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Neun Fragen für 2009

Business-on.de Mittelfranken im Gespräch mit Bernd A. Diederichs (Geschäftsführer NürnbergMesse)

Business-on.de Mittelfranken befragte Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zu ihren Prognosen für 2009. Der Geschäftsführer der NürnbergMesse, Bernd A. Diederichs sieht noch Defizite bei Infrastruktur, Ausbildung und Marketing in der Region.

Business-on.de Mittelfranken: Herr Diederichs, wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Branche?

Bernd A. Diederichs: Das deutsche Messewesen erlebte 2008 ein Rekordjahr. Nie haben sich mehr Aussteller und Besucher an den internationalen Fachmessen in Deutschland beteiligt, nie war die Internationalität der Akteure höher.

Business-on.de Mittelfranken: Spüren Sie bereits die Ausmaße der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise?

Bernd A. Diederichs: Derzeit noch nicht. Messen gehören zu den Branchen, die als letzte von einem wirtschaftlichen Abschwung betroffen sind. Umgekehrt gehören sie zu den ersten, die von einem Aufschwung profitieren. Wir rechnen deshalb erst ab Mitte 2009 mit spürbaren Auswirkungen.

Business-on.de Mittelfranken: Wie wird sich Ihre Auftragslage und Ihr Umsatz im kommenden Jahr entwickeln?

Bernd A. Diederichs: Die Fachmessen, die im ersten Halbjahr 2009 stattfinden werden, sind zu 90 Prozent entweder stabil oder leicht wachsend. Für das zweite Halbjahr 2009 können wir derzeit keine seriöse Aussage treffen.

Business-on.de Mittelfranken: Wie schätzen Sie Ihre Perspektiven für 2009 ein?

Bernd A. Diederichs: Unverändert gut. Messen bewähren sich gerade in Zeiten des Umbruchs. Wenn neue Absatzmärkte gesucht und neue Kundengruppen erschlossen werden müssen.

Business-on.de Mittelfranken: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Ihr Unternehmen bringen?

Bernd A. Diederichs: Für uns wird es hart, wenn aus der Finanz- und Wirtschaftskrise eine Vertrauenskrise wird. Messen leben auch davon, dass Unternehmen an die Zukunft glauben. Natürlich bieten sich auch Chancen. Messen, die die Nr.1 und Nr. 2 einer Branche sind, werden gestärkt aus diesem Abschwung hervorgehen. Andere werden vom Markt verschwinden. Unser Portfolio besteht zu 90 Prozent aus Messen, die bereits heute die Nr. 1 und Nr. 2 sind. Wir sind davon überzeugt: Die NürnbergMesse wird gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.

Business-on.de Mittelfranken: Sind Sie zufrieden mit dem Standort Mittelfranken und welche Faktoren schätzen Sie besonders? Planen Sie, künftig weiter in Mittelfranken zu investieren?

Bernd A. Diederichs: Die NürnbergMesse wird auch in zehn Jahren rund 80 Prozent ihrer Umsätze in Nürnberg generieren. Allein in 2009 werden wir rund 50 Mio. Euro in das Messe- und Kongresszentrum Nürnberg investieren. Wir sind mit dem Standort sehr zufrieden, würden uns aber noch stärker nach außen gerichtetes Marketing und ein höheres Selbstbewusstsein wünschen, was die eigenen Stärken angeht. Und davon gibt es einige!

Business-on.de Mittelfranken: Wie beurteilen Sie die Steuer - und Abgabenlast an Ihrem Standort und wie hat sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt? Was müsste seitens der Politik in diesem Bereich getan werden?

Bernd A. Diederichs: Im Zweifel sind die Steuern und Abgaben immer zu hoch. Auf der anderen Seite benötigt der Staat Einnahmen. Die Frage ist doch, wie sinnvoll werden die Einnahmen verwendet, um eine für Unternehmen günstige Infrastruktur zu schaffen. Das schließt für mich Aus- und Weiterbildung ebenso ein wie den Ausbau von Straßen. In beiden Punkten sehen wir Handlungsbedarf.

Business-on.de Mittelfranken: Wie sieht es mit der Unternehmerfreundlichkeit aus? Reichen Engagement und Förderung aus oder müsste hier noch mehr getan werden?

Bernd A. Diederichs: Wir sind ausgesprochen zufrieden und bedanken uns an dieser Stelle ausdrücklich für die Unterstützung seitens des Wirtschaftsreferates und der IHK!

Business-on.de Mittelfranken: Was sind die wichtigsten Trends, die Ihre Branche im kommenden Jahr maßgeblich bestimmen werden?

Bernd A. Diederichs: Globalisierung auf der einen und Lokalisierung auf der anderen Seite, beides sind zwei Seiten einer Medaille.

(Redaktion)


 


 

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