03.02.2012  14:00 Uhr

Erneuerbare Energien
Solar Millennium: Zahlreiche Kaufinteressenten

Mittelfranken. Etwa 70 Investoren buhlen um den insolventen Kraftwerksentwickler Solar Millennium. Manche Interessenten würden die Erlanger sogar komplett übernehmen. Zunächst werden aber die Bücher geprüft.

Nachdem die von Insolvenzverwalter Volker Böhm beauftragte Beratungsfirma Deloitte mögliche Käufer gefunden hat, laufen seit dieser Woche konkrete Verhandlungen. Wie Böhm auf Anfrage der Nürnberger Nachrichten mitteilte, handelt es sich um 70 Interessenten. Nach den Vorverhandlungen rechne der Nürnberger Anwalt mit etwa zwölf ernsthaften Investoren, mit denen er eingehender Gespräche führen wolle. Es fanden sich Käufer sowohl für das ganze Unternehmen als auch solche, die nur Teile übernehmen wollen. Die Insolvenzverwaltung überlegt derzeit die Firma in ihre deutschen, spanischen und amerikanischen Geschäfte aufzuteilen.

Die Interessenten haben bereits die sogenannte Due-Dilligence-Prüfung begonnen – eine genaue Analyse des Unternehmens sowie einzelner Projekte – um die Risiken eines Kaufs bewerten zu können. Allerdings erschwert die Vielzahl der Projektgesellschaften ein zügiges Vorgehen. Die Erlanger haben Vertragsverbindungen mit rund 60 Tochterfirmen und Beteiligungen. Eines der Sorgenkinder ist derzeit das kalifornische Wüstensolarprojekt Solar Trust, eine US-Tochter, an der auch der deutsche Anlagenbauer Ferrostahl beteiligt ist.

An die 100 Millionen Euro hat Solar Millennium schon in das Großprojekt investiert. Es sollte den großen Durchbruch bringen. Im vergangenen Jahr aber traten im Zusammenhang mit dem US-Projekt immer wieder neue Probleme auf. Im August gab Solar Millennium überraschend bekannt, dass anstatt der leistungsstärkeren Parabolrinnentechnik nur noch herkömmliche Photovoltaikmodule eingesetzt werden sollen. Dadurch gerieten allerdings Zeitplan und Finanzierung durcheinander. Auch die langwierigen und ergebnislosen Verhandlungen mit dem vorgesehenen Bauunternehmer brachten den Kraftwerksentwickler immer weiter in Bedrängnis. Im Oktober schließlich gaben die Erlanger auf und stellten das gesamte Projekt zum Verkauf. Mit der solarhybrid AG in Brillion nahe Kassel fand sich auch schnell ein Käufer. Doch die Zahlungen blieben aus, da die Veräußerung an Bedingungen gebunden war, die so schnell nicht erfüllt werden konnten. In den Augen Böhms ist das gescheiterte US-Projekt eine der wesentlichen Ursachen für die Insolvenz.


 

(Redaktion)

  • Tags:
  • Solar Millennium
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  • Erlangen
  • erneuerbare Energien

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Solar Millennium AG



 


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