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Wahrnehmung der Wirtschaft

Familienunternehmen und anonyme Konzerne in der politischen und medialen Debatte

Die Frage nach Inflations- und Arbeitslosenrate deckt beängstigende Wissenslücken auf.

Sowohl in der Schule als auch im Elternhaus ist die Vermittlung von Wissen über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge marginal. In diesem Zusammenhang weist Hennerkes darauf hin, dass Deutschland unterdurchschnittlich in Bildung investiert und als einziges Land innerhalb der OECD-Staaten sogar ein negatives Wachstum in Bezug auf die Bildungsausgaben im Verhältnis zum Brutto-Sozialprodukt aufweist: „Nur 5,3 % des BIP geben wir in Deutschland für Bildung aus – und damit unterdurchschnittlich. Für ein rohstoffarmes Land der Dichter und Denker ein Skandal!“

Das David-Prinzip: Großkonzerne sind böse, Familienunternehmen sind gut.

Familienunternehmen werden von allen – Wirtschaft, Politik und Medien – durchweg positiver beschrieben und wahrgenommen als börsennotierte Großkonzerne. Die Berichterstattung in den untersuchten Regional-Medien differenziert zunehmend zwischen Familienunternehmen und börsennotierten Unternehmen, auch der synonyme Gebrauch von Familienunternehmen und Mittelstand verliert sich zunehmend. Familienunternehmen werden zitiert als wichtigste Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft. In Zusammenhang mit der Managerschelte wird die Übereinstimmung von Eigentum und Verantwortung als wichtigstes Differenzierungsmerkmal zwischen Familienunternehmen und börsennotierten Konzernen identifiziert. Weitere positive Zuschreibungen an Familienunternehmen sind deren starkes soziales Engagement in der Gesellschaft, ihre flachen Hierarchien, ihre größere Nähe zu Mitarbeitern und Angestellten, sie werden bescheiden und ehrlich beschrieben, ihre langfristige Unternehmensstrategie wird hervorgehoben.

Familienunternehmer werden oft als die „Davids“ im Kampf gegen den „Goliath“ wahrgenommen. Wenn der „David“ sich allerdings traut, die Instrumente des „Goliaths“ zu verwenden, wird die Kritik noch deutlich personalisierter wahrgenommen, die Sympathie schlägt in Ablehnung um (z.B. Merckle, Porsche, Schaeffler oder Schickedanz).

Der Familienunternehmer - das unbekannte Wesen.

Die leisen Familienunternehmer beklagen die lauten Generalisierungen. Gerade in der massenmedialen Debatte gehen Familienunternehmen und deren Belange aber nach wie vor unter. Sie sind „Intransparenzkünstler“: Sie sind wenig präsent in der medialen Berichterstattung. Hier erfahren börsennotierte Konzerne eine weitaus differenziertere und umfangreichere Darstellung. „Das führt dazu, dass das allgemeine Bild der Wirtschaft sowohl in den Medien wie aber auch an Universitäten von börsennotierten Konzernen geprägt bleibt“, so die zusammenfassende Einschätzung der Autoren.

Die Transparenzlücke.

Viele Familienunternehmer arbeiten gerne „im Stillen“, ihre Medienscheu und ihre Verschwiegenheit sind legendär. Dies wird zum einen damit begründet, dass die unternehmerische Arbeit sie so beansprucht, dass für „Öffentlichkeitsarbeit“ keine Zeit mehr bleibt. Viele Familienunternehmen verfügen auch – anders als Großkonzerne – nicht über eigene Kommunikationsabteilungen, die professionell und regelmäßig den Kontakt zu Presse- und Öffentlichkeit pflegen. Die Kehrseite der Medaille: Diese Zurückhaltung vieler erfolgreicher Unternehmer ist nicht nur Teil, sondern auch Ursache der (schlechten) öffentlichen Meinung über die Wirtschaftselite. „Das schiefe Bild der Wirtschaft entsteht, weil Familienunternehmen den börsennotierten Konzernen das Medienfeld überlassen“, so Hennerkes.


 


 

Prof. Dr. Brun-Hagen Hennerkes
Stiftung Familienunternehmen
Familienname
Marktwirtschaft
Deutschen
M

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