Sie sind hier: Startseite Mittelfranken Bizz Tipps Buchtipp
Weitere Artikel
Die Bambus-Strategie

Keine gute Laune? Dann tun Sie doch einfach so als ob!

Ein wesentlicher Resilienzfaktor ist die Fähigkeit, belastenden Umständen eine positive Einstellung entgegensetzen zu können. Ihre Einstellung, die darüber entscheidet, ob Sie sich unter Druck gut anpassen können und unter Stress die gleiche Leistung bringen wie ohne Stress, oder nicht. Was ist mit positiver Einstellung gemeint?

Positive Einstellung bedeutet, das „Gute im Schlechten“ als Chance zu sehen und sich selbst gut zureden zu können. Ein positives Menschenbild zu haben und die Fähigkeit zu besitzen, sich von Problemen zu distanzieren, sich nicht überwältigen zu lassen und gelassen zu bleiben. Humor, die Hoffnung und der Glaube daran, dass alles wieder gut wird, geben Halt, Kraft und Ausdauer, widrige Umstände besser zu ertragen und zu bewältigen.

Wie Sie an Ihrer positiven Einstellung arbeiten können

1. Entmachten Sie Miesmacher und Rechthaber

Manche Menschen tragen geistige Scheuklappen: Worüber sie auch nachdenken und sprechen, es sind negative Dinge. Sie sehen nur ihre Probleme, was ihnen fehlt und was möglicherweise schiefgehen könnte. Sie blenden dabei alles aus, was gut ist. Wenn Sie fröhlich vom fantastischen Wetter sprechen, kommt garantiert: „Ja, aber morgen soll es schon wieder regnen.“ Wenn Sie motiviert an der Lösung eines kniffligen Problems arbeiten, sagen sie: „Das geht nicht, das ist nicht zu schaffen, hör auf zu träumen.“ Wenn Sie mit Begeisterung von Ihren Plänen sprechen, legt sich die Stirn des Miesmachers in traurige Falten und sagt: „Also, ich würde mir das noch mal gründlich überlegen, da kann sonstwas passieren.“ Rechthaberei und Oberlehrertum können ebenso an die Nerven gehen, genauso wie muffelige Maulfaulheit ganze Arbeitsbereiche in einen emotionalen Sumpf verwandeln kann. Und die Fähigkeit mancher gefrusteter Zeitgenossen, Sie als Deponie für ihren Seelenmüll zu missbrauchen, grenzt an seelische Körperverletzung. Halten Sie sich solche Menschen nach Möglichkeit vom Hals! Oder schotten Sie sich so gut es geht ab, um sich von deren Verhalten nicht beeinträchtigen zu lassen. Denn den größten Einfluss auf unsere Stimmung haben – außer uns selbst – die Menschen, mit denen wir zusammen leben und arbeiten. Was andere Menschen tun und sagen, löst in uns etwas aus – im positiven, aber auch im negativen Sinne.

2. Entkommen Sie dem „Schlechte-Laune-Sog“

Sicher haben Sie auch schon erlebt, wie die gute Laune von Menschen um Sie herum auf Sie überschwappt. Genau das Gleiche passiert natürlich auch mit schlechter Stimmung. Jeder Kontakt mit einem Jammerer, Lästerer, Negativschwätzer kostet Ihre Energie und übt einen Sog auf Sie aus, der Ihre Leistungsfähigkeit hemmt. Warum ist das so? Mitverantwortlich sind dafür Spiegelneuronen – spezielle Nervenzellen im Gehirn, die uns fühlen lassen, was andere fühlen. Dieser Vorgang läuft spontan und meist unbewusst ab und wird auch „Resonanzphänomen“ genannt. Wenn Sie einem Menschen begegnen, der schlecht gelaunt ist, werden Ihre Spiegelneuronen mit Hilfe von Neurotransmittern aktiviert und stellen eine Simulation der inneren Zustände des Gegenübers her. Eigentlich ist dieses Phänomen dafür gedacht, dass Sie in der Lage sind, sich in jemand anderen einzufühlen und dessen Stimmung nachzuvollziehen. Ihr Gehirn achtet dabei aber nicht darauf, ob es für Sie gerade sinnvoll ist und ob der Mensch Ihnen wichtig genug ist, dass Sie gerne Ihre Energie mit ihm teilen!
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Miesepeter Ihre Energie rauben, dann wissen Sie jetzt: Da ist was dran. Es gibt Menschen, die sind wie Schädlinge an einem jungen Bambustrieb. Begrenzen Sie den Kontakt zu Schädlingen dieser Art soweit es geht, ohne unhöflich zu sein.

