor: Kritik an Ex-Vorständen

Nach den Hiobsbotschaften für die Quelle- und Primondo-Beschäftigten in Mittelfranken erhebt der vorläufige Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg Vorwürfe gegen ehemalige Vorstände des Essener Konzerns. Der Kölner Anwalt kündigte an, nach Abschluss des Insolvenzverfahrens Hinweisen nachgehen zu wollen, wonach der Konzern schon 2004 nicht mehr zu retten gewesen sei.

Ohne Namen zu nennen, meinte Görg mit seiner Kritk vor allem den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff, gegen den zur Zeit die Bochumer Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Der Manager ist zusammen mit seiner Frau immer noch an einem Immobilienfonds beteiligt, der unter anderem Warenhäuser zu überzogenen Marktpreisen an die Arcandor-Tochter Karstadt vermietet hatte.

Nun muss sich Middelhoff auch Vorwürfen stellen, er habe schon 2004 als Aufsichtsratschef die wahre Lage des Unternehmens und eine mögliche Insolvenz durch den Verkauf von Immobilien und Unternehmensanteilen verschleiert. Görg dazu: „Wir sehen einige Hinweise, die wir sammeln und zu gegebenem Zeitpunkt bewerten wollen.” Als Insolvenzverwalter hat der Anwalt bis zu drei Jahre Zeit, die Akten ans Gericht zu übergeben.

Wenig vorteilhaft scheint die Liaision mit Karstadt nach Darstellung Görgs vor allem für die Versandhandelstochter Quelle aus Fürth gewesen zu sein. Die Finanzierung bei der Übernahme der Mehrheit am Reiseveranstalter Thomas Cook durch Middelhoff habe Quelle und auch Karstadt viel "Substanz entzogen". Weiter sagte Görg gegenüber der Welt am Sonntag: „In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört. Das habe ich in so großen Unternehmen noch nie erlebt."

Unklar ist, wie es mit der Quelle- Muttergesellschaft Arcandor weitergeht. Görgs Äußerungen der vergangenen Woche lassen sich so interpretieren, dass die Funktion von Konzernchef Karl-Gerhard Eick zur Zeit nicht mehr benötigt werden. Im Falle seines Abgangs kassiert der ehemalige Telekom-Manager zehn Millionen Euro (wir berichteten). Und auch der lockere finanzielle Umgang von Eicks Vorgängern ließ Görg nicht unkommentiert: „Der dienstliche Aufwand des Vorstandes war sehr hoch. Jedenfalls sehr hoch für ein Unternehmen in der wirtschaftlichen Verfassung wie Arcandor.”

(Redaktion)


 


 

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