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Rödl & Partner

Familienbewusste Unternehmen sind erfolgreicher

Die aktuelle Studie der Steinbeis-Hochschule Berlin unter Leitung von Helmut Schneider, Professor für BWL, zur Vereinbarkeit von Job und Familie hat erstmals wissenschaftlich untermauert, dass familienbewusste Unternehmen deutlich erfolgreicher am Markt sind. Die Nürnberger Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner machen seit drei Jahren mit ihrer Kinderkrippe vor, wie das funktionieren kann.

"Familienfreundlichkeit rentiert sich für uns, da brauche ich gar nicht mit spitzem Bleistift nachzurechnen - die Vorteile sind so offenkundig. Jeder investierte Euro zahlt sich vielfach aus", berichtet Geschäftsführer Dr. Christian Rödl stolz.

Früher fehlten Mitarbeiter bis zu drei Jahre, wenn Kinder geboren wurden und dem Unternehmen brachen teilweise wichtige Umsatzträger weg. Mit dem eigenen Betreuungsangebot im Rücken sieht die Realität aber ganz anders und die Mütter kehren teilweise schon nach einem Jahr Elternzeit zurück in den Job. "Da liegen Welten zwischen", kommentiert Rödl.

Die Studie von Ökonom Schneider untermauert dies mit Fakten: In familienbewussten Unternehmen liegt die Rückkehrquote aus der Elternzeit im Schnitt 19 Prozent höher als bei Unternehmen ohne Familiensinn. Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung: "Vorher haben die Mütter fachlich oft den Anschluss verloren, denn das Steuerrecht entwickelt sich rasant. Viele sind deshalb dann ganz zuhause geblieben," erinnert sich Rödl. "Doch wir können uns nicht leisten, auf die Hälfte der High Potentials zu verzichten."

Deshalb investierten die Nürnberger in die Kinderbetreuung: Inmitten des Stammhauses mit seinen 650 Mitarbeitern entstand für ca. 120.000€ Euro eine hochmoderne Krippe für Kinder von null bis drei Jahren.  Betrieben wird die Krabbelkita vom Bayerischen Roten Kreuz. Rödl: "Eltern zahlen dort Marktpreise, wir subventionieren nur indirekt, da uns Mieteinnahmen von 20.000 Euro im Jahr entgehen." 

 "Seitdem wir die Krippe haben, erlebt unsere Kanzlei einen Babyboom", witzelt Rödl, dessen zehn Monate alte Tochter ebenfalls seit kurzem die hausinterne Krippe besucht. Die Kita stärke spürbar das Bewusstsein für Kinder in der Kanzlei. Auch Mandanten fragten schon an, wie sie selbst Krippen für ihre Mitarbeiter einrichten könnten.

Trotz aller finanziellen Zuschüsse: Was für Christian Rödl in Sachen Familienbewusstsein wirklich zählt, ist die Unternehmenskultur, die innere Einstellung. "Die Kita ist da nur ein Sahnehäubchen."Ob diese innere Einstellung stimmt, zeigt der tagtägliche Lackmus-Test: Ist zum Beispiel ein Kind krank , ist dies gegenüber Mandanten keine Entschuldigung. Rödl: "Dann halten die Mitarbeiter im Team zusammen und fangen den Ausfall auf."
Die kinderfreundlichen Angebote haben in der stark männer- und vollzeitdominierten Branche die Runde gemacht. "Wir können leichter gute Leute rekrutieren", erzählt Rödl. "Familienfreundlichkeit ist für uns ein großes Plus auf dem Arbeitsmarkt."Und interessierte Bewerber bekommen regelmäßig Gelegenheit, sich mit den Mitarbeitern, die Kinder haben, zu unterhalten. Die sind glaubwürdiger als jeder noch so bunte Hochglanzprospekt über Familienfreundlichkeit. Rödls Fazit: "Unternehmen können sich heute nicht leisten, Familie zu ignorieren. Ansonsten geraten sie im Wettbewerb um die besten Köpfe ganz schnell ins Hintertreffen."

(Handelsblatt)


 


 

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