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Kein Honorar bei Überschreitung der Architekten-Kostenplanung

Bauliche Maßnahmen und eine damit verbundene Beauftragung eines Architekten spielen bei Unternehmensgründungen oder Unternehmenserweiterungen oftmals eine wichtige Rolle – vor allem unter finanziellen Gesichtspunkten. Sprengt die Architektenplanung den vorgegeben Kostenrahmen und kann deshalb nicht realisiert werden, muss der Auftraggeber kein Honorar bezahlen.

Bauliche Maßnahmen und eine damit verbundene Beauftragung eines Architekten spielen bei Unternehmensgründungen oder Unternehmenserweiterungen oftmals eine wichtige Rolle – vor allem unter finanziellen Gesichtspunkten. Sprengt die Architektenplanung den vorgegeben Kostenrahmen und kann deshalb nicht realisiert werden, muss der Auftraggeber kein Honorar bezahlen.

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs (Az.: VII ZR 230/11) kommt dies selbst dann zum Tragen, wenn der Rahmen nicht genau abgesteckt war.

Im verhandelten Fall erhielt ein Architekt den Auftrag für die  Genehmigungsplanung eines Wohnhauses. Dessen vorgelegte Planung konnte der Auftraggeber nicht realisieren, da der Architekt mit Baukosten in Höhe von 1,5 Millionen DM weit über dem vorgegebenen Kostenrahmen von 800.000 DM lag.

Seine Planungsleistung stellte der Architekt in Rechnung, jedoch verweigerte der Auftraggeber die Zahlung, da die Planung unbrauchbar gewesen sei. Der Architekt bestritt in seiner Klage eine entsprechende Kostengrenze und machte seine Forderung gerichtlich geltend.

Entgegen der Urteile der Vorinstanzen entschieden die Richter am Bundesgerichtshof nunmehr zu Gunsten des Auftraggebers. Ein Architekt sei grundsätzlich dazu verpflichtet, bereits im Vorfeld den wirtschaftlichen Rahmen des geplanten Bauvorhabens abzustecken und die Kostenvorstellungen des Auftraggebers bei der Planung zu berücksichtigen. Zusätzlich müsse der Architekt bei etwaigen Zweifeln über den Kostenrahmen für Aufklärung sorgen.

Nach Ansicht der Richter gelte der Planungsrahmen jedenfalls immer dann als verbindlich, wenn der Architekt ihm nicht widerspricht. Werde der Kostenrahmen später vom Architekten überschritten und die Planung ist deshalb nicht durchsetzbar, habe der Architekt keinen Anspruch mehr auf sein Honorar, entschieden die Richter abschließend.

Hinweis: Die vom BGH genannten Aspekte wurden von den Vorinstanzen nicht berücksichtigt. Die Angelegenheit muss deshalb vor dem Berufungsgericht erneut verhandelt und entschieden werden.

Quelle: KfW-Starthothek

(Redaktion)


 


 

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