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Wertvolles Expertenwissen

Beim Kauf und Bau einer Immobilie zahlt sich der Rat von Sachverständigen aus

Gutachten von Sachverständigen im Zusammenhang mit dem Kauf oder Bau eines Hauses haben ihren Preis. Andererseits können Bauherren unter Umständen bei ihrem Projekt am Ende kräftig draufzahlen, wenn sie auf das Wissen der Experten verzichten.

Unabhängige Hilfe kann sich schon beim Kauf einer Immobilie lohnen. Hier haben Käufer und Verkäufer meist sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Wert des Hauses und des Grundstücks. Ein Wertgutachten kann dazu beitragen, dass sich beide auf das richtige Maß einigen. «Für den Erwerber hat sich das Gutachten gelohnt, wenn der Kaufpreis aufgrund der Wertermittlung gemindert wurde», sagt Horst Borgmann vom Bauherren-Schutzbund (BSB). Bei nachgebendem Grundstücksmarkt sei die Aktualisierung eines älteren Gutachtens für den Käufer ebenfalls von Vorteil.

Wichtig ist, dass das Gutachten den aktuellen rechtlichen Vorschriften entspricht und auch für Nichtfachleute nachvollziehbar ist. Ein fachkompetentes Gutachten enthält nach Information des BSB die vollständige Angabe aller Informationsquellen, die komplette Darstellung der Untersuchungen sowie die Dokumentation aller ermittelten Daten und informiert über das Wertermittlungsverfahren. Dazu ist eine exakte Grundstückbeschreibung mit Lage, Umgebung, Erschließung, tatsächlicher und zulässiger Nutzung notwendig. Die Baubeschreibung sollte mit Bauweise, Bauzustand und Außenanlagen vollständig sein. Zur Wertermittlung gehören Bodenrichtwert und Bodenwert, Vergleichspreise und Ertragswerte.

Entsprechend der Wertermittlungsverordnung müssen auch die sachgerechte Wahl des Wertermittlungsverfahrens und Begründungen nachvollziehbar sein. Des Weiteren muss das Gutachten plausible Beschreibungen für den Wert beeinflussende Faktoren und Ableitungen des Verkehrswertes enthalten.

Ein Wertgutachten stellt hohe Ansprüche an den Gutachter. Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, ist es ratsam, vor der Auftragsvergabe die Fachkompetenz des Anbieters zu prüfen, so der Bauherren-Schutzbund. In jedem Fall sollten Auftraggeber darauf achten, dass der Gutachter unabhängig, firmen- und produktneutral arbeitet. Die Kosten werden in der Regel nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) berechnet.

Auch beim Bauen selbst lohnt sich der Einsatz eines Experten in den meisten Fällen. «Erfahrene Bausachverständige entdecken bei ihren Begehungen während der Bauzeit immerhin durchschnittlich 16 Mängel an einem Schlüsselfertighaus», betont Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbandes Privater Bauherren (VPB). Bauschäden in Höhe von durchschnittlich 12 200 Euro wurden von ihnen rechtzeitig entdeckt und verhindert. Nach Erhebungen des VPB müssen Bauherren mit erheblichen Mängeln und Folgekosten rechnen, wenn sie ohne fachlichen Rat ans Werk gehen. «Im Durchschnitt sind das 25 000 Euro», sagt Verbraucherschützer Penningh. «Diese unerwarteten Nachzahlungen entsprechen immerhin rund zehn Prozent der durchschnittlichen Baukosten.»

Trotz guter Vorbereitung und Begleitung durch einen Sachverständigen lassen sich Auseinandersetzungen zwischen Bauherren und Baufirmen nicht immer vermeiden. Teuer wird es, wenn die Gerichtsprozesse über mehrere Instanzen gehen. Hier kann sich die Einschaltung eines Schiedsgutachters lohnen. (Reiner Fischer)

(Redaktion)


 


 

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