Leider ist es nicht immer möglich, die Mieslinge dieser Welt auf Abstand zu halten. Oder fahren Sie nie mit dem Zug? In einer Arztpraxis, bei einem Meeting oder im Aufzug mit mies gelaunten Kollegen – Sicher kennen Sie Situationen, in denen Sie sich kaum des Eindrucks erwehren können, dass eine Schar von Zombies auf dem Weg zum Friedhof unterwegs ist. Starre Gesichter, kein Lächeln, verkrampftes Schweigen. Was machen Sie dann?

So halten Sie die schlechte Laune fern:

  • Machen Sie sich unabhängig und setzten Sie dem Trübsinn etwas entgegen.
  • Auch wenn niemand in Ihrer Nähe freundlich grüßt und lächelt, Sie können es! Freuen Sie sich an Ihrer verblüffenden Wirkung: Ihre Mitmenschen werden wieder zu lebendigen Wesen, lächeln zurück und schon herrscht eine völlig andere Atmosphäre.
  • Beschäftigen Sie Ihren Geist mit etwas, das Sie weiterbringt. Denken Sie über ein Thema nach, für das Sie eine Lösung suchen, oder beamen Sie sich gedanklich an den Tisch mit Freunden, mit denen Sie beim letzten gemeinsamen Essen so viel Spaß hatten.
  • Zählen Sie geistig eine Liste Ihrer Erfolge auf oder überlegen Sie sich drei wichtige Dinge, für die Sie dankbar sind. Wenn das alles nicht hilft und Sie merken, wie die miese Atmosphäre an Ihnen gekratzt hat, tun Sie sich so bald wie möglich nach der Situation etwas Gutes zum Ausgleich und um Ihren Stimmungsakku wieder aufzuladen.
  • Wenn Sie gezwungen sind, regelmäßig mit einem Negativling zusammenzuarbeiten, lohnt es sich, zunächst freundlich eine Andeutung zu machen, was Sie stört.
  • Nützt das nichts, werden Sie etwas deutlicher und sprechen Sie das Verhalten sehr klar an. Bleiben Sie höflich und ruhig, aber sagen Sie, was Ihnen unangenehm ist und was Sie nicht mehr erleben wollen. Führen Sie ein solches Gespräch aber unbedingt unter vier Augen, sonst fühlt sich Ihr Gegenüber nur noch zusätzlich angegriffen und bloßgestellt.

... beim eigenen Chef:

Dem eigenen Chef gegenüber gelten andere Regeln. Allerdings sollten Sie sich auch da nicht alles gefallen lassen. Das sorgt nur dafür, dass sich die Unverschämtheiten immer weiter steigern und bei null Reaktion Ihrerseits die Achtung vor Ihnen endgültig verloren geht. Eine Reaktion, die Sie sich immer erlauben können und die sehr gut funktioniert, ist die gelassene Trennung zwischen Ihrer Person und der Stimmung Ihres Chefs „Oh, war Ihr Tag so schlimm, Herr Maier? Das tut mir leid. Ich glaube, ich komme besser später noch einmal wieder.“ Oder „Herr Müller, wir verlieren an Höhe!“ Beides höflich und ruhig. Und dann den Raum verlassen. Zur Toilette dürfen Sie immer müssen.

Haben es Rosa-Brille-Menschen besonders leicht, die Bambusstrategie zu erlernen?

Ganz und gar nicht! „Ist-doch-alles-halb-so-schlimm-Menschen“ reden sich die Dinge nur schön. Wahre Bamboo-Strategen beziehen die harte Realität mit ein. Sagen: „Das ist schlimm, aber ich finde eine Lösung.“ Und sie behalten die meiste Zeit im Kopf, dass die Menschen im Umfeld nichts dafür können, wenn sie selbst schlecht gelaunt sind. Warum sollten sie also die anderen mit ihrer schlechten Laune terrorisieren und ständig hängende Mundwinkel zur Schau tragen?

Bamboo-Strategen können auch einmal so tun, als ob alles rosarot wäre.

(Katharina Maehrlein)


 


 

Mitmenschen
Einstellung
Bamboo-Strategen
Umstände
Situationen
Stimmung
Probleme
Ihnen
Dinge
Fähigkeit
Laune
Lösung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Mitmenschen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: