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Conti-Ruhe vor dem Schaeffler-Sturm?

Noch vor einem Jahr beendete die Investorenvereinbarung zwischen Schaeffler und Continental die Übernahmeschlacht der beiden Automotive-Konzerne. Jetzt sorgt das Schriftstück immer wieder für neue Aufregung und Irritationen zwischen Herzogenaurach und Hannover. Nun wird von Ex-Kanzler Gerhard Schröder juristisch geprüft, ob das Ansinnen Schaefflers, Conti-Chef Karl-Thomas Neumann abzusetzen, mit dem Geist der Übereinkunft vereinbar ist.

Schaeffler hatte Ende Juli versucht, Conti-Chef Neumann abzusetzen. Ex-Kanzler Schröder prüft nun, ob der Groß aktionär dadurch die Investorenvereinbarung gebrochen hat. Wie Werner Bischoff, Conti- Aufsichtsrat von der Gewerkschaft IG BCE bestätigte, muss der von Schaeffler berufene Continental-Aufsichtsratschef Rolf Koerfer im Laufe des Montag alle offenen Fragen zu den Vorgängen innerhalb des Kontrollgremiums beantworten. Momentan scheint der Trend dahin zu gehen, eine erneute Kampfabstimmung zu vermeiden. Auch will sich Schaeffler nicht mehr gegen eine Verlagerung des Firmensitzes stemmen.

Unter Juristen ist indes die Rechtsverbindlichkeit der Investorenvereinbarung umstritten. Der von Schröder mit der Prüfung beauftragte Münchner Jurist Reinhard Pöllath kommt nach Berichten des Handelsblatts zu dem Schluss, dass der "Putschversuch" Schaefflers nach der Investorenvereinbarung nicht hätte stattfinden dürfen. Der Aktienrechtler Mathias Habersack hält dieses jedoch für einen sensiblen Punkt, der rechtlich noch nicht abschließend geklärt sei: "Was den Geschäftsführer des Unternehmens Schaeffler vertraglich festlegt, bindet ihn grundsätzlich nicht als Mitglied des Aufsichtsrats von Conti", sagte der Rechtsprofessor gegenüber der Zeitung.

Denkbar ist jedoch auch die "große Lösung", nach der Koerfer und Neumann ihre Posten räumen müssten. An der Spitze von Conti müssten dann jedoch Personen stehen, mit denen sowohl die beiden Konzerne als auch die Banken leben könnten. In einem Interview mit dem Spiegel forderte Ex-Conti-Chef Manfred Wennemer diese auf, endlich die Zügel in die Hand zu nehmen: "Schaeffler hat seine Reputation verloren. Die Familie muss das akzeptieren und versuchen, daraus das beste für Continental und Schaeffler zu machen", sagte er. 

(Redaktion)


 


 

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