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EU-Vermächtnis

Eurobonds kommen Deutschland weitaus teurer zu stehen als gedacht

Soros irrt: Eurobonds würden Schuldenprobleme nicht lösen. So titelt die Mitteilung von Geld.de und Börsennews.de, die gemeinsam eine Analyse zur Situation der Finanzkrise in Europa erstellt haben. Demnach drohen Deutschland 200 Milliarden Euro mehr an Zinsen in zehn Jahren.

Die Eurokrise ist selbst mit der Einführung von Eurobonds nicht zu bewältigen. In einer Analyse des Finanzdienstleistungsportals GELD.de gemeinsam mit BÖRSENNEWS.de wurde das nun klar belegt. Denn entgegen der Aussage des amerikanischen Finanzjongleurs George Soros, können selbst mit der Einführung eines gemeinsamen Schuldpapiers, den Eurobonds, die Krisenländer in der Eurozone ihre Haushalte nicht einmal ansatzweise konsolidieren.

So liegt das aktuelle Haushaltsdefizit von Griechenland bei über 300 Milliarden Euro. Doch Eurobonds brächten unter Berücksichtigung des aktuellen Emissionsvolumens von Griechenland innerhalb von zehn Jahren "lediglich " rund 84 Milliarden Euro Zinsentlastungen

Eurobonds würden bedeuten: Die sieben stabilsten Euro-Länder, die derzeit einen durchschnittlichen Zinssatz von 2 Prozent beim Verkauf von Staatsanleihen für ihre Refinanzierung von Staatshaushalten bezahlen müssen, würden künftig wohl 3,65 Prozent bezahlen. Das klingt prozentual nicht viel, ist aber in absoluten Zahlen eine gigantische Umverteilung: Es wären Mehrkosten von 323 Millarden Euro innerhalb von zehn Jahren. Zudem hieße es nichts anderes, als dass Deutschland nicht nur beim Euro-Rettungsschirm der große Zahlmeister wäre, sondern auch bei den Eurobonds. In der Berechnung wurde der Anlagehorizont 2014 bis 2024 angenommen.

Die Verliererländer beim Eurobond:

So müssten Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Belgien, Finnland und Luxemburg in einem Zehnjahres-Anlagezyklus nach Berechnungen von GELD.de und BÖRSENNEWS.de insgesamt saftige 323 Milliarden Euro mehr an Zinsen an Geldgeber bezahlen, als bislang. Sage und schreibe 62 Prozent(!) müsste Deutschland von den 323 Millarden Euro Mehrzinsen durch ein gemeinsames europäisches Schuldpapier berappen - also letztlich der deutsche Steuerzahler (Link zur Tabelle).

Das entspricht umgerechnet auf zehn Jahre rund 200 Millarden Euro. Das kleine Land Luxemburg, dessen Staatschef Jean-Claude Juncker gerne Deutschland beim Eurobond in die Pflicht nehmen würde, müsste gerade einmal 600 Millionen Euro in 10 Jahren mehr an Zinsen für Schuldpapiere, die es verkauft, bezahlen oder im Schnitt 60 Millionen Euro pro Jahr (Anteil von 0,2 Prozent). Frankreich wäre mit rund einem Drittel dessen dabei, was Deutschland stemmen müsste - nämlich mit 64 Millarden Euro in zehn Jahren oder rund 6 Milliarden Euro in einem Jahr.

Kein Wunder also, dass in Frankreich sich derzeit besonders Politiker im sozialistischen Lager finden, die über die Einführung eines Eurobonds "nachdenken". Denn sie träfe die Bürde eines alle Euro-Länder gleichmachenden Eurobonds um zweidrittel weniger als Deutschland. Weitere Eurobonds-Zahlmeister wären künftig auch die Niederlande. Sie müssten 24 Millarden Euro mehr für die Verzinsung gemeinschaftlich verkaufter Staatsanleihen in zehn Jahren bezahlen. Ebenso wäre Österreich mit 13 Milliarden Euro dabei.

Die Gewinnerländer beim Eurobond:

Die Gewinnerländer bei der Abschaffung von nationalen Schuldpapieren, also nationalen Staatsanleihen, wären Malta, Zypern, Slowakei, Slowenien, Irland, Portugal, Spanien, Griechenland und Italien. Auf sie kämen unter Annahme der dortigen bisherigen Anleihe-Emissionen innerhalb von zehn Jahren 361 Millarden Euro weniger an Zinsen zu. Statt des bisherigen durchschnittlichen Bonds-Zinssatzes (gewichtet) von 6,1 Prozent, wären nur noch 3,65 Prozent fällig. Das klingt prozentual ebenfalls nicht nach viel, ist es aber hochgerechnet. Der größte Gewinner von Eurobonds wäre Italien mit einer geringeren Zinslast innerhalb von zehn Jahren von 170 Millarden Euro, gefolgt von Griechenland (84 Millarden Euro weniger Zinszahlungen für Schuldpapiere in zehn Jahren), Spanien (55 Millarden Euro), Portugal (37 Milliarden), Irland (11 Millarden), Slowenien (1,5 Millarden), die Slowakei (1,1 Millarden), Zypern (rund 1 Millarden) und Malta (16 Millionen.).

Wenn die Looser gehen

Fazit der Studie von GELD.de und BÖRSENNEWS.de: Es ist an Demagogie nicht mehr zu überbieten, wenn Finanzjongleur George Soros so tut, als würde der Eurobonds die Probleme der Eurozone lösen und als würde Deutschland mit seiner Weigerung zu Eurobonds, hier schuldhaft einer Konsolidierung von Euro-Krisenländern im Wege stehen. Auch die Forderung nach einem Euroaustritt von Deutschland ist entsprechend unakzeptabel.

Den kompletten Bericht sowie die Tabelle mit detaillierten Angaben zu allen Euro-Ländern finden Sie hier.

(Redaktion)


 


 

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