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Quartalsgewinn steigt

Deutsche Bank lässt Finanzkrise hinter sich

Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im zweiten Quartal trotz der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich gesteigert. Nach Steuern verdiente der deutsche Branchenprimus 1,1 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Im ersten Halbjahr lag der Gewinn nach Steuern bei 2,3 Milliarden Euro nach 504 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2008, wie die Bank am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte.

Die Bankenbranche und die weltweiten Finanzmärkte hätten sich weiter stabilisiert, sagte der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann. Steigende Liquidität und weniger ausgeprägte Schwankungen an den Finanzmärkten seien «hilfreich für unser Geschäft».

Den Ausblick für das verbleibende Jahr macht Ackermann von der weiteren Entwicklung der globalen Wirtschaft abhängig. Auf dieses «unsichere Umfeld» sei die Deutsche Bank gut vorbereitet. So seien die Kosten gesenkt, die Risiken in der Bilanz verringert sowie die Kapital- und Liquiditätsposition gestärkt worden. Mit Blick auf das «schwierige Kreditumfeld» sagte Ackermann, die Deutsche Bank werde ihre Kunden wie bisher unterstützen. Die Kredite im mittelständischen Firmenkundengeschäft seien heute um rund drei Milliarden Euro höher als zu Beginn der Krise im Herbst 2007.

Gleichwohl rechnet die Bank auch weiterhin mit Belastungen im Kreditumfeld. Die Ausfallraten in den Kreditportfolios werden dem Institut zufolge zunehmen. Das, zusammen mit einer wachsenden Zahl von Privat- und Unternehmensinsolvenzen, werde die Belastungen im klassischen Kreditgeschäft im weiteren Jahresverlauf deutlich erhöhen, selbst wenn die Realwirtschaft wie erwartet die Talsohle erreicht haben sollte. Die Risikovorsorge wurde deshalb deutlich erhöht.

Immer geringer wird dagegen die Gefahr, die von Abschreibungen wegen der Finanzkrise ausgeht: Während die Deutsche Bank im Vorjahresquartal noch Wertberichtigungen von 2,1 Milliarden Euro stemmen musste, waren die Abschreibungen mit 108 Millionen Euro im zweiten Quartal vergleichsweise niedrig.

Wegen der deutlich erhöhten Risikovorsorge, mit der sich die Bank absichern will, fiel die Reaktion der Analysten trotz des hohen Gewinns verhalten aus. Analyst Michael Seufert von der NordLB sagte: «Die Deutsche Bank hat gezeigt, dass sie trotz der hohen Belastungen in dem schwierigen Umfeld Geld verdienen und aus der Krise gestärkt hervorgehen kann.» «Allerdings ist neben Licht auch Schatten.» So sei die Risikovorsorge sehr hoch.

Die im Leitindex DAX notierte Aktie der Bank verlor bis 15.20 Uhr 9,9 Prozent auf 46,90 Euro und führte damit die Verlierer klar an. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Nach der vorangegangenen Rallye hätte vermutlich nur eine positive Überraschung den Kurs weiter nach oben getrieben, sagte ein Marktteilnehmer. Diese sei aber ausgeblieben.

Für das Geschäftsjahr 2009 geht die Bank von einer Dividende in Höhe von 0,50 Euro je Aktie aus. Wie Finanzvorstand Stefan Krause sagte, würde sich die Bank damit auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, als sie wegen eines negativen Geschäftsergebnisses die Dividende deutlich auf 0,50 Euro gekürzt hatte. Für 2007 hatte die größte deutsche Bank an ihre Aktionäre noch 4,50 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank nahm am Dienstag zur Spitzelaffäre bei dem Institut Stellung. Aufsichtsrat und Vorstand hätten den Bericht der mit der Untersuchung beauftragten Anwaltskanzlei zur Kenntnis genommen, hieß es in einer Mitteilung. Danach seien die «zweifelhaften Methoden» nicht von Mitgliedern des Aufsichtsrats oder Vorstands legitimiert worden.

Quelle: ddp

(Redaktion)


 


 

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