Weitere Artikel
Steuern

Doppelte Haushaltsführung: Fiskus akzeptiert jetzt auch Privatumzug

Der Bundesfinanzhof hatte im Frühjahr 2009 entschieden, dass es für den steuerlichen Abzug einer doppelten Haushaltsführung keine Rolle spielt, ob die Zweitwohnung aus beruflichen oder privaten Gründen bezogen wird. Daher lassen sich die Kosten für eine aus beruflichen Gründen bezogene Zweitwohnung auch dann absetzen, wenn der Hauptwohnsitz aus privaten Gründen vom Arbeitsort wegverlegt wird (Az. VI R 58/06, VI R 23/07).

Allein entscheidend ist nämlich, dass der zweite Wohnsitz dazu genutzt wird, um von dort aus den Arbeitsplatz schneller oder bequemer erreichen zu können und sich der Lebensmittelpunkt in der weiter entfernten Hauptwohnung befindet. 

Das Bundesfinanzministerium (BMF) weist in einem Erlass von Mitte Dezember 2009 drauf hin, dass diese für Berufstätige günstige Rechtsprechung in allen offenen Fällen angewendet wird und die gegenteiligen Anweisungen in den Lohnsteuer-Richtlinien nicht mehr gelten (Az. IV C 5 - S 2352/0). Das lässt sich insbesondere für den Eintrag eines Freibetrags auf der Lohnsteuerkarte 2010 und bei der in Kürze anstehenden Einkommensteuererklärung für 2009 nutzen.

Allerdings ist die veränderte Rechtslage kein Freibrief für Arbeitnehmer oder Selbstständige mit einer Berufstätigkeit fern der Heimat. Eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung liegt nämlich weiterhin nur vor, wenn die Verlegung des Lebensmittelpunktes weg vom Firmensitz voraussichtlich auf Dauer erfolgen soll und kein Rückumzug geplant ist. Daher wird es nicht akzeptiert, wenn Berufstätige ihren Lebensmittelpunkt nur für die Sommermonate oder während der Ferien in eine Ferienwohnung verlegen und die Wohnung am Beschäftigungsort nur noch tageweise vom Berufstätigen genutzt wird. Dann lässt sich nur die Pendlerpauschale für die Fahrten zwischen der jeweils tatsächlich genutzten Wohnung und der Arbeitsstätte geltend machen.

Obwohl sich Kosten für eine aus beruflichen Gründen bezogene Zweitwohnung jetzt auch dann absetzen lassen, wenn der Hauptwohnsitz aus privaten Gründen vom Arbeitsort wegverlegt wird, gilt das nicht für den Umzug selber. Der ist nach Ansicht des BMF privat veranlasst und stellt keine Werbungskosten oder Betriebsausgaben dar. Ausnahmen gibt es nur, wenn nach der Wegverlegung des Lebensmittelpunktes vom Beschäftigungsort dort eine andere als die bisherige Wohnung aus beruflichen Gründen als Zweitdomizil genutzt wird. 

Grundsätzlich lassen sich bei der Begründung einer doppelten Haushaltsführung für die ersten drei Monate Verpflegungspauschalen von 24 Euro pro Tag geltend machen. Das gelingt aber nur, wenn der Berufstätige am Beschäftigungsort zuvor noch keine drei Monate gewohnt hatte. Denn die Dauer des vorherigen Aufenthalts rechnet der Fiskus auf die Dreimonatsfrist an.

Quelle: Buhl Buchhaltungssoftware

(Redaktion)


 


 

Bundesfinanzhof
doppelten Haushaltsführung
Zweitwohnung
Hauptwohnsitz
Arbeitsort
Bundesfinanzministerium

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Bundesfinanzhof" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: