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Arcandor: Viele offene Fragen bei Quelle

Guter Rat ist in diesen Tagen vorallem bei den Mitarbeitern des insolventen Versandhauses Quelle stark gefragt. Trotz der in der vergangenen Woche angekündigten Liquidation des Unternehmens bleiben die Insolvenzverwalter bisher konkrete Aussagen darüber, wie es weitergehen soll, schuldig.

Noch immer ist beispielsweise nicht geklärt, ob es eine Transfergesellschaft für die knapp 4.000 Beschäftigten, die zum 1. November entlassen werden sollen, geben wird. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg räumt der Gesellschaft wenig Chancen ein, da Quelle aufgrund der Finanzlage keinerlei Gelder zuschießen könne. Das verwundert Experten, denn die Bundesagentur für Arbeit übernimmt die Gehaltskosten, auch der Freistaat Bayern hat bereits finanzielle Unterstützung zugesichert. Die Gewerkschaft ver.di geht davon aus, dass eine Qualifizierungsmaßnahme pro Monat und Mitarbeiter 200 bis 300 Euro kosten würde - eigentlich ein zu finanzierender Betrag, doch die Gesamtsumme beläuft sich auf geschätzte 20 Millionen Euro. Geld, dass Quelle nicht zuletzt durch das gekündigte Factoring und den verspäteten Versand des Herbstkataloges nun fehlt.

Am Wochenende keimte noch einmal so etwas wie neue Hoffnung im Großraum Nürnberg-Fürth auf. Große Tageszeitungen vermeldeten plötzlich das Interesse von zwei Investoren an einer geschrumpften Form des Quelle-Versandhauses. So sollen künftig nur noch die Bereiche Möbel, Küchen, Wohneinrichtungen und Wohntechnik den Kern der neuen alten Quelle ausmachen. Dadurch könnten schätzungsweise bis zu 400 Jobs in der Region erhalten werden. Die Insolvenzverwalter halten sich indes bedeckt und verweisen darauf, noch kein offizielles Angebot der Interessenten erhalten zu haben.

Viel Zeit bleiben Görg und seinem Team nicht mehr, um die Gläubigerinteressen zu befriedigen. Momentan stehen alle Warenlieferungen und Prozessketten auf Stopp, was besonders die Quelle-Auslandstöchter zu spüren bekommen. Hier droht durch die strategischen Entscheidungen Görgs mittlerweile eine Art "kalte Liquidation ". Dadurch sind auch Steuergelder gefährdet, denn der Bund hatte im Sommer mit einem 50-Millionen-Euro-Kredit das Überleben von Quelle verlängert. Noch ist nicht sicher, ob durch die geplante Abverkaufsaktion von 18 Millionen Artikeln in den nächten Wochen überhaupt genug Geld zusammenkommt.

(Redaktion)


 


 

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