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Achtung! Betriebliche Altersvorsorge

Betriebsrenten fallen wegen der Krise niedriger aus!

Die gesetzliche Rente wird künftig nicht mehr ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter zu sichern. Zusätzliches Sparen fürs Alter ist deshalb notwendig – auch über die betriebliche Altersvorsorge. Doch ist diese angesichts der aktuellen Finanzkrise wirklich sicher? Was passiert, wenn der Arbeitgeber Pleite macht?

Die betriebliche Altersvorsorge ist "wegen ihrer spezifischen Sicherungseinrichtungen" gut gegen Verluste abgesichert, erklärte die Bundesregierung am 18.11.2008. Ausgangspunkt für eine Betriebsrente ist nach § 1 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung eine Arbeitgeberzusage für Rentenleistungen. Das Gesetz bestimmt dabei ausdrücklich: "Der Arbeitgeber steht für die Erfüllung der von ihm zugesagten Leistungen auch dann ein, wenn die Durchführung nicht unmittelbar über ihn erfolgt." Doch was passiert, wenn der Arbeitgeber Pleite macht? Je nach Art der betrieblichen Altersvorsorge ("Durchführungsweg") gibt es zwei Haupt-Sicherungssysteme.

Insolvenzsicherung über Protektor

Bei Direktversicherungen und bei den meisten Pensionskassen springt im Insolvenzfall die "Protektor-Lebensversicherungs-AG" ein, die ihren Sitz in Berlin hat. Dabei handelt es sich um einen Sicherungsfonds der Lebensversicherungs-Branche, der im Versicherungsaufsichtsgesetz vorgeschrieben ist. Protektor hat Pflichtmitglieder (alle Lebensversicherungen) und freiwillige Mitglieder (Pensionskassen). Finanziert wird die Gesellschaft per Umlage durch die Mitglieder. Bekannt geworden ist sie im Zusammenhang mit der drohenden Insolvenz der Mannheimer Lebensversicherung im Jahr 2003, als sie alle mit der Mannheimer abgeschlossenen Verträge übernahm und fortführte.

Insolvenzsicherung über den Pensionssicherungsverein

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern für die betriebliche Altersvorsorge eine Direktzusage, eine Unterstützungskasse oder einen Pensionsfonds anbieten, sind gesetzlich verpflichtet, Mitglied im Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) zu werden. Das muss schnell geschehen – genau: innerhalb von drei Monaten, nachdem der erste Arbeitnehmer eines Betriebs eine "unverfallbare Anwartschaft" auf eine Betriebsrente erworben hat oder Rente erhält.

Ende 2008 waren gut 73.100 Arbeitgeber Mitglied des PSV. Dieser haftet derzeit im Schadensfall für betriebliche Rentenansprüche in Höhe von 277 Mrd. Euro. Finanziert wird er über Beiträge der Mitgliedsunternehmen. Der Beitragssatz lag im Jahr 2008 bei 0,18 Prozent der Anwartschaften. Ein Unternehmen, das z.B. nach derzeitigem Stand künftig für eine Million Euro an Rentenansprüchen aufkommen muss, hatte 1800 Euro an den PSV abzuführen.

Diese Insolvenzsicherung tut Not. Immerhin verzeichnete der Verein im letzten Jahr 454 Insolvenzen von Mitgliedsunternehmen und musste für ausfallende Renten in Höhe von 591,8 Mio. Euro eintreten.

Für das Jahr 2009 rechnet der PSV mit deutlich höheren Ausfällen. Bereits bis Ende Juni 2009 war der Verein von 463 Insolvenzen betroffen. Deshalb steigt der Beitragssatz 2009 auf 1,35 Prozent. Das oben genannte Unternehmen muss für 2009 also 13.500 Euro Beitrag zahlen für gleich hohe Rentenansprüche.

Wann tritt Unverfallbarkeit ein?

Unverfallbar sind Betriebsrentenansprüche, wenn ein Arbeitnehmer mindestens 30 Jahre alt ist und seit wenigstens fünf Jahren vom Arbeitgeber eine Zusage für eine Betriebsrente erhalten hat. Für Verträge, die ab 2009 neu abgeschlossen wurden, gilt statt der 30-Jahres- eine 25-Jahres-Grenze.
Wer seine Betriebsrente per Gehaltsumwandlung selbst bezahlt, hat immer sofort einen Rentenanspruch, der nicht verfallen kann.

Tipp: Vorsicht bei Arbeitgeberwechsel. Die wichtigste Sicherungslücke bei der betrieblichen Altersvorsorge besteht für junge Arbeitnehmer (unter 30 bzw. bei Neuabschlüssen unter 25 Jahren), die von ihrem Arbeitgeber zusätzlich zu Lohn und Gehalt Zusagen oder Zuschüsse zu einer betrieblichen Altersversorgung erhalten. Innerhalb der ersten fünf Jahre sind ihre Ansprüche bei einer Insolvenz ungesichert. Sie gehen in der Regel auch dann verloren, wenn der Arbeitnehmer innerhalb dieser Frist den Arbeitsplatz wechselt oder entlassen wird.

Krise hat Einfluss auf die Höhe der Betriebsrente

Bei der Betriebsrente ist es ähnlich wie bei der gesetzlichen Rente: Dass sie später gezahlt wird, ist zwar in der Regel sicher – nicht jedoch ihre Höhe. Die derzeitige Krise am Kapitalmarkt wirkt sich negativ auf die Höhe der aktuell gezahlten und der künftigen Betriebsrenten aus.

Allerdings: Bei Direktversicherungen ist zumindest der Garantiezins in Höhe von derzeit 2,25 Prozent gesichert. Die Überschüsse, die die Versicherungs-gesellschaften zusätzlich erwirtschaften, fallen allerdings deutlich niedriger aus, als es noch vor einigen Jahren erwartet wurde. Ähnliche Erfahrungen machen auch diejenigen, die eine private Renten- oder Kapitallebensversicherung abgeschlossen haben.

Auch Pensionsfonds spüren die Krise. Doch immerhin: Wenigstens die eingezahlten Beiträge müssen bei der Berechnung der späteren Rente zugrunde gelegt werden. So verwundert es nicht, dass die OECD in ihrem jüngsten Vergleich der Rentensysteme verschiedener Industrienationen auch die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland als stabil einschätzte. Dabei wurde die vorsichtige Anlagepolitik der Pensionsfonds hervorgehoben, die in Deutschland – anders als in anderen Ländern – dazu geführt habe, dass die (vorübergehenden) Verluste der Fonds mit durchschnittlich 8 Prozent vergleichsweise gering ausgefallen seien. Irische, australische und amerikanische Pensionsfonds hätten dagegen allein 2008 Wertverluste zwischen 23 und 40 Prozent hinnehmen müssen.

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(Akadem.Arbeitsgemeinschaft)


 


 

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