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Insolvenzverfahren

Arcandor: Seehofer will Quelle weiter als Ganzes erhalten

Aus Anlass der geplanten Entlassungen beim Fürther Versandhändler Quelle hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) heute bei der IHK Nürnberg um ein Gespräch gebeten. Neben Seehofer nahmen an dem Gespräch unter anderem auch der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung, der bayerische Umweltminister Markus Söder, der Präsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken Klaus L. Wübbenhorst, der Vorsitzende des DGB Mittelfranken Stephan Doll, sowie der Vorsitzende der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit Rainer Bomba teil.

„Bei Quelle bleibt unser Ziel, dass wir weiterhin alle Anstrengungen unternehmen werden, um Quelle als Universalversandhandel zu erhalten – ohne ein Herausschneiden von Flietstücken“, betonte Seehofer heute Vormittag nachdrücklich. Noch heute will der Ministerpräsident daher Gespräche mit Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg führen. „Ich möchte deutlich machen, dass die bayerische Staatsregierung weiterhin ein großes Interesse daran hat, dass Quelle als Ganzes erhalten bleibt“, so Seehofer weiter. Für alle weiteren Maßnahmen, etwa eine Transfergesellschaft, sei allerdings der Insolvenzverwalter zuständig.  „Wir haben durch Quelle hier eine Situation, die uns alle weiter zu starken Kraftanstrengungen herausfordert“, betonte der Ministerpräsident. Beim besten Willen könne man allerdings noch keine Zahlen über eventuelle Hilfen des Freistaats nennen. Nürnbergs Wirtschaftsreferent Fleck hatte zuvor eine schnelle Hilfe für Quelle gefordert (wir berichteten).

BUCHEMPFEHLUNG:

„Mir kommt es darauf an, dass wir von den Arbeitslosenzahlen von acht oder neun Prozent hier wegkommen. Bei allen Problemen sollte man nicht vergessen, dass die Region ein ausgezeichneter High-Tech-Standort ist“, sagte Seehofer. Nur die Arbeitsmarktsituation sei in der Region in Teilen noch nicht befriedigend. Die Gesprächsteilnehmer haben daher heute eine Arbeitsgruppe gegründet. Bis zum Jahreswechsel 2009 / 2010 will diese nun ein Zukunftsprogramm für die Arbeitsmarktstruktur in Nürnberg und Fürth vorlegen. Auf die Frage, wo denn die Vertreter des Wirtschaftsministeriums seien antwortete Umweltminister Söder nur scherzhaft: „Dienstreise!“


(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Quelle-PF
22.08.09 09:13 Uhr
Quelle am Ende

Wer glaubt, Quelle werde sich wirtschaftlich erholen, der sieht sich auf dem Holzweg. 50 Mio. Euro für den Druck des Hauptkataloges, waren ´rausgeschmissenes Geld. Der Universalversender kann keine oder nur spärlich Ware an den Endverbraucher weitergeben, da die Lieferanten nur gegen Vorkasse liefern. Da kommen schon einmal Lieferzeiten zwischen 4 und 8 Wochen zustande. Welcher Kunde wartet so lange? Wer benötigt Sommerware im Winter?

In den vergangenen Monaten hat Quelle einen so hohen Imageverlust erlitten, dass das Wollen nach Erhaltung des Gesamtunternehmens zwar gross ist, jedoch wenig wirtschaftlichen Sinn zeigt. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen Quelle am 01.09.2009, sind nicht nur alle Handelsvertreterverträge mit den Quelle-Shops automatisch erloschen; auch Mitarbeiter, die in Transfergesellschaften umgelagert werden, sehen sich spätestens in einigen Monaten auf der Strasse.

Insolvenzverwalter Görg gibt zwar 1.000 Shops die Chance auf Erhaltung.............aber nur zu geänderten Konditionen, die einen Weiterbetrieb des eigenen Geschäftes wirtschaftlich nicht zulässt. So wird auf Multimediaartikel keine Provision mehr gezahlt und auf Elektrogrossgeräte ein satter Einkommenseinschnitt vorausgesetzt, hinzukommend die Liefereinschnitte, die sich negativ auf das zu erwartende Geschäft auswirkt. Hier wird eindeutig Augenwischerei betrieben und auf die Naivität der Filialbetreiber gesetzt. Wer bringt schon gerne Geld mit, um für ein totes Unternehmen arbeiten zu dürfen, die durch potenzielle Misswirtschaft ihren Untergang selbst zu verantworten haben? Wer solch einen Einschnitt, in Form eines neuen Handelsvertretervertrages, unterschreibt, scheint wirklich den Sinn für Realität verloren zu haben. Nach dem Motto "Tausend Züge fahren täglich in den Bahnhof ein - in jedem Zug muss nur ein Dummer sitzen...."

Und immer sind die "Kleinen" die Leidtragenden. Sie werden in Transfergesellschaften ausgegliedert; mit weniger Einkommen. Werden die Manager ausgegliedert, die über Jahre hinweg nicht wussten, was Sie tun? Diese wechseln einfach das Unternehmen - ohne Konkurrenzklausel und machen da weiter, wo sie aufgehört haben. Und da redet Herr Seehofer von Zukunft der Arbeitsmarktstruktur! Wessen Struktur er wohl da meint? Jetzt scheint er noch helfen zu wollen, respektive 27. September 2009, danach wird man sich um 360° drehen und erklären, dass man zwar alles versucht hätte, doch das Unternehmen nicht zu retten gewesen wäre!

Die Hilfen des Freistaates Bayern flössen doch sowieso nur da wieder hin, wo sie still und heimlich versickern könnten.

Oh Deutschland, was ist aus Dir geworden - eine Bananenrepublik!

 

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