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Experten-Kolumne

Architekt haftet für Pleite-Bauträger

Käufer noch zu errichtender Eigentumswohnungen finanzieren diese regelmäßig über einen Baukredit, der in Raten, abhängig vom Baufortschritt an den Bauträger ausbezahlt wird. Der Baufortschritt wird meist vom Archtekten des Bauträgers gegenüber Bank bzw. Notar bestätigt, so Rechtsanwalt Dr. Volker Mayer aus der Kanzlei ADJULEX

Probleme gibt es häufig dann, wenn der Bau Mängel aufweist, für deren Beseitigung aber kein Einbehalt gemacht wird, weil die Bank des Käufers auf Basis der Baustandsberichte zu Lasten seines Kontos die jeweils fälligen Kaufpreisraten ausbezahlt. Der Architekt ist vom Bauträger beauftragt und bezahlt und weist den Käufer daher auf Mängel oft nicht hin. Da der Bauträger dann auch schnell pleite war, sollte der Architekt die Kosten der Mangelbeseitigung zahlen.

Für den BGH, stellte sich im Urteil vom 25.9.08, Az. VII ZR 35/07, die Frage, ob der Architekt für die Schäden des Käufers haftet, obwohl mit dem Käufer keine vertragliche Beziehung bestand. Ohne Architektenvertrag scheiden in der Regel vertragli-che Schadenersatzansprüche aus. Nicht aber in diesem Fall: Der Käufer sei in den Schutzbereich des zwischen dem Architekten und dem Bauträger abgeschlossenen Architektenvertrags einbezogen. Die Bautenstandsberichte seien zumindest auch dazu bestimmt sicherzustellen, dass Ratenzahlungen nur erfolgen, wenn der für deren Fälligkeit vereinbarte vertragsgemäße Bautenstand auch erreicht sei.

(Dr. Volker Mayer)


 


 

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